Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
765 von 1.017 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Null Sterne sind schon fünf zuviel, 16. April 2008
Nachdem um dieses Buch und deren Autorin schon soviel Rummel (um mal wieder ein deutsches Wort statt ständig "Hype" zu benutzen) gemacht wurde, musste ich mir selbst ein Urteil über dieses Machwerk bilden. Gott sei Dank, musste ich dafür kein Geld vergeuden, sondern konnte es mir ausleihen, sonst hätte ich mich nachher nur maßlos geärgert.
Nun tatsächlich, schon der erste Satz des Buches ist für eine Frau erstaunlich offen, außergewöhnlich und provokant und der lockere Stil und das unverblümte, freche Mundwerk verführen auf den ersten Seiten zum Weiterlesen und bieten auch einige heitere Momente. Wäre das in diesem Stil weitergegangen mit einigen wenigen ihrer Schweinereien nur andeutungsweise und spärlich ausgeschmückt, hätte es ein unterhaltsames und humorvolles Buch ergeben.
Im weiteren Verlauf hängt die Protagonistin aber nur ihren Erinnerungen, Tagträumen und Wunschvorstellungen nach, da es kaum eine Handlung gibt, und es reihen sich durch ständige Wiederholungen nur Fäkalausdrücke, Ekelhaftigkeiten und Widerwärtigkeiten aneinander und das fast bis zum Erbrechen, sinnbildlich gesprochen, denn meine Ekelgrenze liegt als häufiger Medienkonsument sehr weit oben, aber das war mir schon des Schlechten zuviel.
Ich werde das Gefühl nicht los, hier sollten die Mittel nur dem Zweck dienen, nämlich mit möglichst viel Schweinkram und Ekel zu provozieren und die Diskussionen zu schüren und damit die Verkaufszahlen hoch zu treiben. Die Rechnung ist aufgegangen. Wie kürzlich bei Eva Herman. Nur der nehme ich das ab, dass sie auch den Blödsinn glaubt, den sie schreibt, der Roche nicht. Der Hygienewahn ist nur ein vorgeschobener Grund für eine spätpubertierende Göre, endlich mal alle Kraft- und Fäkalausdrücke, sowie alle Schweinereien, Widerwärtigkeiten sowie völlig Absurdes in den Mund nehmen und aufs Papier bringen zu dürfen, nur um die schockierende Wirkung auf die kräftig kaufende Leserschaft genießen zu können. Die Roche wird's freuen.
Was bleibt ist ein kotzübles, triviales und vulgäres Buch, das anstandslos die Grenzen der Aggregatzustände fest, flüssig zu überflüssig passiert, mein erster Repräsentant einer neuen Schundliteratur. Wenn man bedenkt, dass frühere Vertreter dieser Art (etwa "Fanny Hill") heute zur zarten, erotischen Literatur gehören, kann und möchte ich mir das bei diesem Buch auch in hundert Jahren nicht vorstellen. Trotzdem vermute ich, wird dieses Buch durch die lockere und ungehemmte Schreibe bei der Jugend wohl schnell zum Kult avancieren.
Hiermit vergebe ich das erste Mal virtuelle -5 Sterne (einer leider für die Buchung).
|
|
|
1.450 von 1.929 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Habe mich ganz schrecklich geekelt, 8. März 2008
Ich lese gerne Bücher, die sich schon mal in Grenzbereichen bewegen, zum Beispiel durch die Darstellung ungewöhnlicher oder gar extremer sexueller Praktiken. Es muss ja nicht alles wahr sein. Und ich muss nicht alles nachmachen.
Hier habe ich mich bei der Lektüre jedoch nur noch geekelt. Auch darüber hätte ich noch hinwegsehen können, wenn es zum Ausgleich wenigstens eine interessante oder gar berührende Geschichte gegeben hätte oder sich das Buch sprachlich hervorgehoben hätte. Leider ebenfalls Fehlanzeige.
