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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Ein typischer Student entdeckt sein Japan, 18. Juli 2009
Die in diesem Buch beschriebenen Anekdoten und Umstände regen teilweise zum Lächeln, teilweise zum Kopfschütteln an. Der Autor berichtet ausschließlich aus seiner eigenen Erfahrung, so bekommt der Leser einen Einblick in den Alltag eines ausländischen Studenten in Japan fernab von den sonst immer wieder verbreiteten Geschichten über buddhistische Feste und die Erklimmung des Fujisan.
Die Darstellung selbst jedoch ist wenig ansprechend oder unterhaltsam, das Stilmittel der Ironie wird plump eingesetzt, im Stil aktueller »Comedians«. Der Autor zeigt sich selbst als jemand, der sich wie ein bockiges Kind extra den Regeln widersetzt, nur um sich ihnen zu widersetzen. Er schildert Situationen, in denen er wider sein Wissen, welches Verhalten erwartet wurde (und vermutlich zum Erfolg geführt hätte), unbedingt sein von der westlichen Mentalität geprägtes Verhalten durchsetzen mußte, offenbar rein aus Prinzip. Man wird unwillkürlich an General MacArthur erinnert, der den Japanern 1947 mit Gewalt eine Verfassung aufzwang, weil Amerika der Meinung ist, die ganze Welt habe gefälligst eine Verfassung zu haben wie die USA. Nicht viel anders klingen Christoph Neumanns Argumentationen.
... die sich gelegentlich auch in Widersprüchen verheddern. Der Leser fragt sich, warum der Autor es einerseits ausführlich bemängelt, daß Japaner immer wieder einzelne englische Wörter benutzen, für die es genauso gute japanische Ausdrücke gibt, einfach nur weil sie es chic finden, wenn er selber doch das gleiche tut, indem er immer wieder gebildet-klingen-sollende lateinische oder unverständlicherweise sogar jiddische Ausdrücke und Wendungen einfließen läßt an Stellen, die man ebensogut (oder besser) in Deutsch hätte ausdrücken können. Darüber hinaus fällt der inflationäre Gebrauch des Wortes »demokratisch« unangenehm auf, den der Autor anscheinend - somit voll im Zeitgeist - völlig mißversteht, wenn er Demokratie nicht als Volksherrschaft, sondern anscheinend etwa als »Gleichberechtigung« deutet.
Kurz und gut, auf der sachlichen Ebene ist das Buch inhaltlich interessant, auf der Ebene der Vermittlung jedoch mangelhaft. Fast von der ersten Seite an wundert sich der Leser über den Autor: Wenn er mit der japanischen Art nicht zurechtkommt, wenn ihm die Regeln nicht passen, wenn er seine Partys vermißt und ihm das Bier zu teuer ist - was macht der Kerl dann eigentlich in Japan?!
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35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gute Ergänzung zu einem Japan-Reiseführer, 3. März 2006
Christoph Neumann tritt in einer japanischen Fernsehshow auf, in der er, zusammen mit anderen Ausländern über die Besonderheiten der Japaner diskutiert. Im deutschen Fernsehen war Neumann auch schon zu sehen, in der Sendung „Voxtours“, wo er dieses Buch bewerben durfte. Sehr sympathisch wirkte er dort nicht und auch der Titel des Buchs „Darum nerven Japaner“ klingt erst einmal nicht nach einer Empfehlung für Japan-Interessierte. Aber die Auswahl an Büchern über Japan, in denen wirklich Neues steht und nicht immer nur die gleichen Klischees durchgekaut werden, sind rar, deshalb ragt dieses Buch wohltuend aus der Masse hervor. Außerdem lebt Neumann bereits seit zehn Jahren in Tokio und würde das nicht auf sich nehmen, wenn er nicht gerne in Japan wäre. Als promovierter Informatiker sollte er es nicht zu schwer haben anderswo Arbeit zu finden. Informatiker klingt vielleicht erst einmal nach einem kühl rationalen, etwas langweiligem Menschen. Neumann gibt sich aber alle Mühe, mitunter zu viel, um diesen Eindruck zu entkräften. Obwohl er stramm auf die 40 zugeht, wendet er sich in diesem Buch hauptsächlich an die Unterdreißigjährigen. Das wirkt mitunter etwas verkrampft berufsjugendlich, ist aber dennoch zu begrüßen, da deshalb viele Aspekte besprochen werden, die etwa