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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Interessante, aber keine flagellantische Geschichte., 6. November 2000
Von Ein Kunde
Eine interessante Geschichte über das Leben in einem Internat und die folgen einer solchen Erziehung. Wer hier aber was in Richtung SM, Spanking oder Flagellantismus erwartet, der wartet vergeblich.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Unzugänglich und deprimierend., 21. Juni 2008
Nach der Lektüre von Fleur Jaeggys Novelle fühlte ich mich im Wesentlichen matt und deprimiert. Trotz der Kürze des Buchs ist es mir nur mit Überwindung gelungen, es bis zum Ende zu lesen - belohnt wurde ich dafür bestenfalls durch ein paar interessante Gedankengänge, ansonsten hinterließ mich der Text in einer erschöpften, freudlosen, leicht gereizten Stimmung.
Gereizt deshalb, weil ich den Stil der Autorin für eher schwer erträglich halte. Stellen wir uns einmal vor, während des Wartens an einer Haltestelle gesellt sich eine verbitterte Greisin zu uns und beginnt, zusammenhangslos Erinnerungsfetzen aus ihrem Leben zu berichten. Würde nun jemand diese diffusen Bruchstücke niederschreiben, dürfte das Resultat stilistisch vergleichbar mit der vorliegenden Novelle sein. Denn während in anderen Büchern geschickt und durchdacht aufgebaute Wechsel zwischen verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen oft einen stilistischen Reiz ausstrahlen, erscheinen die unvermittelten Sprünge und Auslassungen hier weitgehend willkürlich und lassen die Novelle spröde und unzugänglich erscheinen. Kein Teil der Geschichte wird emotional greifbar.
Dies aber liegt wohl auch daran, dass die Autorin fast durchwegs auf die Erzählung konkreter Szenen verzichtet und sich auf distanzierte, abstrahierte Ausführungen beschränkt. So gibt sie ihrer Ich-Erzählerin nicht einmal einen Namen, sondern nennt sie schlicht und plump "X" (S. 52); auch Dialoge gibt es nicht. Dafür werden ungebräuchliche Fremdworte selbst dort eingesetzt, wo es saubere deutsche Entsprechungen gäbe. Nebenbei bemerkt, vermisse ich persönlich auch den Höhepunkt, der doch eine Novelle ausmachen soll; beim vorliegenden Buch jedoch tröpfelt die Handlung - sofern man überhaupt davon sprechen kann - lustlos an uns vorbei.
Was mich allerdings am meisten stört, ist die Tatsache, dass Fleur Jaeggy scheinbar alles daran setzt, den Leser in negative Stimmung zu versetzen. Sollte die arme Frau an Depressionen oder krankhafter Todessehnsucht leiden, so ist das bedauerlich. Allerdings fällt mir kein Grund ein, weshalb man nun ihre bissig trübe Novelle lesen und sich vom Trübsinn anstecken lassen sollte. Die deprimierende Wirkung beruht allerdings - wie oben bereits angedeutet - keineswegs auf psychologisch geschickt aufgebauten Szenenverläufen, die den Leser emotional erreichen könnten, sondern ausschließlich auf der Tatsache, dass der Inhalt des Buchs durchwegs hinter einem trüben, düsteren Schleier liegt. Hierzu im Folgenden einige Kostproben; wer Gefallen an den Zitaten findet, trifft mit Jaeggys Buch mit Sicherheit eine gute Wahl.
"Mindestens die Hälfte [der jungen Mädchen] sehnt sich nach dem Tod [...]." (S. 102) "Eine merkwürdige Vertrautheit verbindet uns, es ist ein Totenkult." (S. 95) "Was sonst kann man sich noch vorstellen, wenn nicht den eigenen Tod?" (S. 20) "Michelines Kleid aus Spitze und Seide [...] paßte [...] zu ihrem Totenbett." (S. 102) Nebenbei bemerkt ist Micheline eine der Schülerinnen, ebenso wie Frédérique, und diese "sprach [...] mit den Toten" (S. 109) und "[sie wird], wenn es so weitergeh[t], [...] den Friedhof vorziehen." (S. 119)
Ich denke, die Grundstimmung der Novelle lässt sich nun erahnen. Es kommt hinzu, dass in nahezu jedem Kapitel eine Randperson ums Leben kommt - beispielsweise der Cousin einer Mitschülerin, Frédériques Vater oder Marions Eltern. Die Allgegenwärtigkeit von Tod und Verfall erscheint somit schon nahezu zwanghaft.
Abgesehen davon möchte ich mir abschließend noch die Frage stellen, wer für Titel und Klappentext verantwortlich ist. Beides ist in jedem Fall maximal unpassend. Denn dies ist weder - wie man auf den ersten Blick vermuten könnte - ein Buch über Gewalt in konkreter Form, noch eine Erzählung über die Psychologie hierarchischer sozialer Systeme, sondern bestenfalls eine spröde Aufforderung, sich zu beeilen (vgl. S. 101), das Leben zu nutzen, ehe es zu spät ist. Da aber das Potenzial dieses sinnvollen Kerngedankens nur andeutungsweise ausgeschöpft wird, bleibt Fleur Jaeggys Novelle ansonsten lediglich ein wirres, unzugängliches Porträt von Verbitterung und Depression.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Der Tittel des Buches fürhrt in die Irre, 13. März 2001
Von Ein Kunde
Auch wenn ich nur das Hörbuch kenne ,also die komprimierte Fassung, seien alle die gewarnt die diesen Tittel mit "Züchtigung" in Verbindung bringen. Ein sonst gelungenes Buch.
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