Auch finde ich, dass das Hygieneanliegen der Autorin wenig relevant ist. In Europa nehmen wir es damit sowieso nicht so eng (wie etwa die Amerikaner). Das dichte Zusammenleben in Großstädten setzt ohnehin ein Mindestmaß an Hygiene voraus. Und ohne die heutigen Hygienestandards würden wir wohl kaum eine so hohe allgemeine Lebenserwartung haben.
|
|
|
153 von 206 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein junges, fast kindliches, sehr frisches und sehr unverblümtes Buch, 10. November 2008
Heute (am 4. Januar 2009) ist dieses Buch von 1198 amazon-Rezensionen
beurteilt worden. 370 haben 5 oder 4 Sterne vergeben, 730 1 oder 2 Sterne. Der Rest von 98 hat sich zu einer mittleren Bewertung von 3 Sternen entschlossen.
Das Votum der amazon-Leserschaft ist also recht eindeutig: Fast zwei Drittel finden es schlecht, nämlich vorwiegend ekelerregend, widerlich, öde, trivial, schockierend, unerträglich.
Dem steht freilich die recht harte und eindeutige Tatsache entgegen, dass es heute (am 4. Januar 2009) Platz 2 der amazon-Bestsellerliste einnimmt, bereits in der 22. Auflage erschienen ist und sich laut Zeitungsberichten 1,3 Millionen mal verkauft hat. Sollten die über 700 Rezensentinnen und Rezensenten, die den Daumen gesenkt haben, von Schenkerinnen und Schenkern zum Lesen gezwungen worden sein? Oder haben sie alle, um mitreden zu können, das Buch Seite um Seite durchlitten, womöglich mit Hilfe von Antiemetika, Antihistaminika und Neuroleptika?
Ich habe das Buch vollständig gelesen, und es hat mir sehr gut gefallen. Gewiss kommen Dinge zur Sprache, die nicht unbedingt als Appetizer geeignet sind. Proktologie, Proktochirurgie, Gynäkologie und auch Sexualität haben nun mal Aspekte, die schmutzig und nicht immer appetitlich sind. Aber die Art und Weise, wie die Autorin davon berichtet, ist jung, fast kindlich, und vor allem frisch.
Abgesehen von detaillierten Schilderungen - natürlicher! - körperlicher Vorgänge gelingen der Autorin auch Sätze, für die man sie einfach nur umarmen möchte:
"Wenn man sich wirklich was gutes versprechen will: Ich bleibe bei dir, auch wenn ich dich nicht mehr liebe. Das ist ein gutes Versprechen. Das heißt wirklich für immer." (S. 98)
Wer das Buch ekelhaft, schockierend, widerlich oder unerträglich findet, sollte es einfach ganz schnell aus der Hand legen und einem jungen oder jung gebliebenen Menschen schenken, der Sinn für kindliche, frische und unverblümte Sicht- und Sprechweisen hat. (Auch ich nehme jederzeit entsprechende Sendungen entgegen; ich werde sie dann weiterreichen.)
Es bis zum Schluss zu lesen und dabei dauernd "ekelhaft" und "widerlich" zu exklamieren, kommt mir zumindest paradox vor. Es erinnert mich nicht wenig an die entrüstungspornographischen Bücher der 1950er und 1960er Jahre, in denen man Bilder nackter Frauen, seltener auch nackter Paare sehen konnte, Bilder, die mit Über- oder Unterschriften wie "Schamlos!", "Völlig enthemmt!", "Empörend!", "Ekelerregend!" und "Widerlich!" versehen waren. Die eifrigen Betrachter, wohl vorwiegend Männer, konnten somit tabuisierte Darstellungen betrachten, sich durch sie erregen lassen und sich dabei noch völlig rein und unschuldig fühlen.
Zum Schluss eine kleine Bitte: Wem diese Rezension, vor allem wegen des letzten Absatzes, nicht gefällt, möge dies den amazon-Kunden und vor allem mir in einem Kommentar mitteilen. Auf "Rezension unzumutbar?" zu klicken, wie dies offenbar schon zweimal geschehen ist, ist sehr schlechter Stil.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|