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Die Ohrfeige
 
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Die Ohrfeige (Gebundene Ausgabe)

von David Albahari (Autor), Mirjana Wittmann (Übersetzer), Klaus Wittmann (Übersetzer)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 366 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1., Aufl. (September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821857854
  • ISBN-13: 978-3821857855
  • Originaltitel: Pijavice
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 359.205 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Wirtschaftswoche, 15. Oktober 2007

Entwurzelung und Erinnerung, Selbstbefreiung und Schuld - neben den großen Themen spricht der in Kanada lebende serbische Romancier den kollektiven seelischen -Zerfall während der Milosevic-Zeit an. Anrührend schildert er das Durchhaltevermögen der sogenannten kleinen Leute.


Wirtschaftswoche, 15. Oktober 2007

Entwurzelung und Erinnerung, Selbstbefreiung und Schuld - neben den großen Themen spricht der in Kanada lebende serbische Romancier den kollektiven seelischen -Zerfall während der Milosevic-Zeit an. Anrührend schildert er das Durchhaltevermögen der sogenannten kleinen Leute.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein undurchschaubares Spiel, 20. Januar 2008
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
- Wie eine Ohrfeige manchmal ein ganzes Leben verändern kann -

"Es war nichts Außergewöhnliches vorgekommen: eine Ohrfeige, ein nasser Strumpf, die Stille, die Verfolgungsjagd. Gemessen am Zustand der Welt waren das Bagatellen.", sinniert der namenslose Ich-Erzähler. Doch die Beobachtung des jungen Serben am Ufer der Donau soll sein Leben von Grund auf verändern. Albahari strickt aus diesem Augenblick einen grandiosen Roman, voller tiefgründiger Selbstreflexionen, mystischer Verwicklungen, philosophischer Zwiegespräche, in einer Kulisse, die geradezu prädestiniert ist für derartige Verquickungen: Serbien zwischen den Jahren 1998 und 1999.

An einem Sonntag im März 1998 wird er Zeuge einer Szene, die ihn sechs Jahre später, immer noch tief traumatisiert, veranlasst, diese Geschichte zu Papier zu bringen. An jenem Tag beobachtet er, wie ein Mann einer jungen Frau eine Ohrfeige verpasst. Die komplette Situation erschien ihm damals äußerst suspekt, ja geradezu grotesk, irgendetwas passte nicht zueinander. Er verfolgt die Frau, verliert sie jedoch aus den Augen. Doch plötzlich scheint Belgrad voller geheimnisvoller Zeichen zu sein, dessen Zusammenhang er herauszufinden versucht. Stehen sie gar mit diesem ominösen Erlebnis am Donauufer in Zusammenhang?

Alle Begebenheiten erweisen sich nach und nach als Teil eines großen, klebrigen Netzes, in das der Protagonist bewusst eingebunden wird und in dessen Verstrickungen er sich zusehends verirrt und nicht mehr befreien kann. Dieses Netz symbolisiert den zunehmenden Nationalismus in seiner Heimat und ganz konkret die eskalierende Situation der Juden; Gräber werden geschändet, Ausstellungen jüdischer Künstler zerstört.

David Albaharis anspruchsvolles Buch erzeugt einen magischen Sog, dem sich der Leser kaum entziehen kann. Er taucht ein in diesen Text voller Bilder und Klänge, der fast losgelöst von der Sprache zu sein scheint und wird von seiner Mystik und seinen mannigfaltigen Andeutungen geradezu gefangen genommen.

Beinahe mühelos wechselt der Autor zwischen realer und imaginärer, irrationaler Ebene, erzeugt "gespiegelte Spiegelungen im Wechselspiel von Licht und Dunkel".
Er fordert den Leser heraus, die Gedanken von innen heraus zu beobachten.

Mit Logik kann dieses Buch nicht gelesen werden, steht es doch selbst ständig im Zwiestreit zwischen Chaos und Ordnung. Dieses Buch beginnt nicht wie andere Bücher mit Fragen, die am Ende beantwortet werden, sondern hier häufen sich die Fragen gegen Ende, und die Antworten sind überall verstreut.
Es ist keine geordnete Erzählung, in der die Stränge harmonisch angelegt sind. Das Buch "ist eher ein Abbild des Lebens, das immer chaotisch ist, da sich in ihm immer viel zu viele Dinge auf einmal ereignen.", meint sein Erzähler.

Albahari versteht es großartig zu täuschen, auf eine Fährte zu locken, die sich an der nächsten Ecke wieder zu verlieren scheint oder in eine andere Richtung führt. Im selben Augenblick tauchen andere Nebenstränge auf, die scheinbar losgelöst nebeneinander herlaufen, im Endeffekt aber doch zu einem gemeinsamen Strang verflochten werden, um das eigentliche Zentrum herumkreisen und erst auf den letzten Seiten einen kulminierenden Höhepunkt erfahren.

Auch sollte sich der Leser die politische Situation der damaligen Zeit vergegenwärtigen.
"Die Ohrfeige" ist ein Abstrakt der ganz persönlichen Verzweiflung Albaharis; eine Geschichte vom Kampf zwischen Gut und Böse.

Nicht zuletzt dank der großartigen Übersetzung aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann ist dieser Roman ein ausgesprochen tiefgründiges Leseerlebnis.

