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Die Wahrheit über Sascha Knisch
 
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Die Wahrheit über Sascha Knisch (Gebundene Ausgabe)

von Aris Fioretos (Autor), Paul Berf (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 330 Seiten
  • Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 1 (25. Februar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832178295
  • ISBN-13: 978-3832178291
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 630.251 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Sascha Knisch, Filmvorführer in einem Berliner Kino, hat eine etwas spezielle sexuelle Vorliebe: Nichts erregt ihn mehr, als Frauenkleider anzuziehen. Das wäre in unserer liberalen und aufgeklärten Zeit nichts Besonderes -- doch Sascha Knisch ist keine Figur unserer Zeit, Sascha Knisch lebt im Berlin der Weimarer Republik. Und so freizügig sich die wilden 20er-Jahre auch gaben: Solch eine sexuelle Ausrichtung hielt man besser geheim.

Und so schleicht sich Knisch, der Icherzähler dieses Romans, einmal pro Woche in ein Hotelzimmer, wo ihn Dora erwartet, eine "Minette" (heute würden wir "Domina" sagen), die Männern behilflich ist, "sich in Lampen, Fußschemel, Pudel oder Schulmädchen zu verwandeln." Als es eines Tages im drückend heißen Jahrhundertsommer 1928 während Saschas Besuch an der Tür klingelt, weist Dora ihn an, sich in ihrem Schrank zu verstecken, bis der unwillkommene Besucher wieder verschwunden sei. Und so steht Sascha Knisch (mit nichts anderem bekleidet als einer Schleife um den Penis) im Schrank und wartet ungeduldig -- doch Dora kommt nicht, um ihn aus seinem Versteck zu befreien. Als Sascha nach Stunden nachschauen geht, liegt Dora tot am Boden -- offensichtlich ermordet von dem Besucher.

Natürlich gerät Sascha in Verdacht, den Mord begangen zu haben, und so beginnt er aus reinem Selbstschutz, nach dem Mörder zu suchen -- eine Suche, die ihn tief hinein in Doras Lebensgeschichte zieht. Seine Nachforschungen, die er mal mit, mal gegen die ermittelnden Polizeibeamten unternimmt, führen ihn immer wieder in die "Stiftung für Sexualforschung" des Medizinalrats Froehlich (unschwer zu dechiffrieren als das 1919 von Magnus Hirschfeld gegründete Institut für Sexualwissenschaft), wo alle Fäden zusammenzulaufen scheinen. Sascha sieht sich bald im Zentrum einer wilden Verschwörung, in der es um "Hygienepolitik" ebenso geht wie um die Herstellung pornografischen Materials, um einen erbitterten Wissenschaftsstreit ebenso wie um Erpressung und eben Mord.

Die Wahrheit über Sascha Knisch, ein meisterhafter, vielschichtiger und ungeheuer unterhaltsamer Roman, kommt als Krimi daher und ist doch keiner, da die Handlung um den Mord und seine Aufklärung nur Vehikel, nicht Zentrum der Geschichte ist; auch der historische Roman, der er zu sein vorgibt, ist er nicht wirklich, da den vielen historisch verbürgten Tatsachen immer wieder frei Erfundenes untergeschoben wird. Das von Fioretos überlegen geführte Spiel mit den Genres des historischen und des Kriminalromans auf der formalen Ebene spiegelt nur das, worum es eigentlich geht: Das Buch handelt von Verkleidungen -- von den Verkleidungen des Sexuellen ebenso wie von den Verkleidungen einer nach außen auf Eindeutigkeit und Normalität getrimmten Kultur. --Christoph Nettersheim

Pressestimmen

"Dieser Roman ist so intelligent wie eindrucksvoll und ungeheuer unterhaltsam. Wie gewohnt erweist sich Fioretos als eine höchst originelle Stimme." (Göteborgs-Posten)
"Die Wahrheit über Sascha Knisch ist wahrhaft großartig. Gefühlvoll mischt Fioretos historische Fakten mit wildester Fiktion, nicht so sehr, um den Leser auszutricksen, als um die nackte Wahrheit hervorzuheben - oder vielmehr: um zu zeigen, dass die Wahrheit nicht immer nackt ist." (Upsala Nya Tidning)
"Scharfsinnige Unterhaltung, und wie jede hat diese eine Botschaft zu verkünden. Aris Fioretos ist geschickt bis zur Gerissenheit. Er beherrscht Anspielungen und Parodie ebenso wie Schauplätze und Atmosphäre. Dabei präsentiert er eine 30er Jahre-Matinee genauso überzeugend, wie er die Detektivgeschichten alter Zeiten verulkt." (Sydsvenska Dagbladet)

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Geschlecht, das nicht eins ist, 18. März 2003
Von Ein Kunde
Aris Fioretos führt zurück ins Berlin des Jahres 1928. Dort führt der mäßig erfolgreiche Filmvorführer Sascha Knisch ein eigenartiges Doppelleben, das ihn jeden Freitagnachmittag ins Hotel Kreuzer führt, zu seiner "minette", Dora, die ihn lehrt, wie sich ein junger Mann auch als Mädchen fühlen kann. Eines Tages, just als sich Sascha in Doras Kleiderschrank an deren Blusen und Mieder ergötzt, wird Dora ermordet, und Sascha gerät in Verdacht, der Mörder zu sein.
Der Versuch, seine Unschuld zu beweisen, führt Sascha in das Institut für Sexualforschung, das leicht als die von Magnus Hirschfeld gegründete Einrichtung zu entschlüsseln ist, und das sich als erste wissenschaftliche Einrichtung mit dem "Geschlecht, das nicht eins ist", befasst.Das Geschlecht aber steht im Mittelpunkt der zeitgenössischen eugenischen Versuche, die menschliche Spezies zu verbessern, mit allen politischen Konsequenzen.
In eine turbulente Kriminalhandlung verpackt, gelingt es Fioretos, einen nachdenklichen Blick auf die wissenschaftliche Hybis der Sexualwissenschaft zu lenken und dabei gleichzeitig ein schillerndes Bild der vielfältigen sexuellen Existenzweisen in der Weimarer Republik zu entwerfen. Dass dabei das Klischee der "Golden Twenties" nicht überstrapaziert wird, sondern der Autor auch deren abgewandte Seite ausleuchtet und dabei auch keine historische Unmittelbarkeit behauptet, gehört zu den Vorzügen dieser spannend zu lesenden Geschichte.
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