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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Idee richtig - Wissenschaftlicher Gehalt dünn, 21. Januar 2003
Grundidee des Buches: Simuliere den Total Shareholder Return des Unternehmens als Barwert der Dynamischen Produzentenrente mit einem System-Dynamics-Modell. Baue in das System-Dynamics-Modell auch eine S-Kurve für technologische Entwicklung ein. Parametrisiere das Modell mit nicht-linearer Regression.Die Grundidee ist richtig, aber (1) ist diese Idee 30 Jahre alt , und (2) stammt diese Idee von McKinseys Erbfeind Boston Consulting, und (3) sind die Erklärungen von McKinsey zum Teil falsch und lückenhaft. Beispiel (1): System-Dynamics-Modelle implizieren, daß man die Rendite der dynamischen Produzentenrente mit dem CFROI-Verfahren von BCG berechnet. Seltsamerweise hat McKinsey genau dieses Verfahren in früheren Auflagen des McKinsey-Handbuches Copeland 'Valuation' z.T. scharf angegriffen Beispeil (2): Anhang C zeigt mit einer Zeichung mit 4 Geraden, wie eine Firma mit einer neuen Technologie eine alte Firma verdrängT. Die Zeichnung ist FALSCH, denn bei Boston Consulting heißt diese Zeichung seit 35 Jahren Erfahrungskurve, und diese Erfahrungskurve ist nur dann linear, wenn beide Achsen des Koordinatensystemes eine Skala auf der Basis dekadischer Logarithmen haben.Dies hat McKinsey nicht erwähnt, und somit ist die Zeichnung falsch. Beispiel (3): Simulation mit einem System-Dynamics-Modell ergibt oft nur dann Sinn, wenn man die nicht-linearen Szenarien mit Real Options koppelt. So enthält die klassische Erfahrungskurve für Economies of scale eine Real Option auf Abschöpfung. Diese Real Option ähnelt einer American Option mit kontinuierlicher Dividende, deren Innerer Wert bei Ausübung vom Verhalten der Konkurrenz abhängt. Dies erwähnt McKinsey nicht. Beispiel (4): Wenn man die oben gennannte Erfahrungskurve genau berechnet, so laüft dies auf ein dynamisches Cournot-Nash-Gleichgewicht aus partiellen Differentialgleichungen hinaus - aber nur unter mindestens 20 zum Teil sehr restriktiven Bedingungen. Auch davon sagt McKinsey nichts Beispiel (5): Den Begriff der disruptiven Technologie hat McKinsey von dem ehemaligen Boston-Consulting-Group-Berater Clayton M. Christensen (der allerdings zuvor eine Arbeit von Foster zitierte). Beispiel (6): McKinsey macht keine Angaben zu dem Kapitalmarktmodell, aus dem McKinsey die Kapitalkosten ableitet. So ist z.B. das CFROI-Modell mit dem CAPM-Kapitalmarktmodell inkonsistent. Wenn im CFROI-Modell Erfahrungskurven-Effekte mit hoher Lernrate auftreten, so kann man beweisen, daß der CFROI und die Eigenkapitalrentabilität unter bestimmten Annahmen eine Funktion des Marktanteiles sind. Dies widerspricht dem CAPM. Wer also versucht, die Kapitalkosten bei nicht-linearer Simulation mit dem CAPM zu schätzen, der kalkuliert die Kapitalkosten häufig zu hoch, und gibt dem Controller einen Anreiz, das Unternehmen zu Tode zu sparen. Deshalb ist auch das McKinsey-Urteil fragwürdig, die Mehrheit der Unternehmen verdiene seine Kapitalkosten nicht, denn die Höhe der Kapitalkosten hängt extrem stark von dem verwendeten Kapitalmarktmodell ab. Beispiel (7): Der Wert des Unternehmens hängt bei nicht-linearer Simulation mit dem CFROI-Modell sehr stark von der Marktsegmentierung hab. Wenn sich die Grenzen der Marktsegmente mit den Kundenpräferenzen stark ändern (Damenmode, Erfrischungsgetränke), so ist der Aufwand für die Simulation ein teures Ratespiel. Somit taugt das Verfahren mehr für stabile Branchen wie Grundstoff-Chemie, Pharma. Fazit: Die Grundidee des Buches ist richtig, aber der wissenschaftliche Gehalt des Buches ist dünn. Mehrere sachliche Fehler und Auslassungsfehler mindern seinen Wert erheblich.
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