Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Forschungsreise zur Erkundung der deutschen Fußballpsyche, 25. März 2006
Der 1950 in Budapest geborene Péter Esterházy gehört zu den bedeutendsten ungarischen Autoren. Vor zwei Jahren hat er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. 1970 hatte er von der Süddeutschen Zeitung den Auftrag erhalten im Rahmen einer Deutschlandreise, sich Bezirksligamannschaften anzusehen, mit dem Ziel Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen. Man hätte eigentlich keinen kompetenteren Autor finden können, denn Esterházy hat in seiner Heimat aktiv Fußball gespielt. Sein Bruder spielte bei der Weltmeisterschaft 1986 in der ungarischen Nationalmannschaft. Mit viel Enthusiasmus schreibt er über die vielen kleinen Dinge die er beim Dresdener BC entdeckte. Die Kurve auf der die Fans stehen, die deutsche Korrektheit und Ordnungsliebe, die Begegnungen mit Biertrinkern im Clubhaus und last not least die fachsimpelnden Taxifahrer. Es ist ein globales Spiel, Gemeinplätze und Gemeinsamkeiten sind in die nationalen Traditionen eingebettet. Und er entdeckt auch einen wesentlichen Unterschied zwischen Deutschland und Ungarn. In Ungarn ist die Beziehung zu den Referees immer eine feindliche, sie sind Vertreter der Macht, in Deutschland sind die Scheidrichter eher Hüter der Ordnung. Einen Satz den er in seinen ironischen Erfahrungsberichten am schönsten fand ist der:" Die Viererkette zeigt Moral". Ein Buch bei dem man viel Schmunzeln kann, besonders geeignet für Fußballfans
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Überflüssiges im WM-Jahr, 2. April 2006
Esterházy, der neben Terezia Mora und Laszlo Darvasi, wohl bekannteste lebende ungarische Schriftsteller, bekommt von einer deutschen Zeitung den Auftrag, über die Deutschen mit den Augen eines Fremden zu schreiben. Er nimmt den Auftrag an und entscheidet sich dieses Unterfangen zu lösen indem er sich unterklassige Fußballspiele in Deutschland ansieht. Darauf geht er aber in diesem Bändchen nur peripher ein. Vielmehr verbringt er Seiten damit zu schildern, dass sein Bruder ein großer Fußballstar war, der bei AEK Athen gespielt hat und auch im ungarischen Nationalteam. Außerdem wird immer wieder erwähnt, dass Esterházy ja den deutschen Friedenspreis gewonnen hat, dass seine gesamte Familie adelig oder zumindest einflussreich ist und er selbst auch mal ein passabler Fußballspieler war. Über das Ganze darüber gestreut Verweise über Bücher die er liest, Zitate von Autoren die er sich gemerkt hat und lateinische Sinnsprüche, die in die jeweiligen Sätze passen soll. Und nach spätestens 100 Seiten, wenn man also schon bei der Hälfte des Büchleins ist, fragt man sich, was das Ganze eigentlich soll.
Hat Esterházy so ein intelligentes Buch geschrieben, dass er den Leser im Stile Vonneguts darüber hinwegtäuscht, dass er der eigentliche Erzähler ist und dem Leser das genau glauben machen will? Aber wozu? Oder hat Esterházy vielleicht nur ein lukratives Angebot angenommen, von deutschen Medien, die im Jahr der Fußballweltmeisterschaft händeringend Literaten suchen, die ein wenig Ahnung von dem Spiel haben, um einen neuen überraschenden Aspekt zu präsentieren? Letzteres ist leider zu befürchten, worauf auch die zeitweisen katastrophalen und dilettantischen Fehler des Lektorats hinweisen könnten. Schnell zusammengestoppelt vom Autor, so finden sich mehrere Kurzgeschichten darin, die vorher, aus welchem Grund auch immer, noch nicht veröffentlicht worden sind, schnell abgesegnet und auf den Markt geworfen.
Trotz Fußballfieber und Begeisterung, man kann es auch übertreiben und schade, dass sich ein renommierter Autor wie Esterházy dafür hergegeben hat und es bleibt nur die Hoffnung, dass es sich für ihn zumindest finanziell gelohnt hat und die literarische Szene das Buch als Ausrutscher toleriert und bald vergisst.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Ich komm an ihn nicht ran., 15. Oktober 2006
Peter Esterhazy weiss es, Leser abzuschrecken durch allzu lange Satzkonstrukte und ins normale Geschehen hineinprojizierte Fantasiekonstrukte. Sein Stil ist (sofern ich ihn durch das Lesen von "Eine Frau", den ersten 50 Seiten von "Harmonia Caelestis" und eben "Deutschlandreise im Strafraum" bewerten kann) immer ausgerichtet auf das hochgradig intellektuelle Publikum, dass sich so allerhand bieten lässt. Frech ist nämlich auch dieses Buch. Werfen sie nur einen Blick auf den Titel. Erwartungen werden sodann geweckt. Richtig. Doch was steht im Buch? Seitenlange Beschreibungen der brüderlichen und der eigenen Fussballerkarriere (Dies ist der Bestandteil des ganzen ersten Kapitels von satten 70 Seiten). Doch wieviel wird von der eigentlichen "Deutschlandreise im Strafraum" wiedergegeben? Nicht allzu viel, ehrlich gesagt sogar äußerst wenig. Grob geschätzt ist es vielleicht ein Fünftel, indem es Esterhazy wirklich zu beschreiben vermag, wie er Deutschland bereist mit seinen Provinzvereinen und seinen dort hinein gesteckten Hoffnungen.
Ganz daneben, kann man da dem adeligen Schreiberling nur zuraunen.
Wirklich eine bittere Enttäuschung.
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