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Nach dem Beben
 
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Nach dem Beben (Gebundene Ausgabe)

von Haruki Murakami (Autor), Ursula Gräfe (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 187 Seiten
  • Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 2 (19. Februar 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832178066
  • ISBN-13: 978-3832178062
  • Originaltitel: Kami no kodomotachi wa mina odoru
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 14 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 173.422 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit Nach dem Beben geht Haruki Murakami endlich wieder einmal auf die Mittelstrecke. In sechs Erzählungen wirft er Schlaglichter auf die japanische Gesellschaft der 1990er-Jahre, die sich hier in mehrfacher Hinsicht erschüttert und verunsichert zeigt.

1995 war für die Japaner kein gutes Jahr: wirtschaftlich ging es nicht mehr vorwärts, in Kobe bebte die Erde, kurz darauf starben in der Tokioter U-Bahn Menschen durch Giftgas. Den Terroranschlag hat Murakami in dem Interview-Band Untergrundkrieg verarbeitet, der Naturkatastrophe nähert er sich nun von fiktionaler Seite. Alle Geschichten spielen unmittelbar nach dem Erdbeben, die Figuren sind aber nur am Rande betroffen. Sie sehen die Fernsehbilder, sprechen kurz darüber, wie furchtbar das alles ist, um sich sogleich ihren eigenen Problemen zuzuwenden.

Denn Kobe ist "Lichtjahre entfernt", die "Beben des Herzens" sind stärker. Ein Angestellter wird von seiner Frau verlassen, weil sie nicht länger "mit einem Klumpen Luft" leben will. Drei Leute machen am nächtlichen Strand ein Feuer, dessen Flammen sich "wie eine kundige Liebkosung" ausbreiten, und sprechen übers Sterben. Die schönste Geschichte, "Thailand", ist das Porträt einer Medizinerin mittleren Alters, die von Hitzewallungen und ihrer Erinnerung heimgesucht wird.

Nicht nur sie scheint sich irgendwie selbst abhanden gekommen zu sein. Oft ist die Rede von Leere, Todessehnsucht, Schlaffheit -- auch wenn die"Erektionen stabil waren". Das Fantastisch-Übernatürliche durchbricht die Realität nur noch selten (Ausnahme: "Frosch rettet Tokyo" und der ist "keine Metapher"!). Die Großstadtmelancholiker müssen sich diesmal selbst helfen, zum Beispiel, indem sie auf einem menschenleeren Baseball-Feld anfangen zu tanzen und Gott begegnen (Originaltitel: "Alle Kinder Gottes tanzen").

Sigrid Löffler hat Murakamis Literatur als Fast Food bezeichnet, aber das kann, zumal in Japan, ja außerordentlich schmackhaft sein. Folglich wäre Nach dem Beben eine gut verdauliche Häppchen-Platte, die vielen etwas bietet: den Freunden philosophisch angehauchter Kurzprosa, den Lesern, die den Erzähler Murakami dem Romancier vorziehen und jenen, die bis zum Erscheinen von Kafka am Strand den ärgsten Hunger stillen wollen. --Patrick Fischer



Kurzbeschreibung

»Wurm lebt in der Erde. Wenn er wütend wird, löst er Erdbeben aus«, erklärte Frosch. »Und im Moment ist Wurm schrecklich wütend. «Nach dem Beben, sechs Erzählungen, die Haruki Murakami schrieb, als die japanische Insel bebte und ein Giftgasanschlag die Gesellschaft erschütterte. Beide Ereignisse – das Erdbeben von Kobe mit Tausenden von Toten und die Terrorakte in der U-Bahn von Tokyo – bewogen ihn 1995 aus dem ›Exil‹ zurückzukehren, um, wie er sagte, seinem Land beizustehen. Nach dem Beben: Fünf Tage und Nächte verbringt die Frau eines Verkäufers für Hifi-Geräte vor dem Fernsehen mit den Katastrophenbildern vom Erdbeben – dann verlässt sie ihren Mann, der sich mit einem mysteriösen Päckchen auf eine Reise begibt. Eine Wahrsagerin sieht tief in die hasserfüllte Seele einer Ärztin, die einem Mann aus Kobe, der ihre Hoffnungen zerstört hat, den Tod wünscht. Die vierzehnjährige Sara begegnet in ihren Alpträumen dem Erdbebenmann, der sie in eine Kiste sperren will. Und der Bankangestellte Katagiri hat in seiner Wohnung Besuch von einem Riesenfrosch, der Tokyo vor der Zerstörung durch einen Wurm retten will. Aber der zwingendste Charakter von allen ist das Erdbeben selbst: Der sichtbare Schaden ist weniger schmerzlich als der untröstliche in der Seele der Menschen. Haruki Murakami,1949 in Kyoto geboren, lebte über längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Er hat die Werke von Raymond Chandler, John Irving, Truman Capote und Raymond Carver ins Japanische übersetzt. Zuletzt erschienen von ihm bei DuMont die Romane Mister Aufziehvogel(1998), Gefährliche Geliebte (2000), Naokos Lächeln (2001), Tanz mit dem Schafsmann (2002), Sputnik Sweetheart (2002) und sein Buch über den Tokyoter Giftgasanschlag Untergrundkrieg (2002). Ursula Gräfe, geboren 1956, hat in Frankfurt a. M. Japanologie und Anglistik studiert. Aus dem Japanischen übersetzte sie u. a. den Nobelpreisträger Kenzaburo Oe, Kiharu Nakamura, Hikaru Okuizumi und Haruki Murakamis Bücher Naokos Lächeln, Untergrundkrieg und Sputnik Sweetheart.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Im Nichts stehen gelassen, 18. März 2004
Das Erdbeben von Kobe ist Lichtjahre entfernt, fragmenthaft taucht es in Gesprächen oder Fernsehbildern im Hintergrund auf. Es bildet nicht die Kulisse, es setzt nur den zeitlichen Rahmen für die sechs Kurzgeschichten in Haruki Murakamis Erzählband "Nach dem Beben".