in Reiseführern nicht vorkommen. Wohltuend sind die sprachlichen Qualitäten und der Humor des Autors, auch wenn manches Wort zu hochgestochen wirkt und nicht jeder Gag zündet, liest es sich doch durchweg angenehm. Die Qualität der einzelnen Kapitel schwankt erheblich. Zu vieles wird wiederholt und ist zu vorhersehbar. Es gibt Kapitel, die an die unseligen RTL2-Reportagen mit Titeln wie „Saufen, Sex und Sushi“ erinnern, diese konstruierten Geschichten, die nicht repräsentativ sind, aber so tun als ob. Aber das Buch enthält auch viele wertvolle Informationen über den japanischen Alltag. Wer mit dem Gedanken spielt nach Japan zu reisen oder längere Zeit dort zu leben, wird in diesem Buch viele Argumente finden, welche die Euphorie über die vermeintlich perfekte japanische Gesellschaft merklich dämpfen. „Darum nerven Japaner“ zeigt ganz bewußt nur einen Ausschnitt aus dem japanischen Alltag, nämlich den Teil, der wie der Titel schon sagt, nervt. Christoph Neumann hat kein rassistisches, kein dummes Buch geschrieben. Es wird deutlich, warum die Japaner als die Deutschen Asiens bezeichnet werden. Gerade weil es von einem Deutschen für eine deutsche Leserschaft geschrieben wurde, ist es allerdings oft gar nicht so fremdartig was Neumann berichtet. Wenn er sich etwa darüber mokiert, daß es in Japan einen Tag des Reisepasses gibt, dann ist das kein wirklicher Aufreger. Der Unterschied zu Deutschland, in dem es etwa den Tag des Bieres gibt, ist eventuell der, daß die Japaner solche Tage „ernst nehmen“, weil es ihnen wichtig ist die Regeln einzuhalten. Neumanns Bericht aus Japan erinnert streckenweise an das wilhelminische Deutschland aus „Der Hauptmann von Köpenick“. Und dann wieder an „Lost in translation“ und „Tokyo Decadence“. Ein breites Spektrum!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Wer nervt hier?, 25. Juni 2009
Begeistern konnte mich dieses Buch wirklich nicht.
Es beginnt eigentlich schon mit dem Titel: Die nervenden Japaner, kann ein Volk denn überhaupt als Ganzes nerven? Nun gut, vielleicht soll man den Titel als humorvolle Provokation oder vielleicht sogar das ganze Buch als solche verstehen.
Nun gut, ich habe mich vom Titel nicht abschrecken lassen und das Buch als Ganzes gelesen (ein Freund hat es mir geliehen).
Dabei hatte ich den Eindruck, dass man sich zwar über viele Dinge, Gewohnheiten oder Verhaltensweisen der Japaner lustig macht, aber auch nie im Geringsten versucht zu erklären, woher sie rühren oder ihre Wurzel haben. Es ist eine einseitige (meist bundesdeutsche) Sicht der Dinge und dieser eigene Standpunkt wird allzu sehr als Maßstab in diesem Buch mißbraucht, an dem japanische Verhaltensweisen gemessen werden. Von japanischer Kultur möchte ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen, etwas uns von der japanischen Kultur (sei es auch Alltagskultur) zu vermitteln, diesem Anspruch wird dieses Buch nicht gerecht. Wer sich auf einer intellektuelleren Ebene mit dem Verständnis der japanischen Seele usw. beschäftigen möchten, der sei auf die Bücher "Tokyo Tango" und "Gebrauchsanweisung für Japan" verwiesen. In beiden sind die Autoren auch Europäer (Deutsche), beiden gelingt es jedoch auf einer etwas neutraleren Metaebene über das Verhalten, den Alltag, die Kultur, ... der Japaner zu diskutieren ohne dabei die Sichtweise ihrer eigenen Herkunftskultur zu verlieren.
Eine andere Bemerkung: Je länger ich dieses Buch gelesen habe, umso mehr machte sich ein unangenehmer Beigeschmack bemerkbar und zwar, dass der Autor einfach nicht so recht zurechtgekommen ist in Japan, nicht so ganz akzeptiert worden ist (wen wundert's bei der Geisteshaltung?) und mit dem Buch sich so seinen Frust von der Seele geschrieben habe. Das mag manchen gefallen, meine Sache ist es nicht.
Ah, gerade sehe ich, dass ich dieses Buch immer noch nicht meinem Freund wieder zurückgegeben habe. Das muss ich jetzt machen, bevor ich auf die Idee komme, es anderweitig zu entsorgen.
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