Fazit:
"Die Ohrfeige" ist kein fröhliches, aber ein unheimlich eindringliches Buch. Es ist ein Ausflug in die Schattenwelt der Mystik, als Flucht vor dem, was die Welt und deren Wirklichkeit war/ist.
Eine unbedingte Leseempfehlung an all diejenigen, die anspruchsvolle Literatur mögen.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein schwer ergründbares Geheimnis, 20. September 2007
Von C.Borries - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
David Albahari Die Ohrfeige Eichborn Verlag
ISBN 3821857854

In diesem Roman scheint man mit dem namenlosen Icherzähler durch ein Leben zu torkeln, das zwischen Fiktion und Wirklichkeit schwankt.
Er, dieser Icherzähler, schreibt für eine Belgrader Zeitschrift kleine Kolumnen und lebt sonst in den Tag hinein. Wir befinden uns etwa im Jahr 1998.
Gespräche mit seinem einzigen Freund Marko unterbrechen sein ansonsten planloses Leben. Die Gespräche stellen immer wieder einen Realitätsbezug her in einer teilweise fast irrealen Welt, aus der berichtet wird.

Er schildert seinem Freund eines Tages, dass er einen Mann beobachtet hat, der eine Frau ohrfeigt. Es regte ihn auf, und er wollte einschreiten; da tauchte ein weiterer Mann in einem langen Mantel auf,--und flugs war die ganze Erscheinung verschwunden.
Mit Marko diskutiert er über die Lage des Landes, über Krieg und Frieden.
Als er eine Kolumne über den Antisemitismus und Fremdenhass verfasst, den er philosophisch einbindet in den Selbsthass, der mit diesem Phänomen verbunden ist, wird er auf offener Strasse Opfer einer Schlägerattacke.
An vielen Ecken, Strassen und Fluren entdeckt er magische Zahlen und Zeichen, aus denen er etwas schließen will. Die Ohrfeige gehörte, wie er später herausfindet, ebenfalls zu einem rituellen Ereignis.
Bei seinen Aufzeichnungen versucht man, ihm zu nachzugehen.
Man sieht sich in ein düsteres Szenario hineingezogen: ist es Kafka, dem man hier in der Inkarnation des Icherzählers begegnet?
Jüdische Feste, Symbole und Signale der Kabbala werden eingeflochten und verwirren den Leser laufend.
Ist unser Icherzähler einer Intrige der politischen Mächte in die Fänge geraten?
Albahari hat ein schwieriges Buch geschrieben. Man fühlt sich zugleich angezogen von der geheimnisvollen Erzählung wie auch abgestoßen von den Grausamkeiten, die an allen Ecken zu lauern scheinen. Das Judentum und die Verfolgung sind die düsteren Geister, die man überall zu sehen glaubt.

Nicht nur die offen erlebten Ereignisse, sondern auch die geheimnisvollen Begegnungen mit einem der Kabbala mächtigen Künstler geben der Geschichte einen besonderen und einzigartig stimmenden Tenor. Es ist eine unablässige Faszination, die von der Erzählung ausgeht. Man möchte den Geheimnissen auf die Spur kommen! Der Sog des Untergangs ist überall zu ahnen.

Albahari kommt aus Serbien, einem Land, in dem Krieg und die Spaltung der Menschen nach Religion und ethnischer Zugehörigkeit zu unglaublichen Zuständen und Grausamkeiten beigetragen hat. In seinem Roman spiegeln sich Zerrissenheit und Irrglaube zugleich mit einer existenziellen Unsicherheit des ganzen Lebens. Es ist ein starkes, anziehendes und zugleich schwer erträgliches Werk.

David Albahari wurde 1948 in Serbien geboren lebt heute in Kanada.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen zusammenhangslos und ohne Überraschungsmomente, 5. April 2008
Es geht um einen Journalisten aus dem Belgrad des Jugoslawienkrieges, der eines Tages an der Donau mitansieht, wie ein Mann eine Frau ohrfeigt und dann verschwindet. Die Hauptfigur versucht der Sache nun nachzugehen und wird immer tiefer in mysteriöse Begebenheiten verwickelt, die keinen rechten Zusammenhang zu haben scheinen. Zunächst begegnet er seltsamen Zeichen und Symbolen, dann einer schönen Unbekannten, deren Reize recht gut angedeutet sind, dann wieder besucht er seinen kiffenden Freund und einen Mathematikguru, die ihm bei der Lösung des Rätsel mehr oder weniger behilflich sind, dann geht er zu Juden und vertieft sich immer mehr in die Kabbala, deren Bedeutung mir offengestanden zu vage und zu unmotiviert gewesen ist in Bezug auf die Handlung.
Normalerweise lege ich Bücher, wenn sie mich nach hundert Seiten nicht überzeugen weg. Das hätte ich hier eigentlich auch gemacht, aber ich hab dem Buch immer wieder ein Kapitel Galgenfrist eingeräumt, weil ich mir gedacht habe, irgendwas muss doch dran sein an diesem Rätsel, irgendwann muss sich doch einmal eine Spur auflösen. Stattdessen werden immer mehr Spuren aneinandergereiht, aber auf den überraschenden Zusammenhang wartet man vergebens. Es mag sein, dass er sich auf den letzten 40 Seiten befindet, aber die habe ich nicht mehr gelesen. Nicht, dass ich es nicht mag, vor Rätsel gestellt zu werden, im Gegenteil, aber eine schöne klassische Auflösung sollte schon sein, sonst wirds letzten Endes beliebig. Nun ja, positiv ins GEwicht fällt auf alle Fälle, dass ab und an ein recht pfiffiger Humor auftaucht und dass die Stimmung der Stadt schon recht gut durchschimmert. Aber insgesamt war mir das zu wenig.
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