Merkwürdige Dinge passieren in diesen hinreißend eigenwilligen Geschichten, aber auch ganz gewöhnliche, stinknormale. Komische Käuze, skurrile Eigenbrötler, innerlich leere Menschen, deren einzige Sehnsüchte Schlaf und der Tod sind, wandeln durch befremdend unwirkliche Szenerien und nehmen diese wie selbstverständlich, ohne die kleinste Verwunderung, als etwas Alltägliches wahr.

Aber es gibt auch viele berührende, herzerwärmende Momente in diesem Buch. In der wunderschönen Liebesgeschichte "Honigkuchen" erfindet ein junger Mann Märchen über Honigbären für ein kleines Mädchen, damit es endlich einschlafen kann. Oder in "Thailand", wo eine Ärztin ihre traumatische Vergangenheit abzuschütteln versucht, indem sie ihrem Geliebten von einst den Tod in einem einstürzenden Gebäude wünscht.

Um Schlaf und die Sehnsucht nach tiefem Schlaf geht es oft in Murakamis Geschichten, manchmal scheinen Realität und (Tag)träume ineinander überzugehen und zu verschmelzen.

In der Erzählung "Alle Kinder Gottes tanzen" verfolgt ein junger Verlagsangestellter seinen vermeintlichen Vater, den er an seinem abgebissenen Ohrläppchen zu erkennen glaubt, durch das nachtschwarze Tokio und findet sich irgendwann auf einem riesigen menschenleeren Sportplatz wieder - alleine in einer trostlosen, surrealen Umgebung. Doch anstatt seine Gefühle und Gedankengänge dem Leser zu offenbaren, beginnt er zu tanzen, und er tanzt und tanzt in der Dunkelheit bis zum Ende der Geschichte.

Und so wie dem Protagonisten ergeht es auch Haruki Murakamis Leser manchmal: in dessen brillanter Erzählkunst gefangen wird er durch abenteuerliche Begegnungen, haarsträubende Handlungen und absonderliche Begebenheiten geschleust, immer tiefer wird er in den Sog seiner fantastischen Geschichten gezogen - und dann, ohne Vorwarnung, plötzlich ohne Erklärung im Nichts verstört stehen gelassen.

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein großes Werk aus sechs kleinen, 12. September 2004
Von Bernhard Lassahn (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
„Aber die Kurzgeschichte gerät immer mehr aus der Mode, wie der bedauernswerte Rechenschieber." Das jedenfalls fürchtet einer der Helden in Murakamis Kurzgeschichten, wir können nur hoffen, dass er damit nicht recht behält - wer bedauert schon einen Rechenschieber? Doch wie auch immer: ‚Nach dem Beben' halte ich für eines der besten Bücher von Murakami - und für eines der besten auf dem Gebiet der Kurzgeschichte! Hier wird in erstaunlichen Nachwirkungen und in großer Entfernung vom Zentrum dem Nachbeben in den Gefühlen unterschiedlicher Menschen nachgespürt. Das eigentliche Beben in Kobe (von dem vergleichsweise wenig die Rede ist) hält als Auslöser die langen Fäden zusammen und fasst so die Sammlung kurzer Geschichten zu einer großartigen neuen Form zusammen! Das Beben hat nicht nachgelassen. Es hat nicht nur Bauwerke zerstört - auch Übereinkünfte, Zusammenhänge, Sinngebungen. Es wirkte sich bis weit in die Peripherie aus und zielte direkt auf das Innerste der Menschen. Hier eine kleine Kostprobe, die ein wenig von der Einsamkeit der Kreaturen erzählt. Und wie so oft geht es auch hier in einfachen Sätzen um tiefe Fragen des Lebens. Hier erzählt also der thailändische Chauffeur namens Mimit der japanischen Ärztin Satsuki von seinem ehemaligen Chef, der ursprünglich aus dem Norden - aus Norwegen nämlich - kam: „Einmal hat er mir von den Eisbären erzählt - was für einzelgängerische Tiere sie sind. Einmal im Jahr paaren sie sich. Nur einmal im Jahr. So etwas wie eheliche Bindungen existieren bei ihnen nicht. Ein Eisbär und eine Eisbärin begegnen sich zufällig in der Weite des gefrorenen Landes und paaren sich. Das dauert nicht lange. Nach dem Akt rennt das Männchen vor dem Weibchen davon, als hätte es vor etwas Angst. Es ergreift regelrecht die Flucht. Es rennt davon, wortwörtlich ohne sich noch einmal umzuschauen. Den Rest des Jahres lebt es in tiefer Einsamkeit. Eisbären kennen keine Verständigung, keine Herzensbildung. Jedenfalls hat mir das mein Chef erzählt."/ „Wie sonderbar", sagte Satsuki./ „Ja", sagte Nimit mit ernstem Gesicht. „Sehr sonderbar. Ich weiß noch, dass ich ihn gefragt habe, wofür denn die Eisbären dann eigentlich leben. Und er antwortete mir mit einem wissenden Lächeln: „Und wir, Nimit, wofür leben wir?'"
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Nach dem Beben, nach dem Wirtschaftsboom, in der Krise, 18. Februar 2006
Von junior-soprano "Powderfinger" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Nach dem Beben (Taschenbuch)
„Nach dem Beben“ enthält sechs Kurzgeschichten von Haruki Murakami. Fünf der Geschichten haben einen mal größeren, oft aber nur geringen Bezug zu dem Erdbeben von 1995 in Kobe. Die letzte Geschichte „Honigkuchen“ hat gar keine Berührungspunkte zur Umweltkatastrophe. Sie handelt von der Dreiecksbeziehung einer Gruppe Literaturstudenten. Die Hauptfigur müht sich jahrelang ab, um Erfolge als Schriftsteller feiern zu können, aber es gelingt ihm nicht, über durchschnittliche Werke hinauszukommen. Das gilt auch für dieses Buch! Alle Geschichten sind gekonnt geschrieben, Murakami schafft es die aufgebaute Spannung bis zum Schluß aufrechtzuerhalten. Die Lektüre ist kurzweilig und die Pointen, etwa von „Ufo in Kushiro“, sind überraschend und regen zum Nachdenken an. Enttäuschend ist, daß die Geschichten nichts typisch japanisches haben. Sicherlich, sie spielen fast alle in Japan (außer „Thailand“) und sie handeln von Japanern, aber es könnten genau so gut US-Amerikaner oder Europäer sein. Murakami hat längere Zeit in den USA und Europa gelebt, er beschäftigt sich intensiv mit westlicher Literatur, übersetzte Irving und Capote ins Japanische und zitiert in diesem Buch gerne Hemingway, Dostojewski und andere. Die jugendliche Heldin in „Alle Kinder Gottes tanzen“, für mich der schönste Text des Buchs, lebt mit einem Möchtegern-Rockstar, der seiner Lieblingsband Pearl Jam nacheifert. Es ist sehr leicht, einen Bezug zu diesen Figuren herzustellen, weil sie eben so gänzlich westlich sind: gelangweilt vom Reichtum und als sie die Katastrophe aus ihrem geordneten Alltag herausreißt, stehen sie vor einer schweren Sinnkrise. Das Erbeben ist in diesem Buch offensichtlich eine Metapher für eine unerwartete Katastrophe, nach der sich das bisherige Leben schlagartig ändern kann. Ein universelles Thema, deshalb ist dieses Buch wohl auch nicht die richtige Wahl für Leser, die etwas typisch japanisches suchen. Obgleich die, an Kafkas „Verwandlung“ erinnernde Story „Frosch rettet Tokyo“ auch aus einem Manga stammen könnte.
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5.0 von 5 Sternen Rätselhaft, skurril, einfach toll!
Dieses Buch war mein erstes von Murakami. Und es hat mir nicht nur eine völlig neue Sichtweise im Hinblick auf Kurzgeschichten (die mich vorher meist nicht sehr angesprochen,... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von FolkZeQuè veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Besser als die Langform
Wer Abwechslung mag, wird an diesen Geschichten genauso seine Freude haben, wie eingefleischte Haruki Murakami-Fans, die sich an dieser dichteren und schnelleren Form der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Juli 2007 von K. Beck-Ewerhardy

2.0 von 5 Sternen Mehr versprochen...
Nach Lesen des Klappentextes habe ich mir von den Kurzgeschichten, die Finsternis versprechen sollten, wirklich mehr versprochen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Juni 2007 von Christian Krautien

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