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Vater, Vater lichterloh
 
 

Vater, Vater lichterloh (Gebundene Ausgabe)

von Alan Bennett (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Wagenbach (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3803131685
  • ISBN-13: 978-3803131683
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 12,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 701.968 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mr. Midgley hat seinen übermächtigen Vater oft vergeblich zum Teufel gewünscht. Nun ist es soweit. Während der Vater auf der Intensivstation hinüberdämmert, zieht sich der Sohn dessen viel zu große Hosen an und macht mit der Krankenschwester seiner Ehe den Garaus. Die Frage ist, ob sich irgend etwas geändert hat für ihn.
Pater Jolliffe hingegen muss einen Gedenkgottesdienst für den Bettgefährten der "beatiful people" von London zelebrieren. Einen Mann, den er selbst ganz genau kennengelernt hat. Die traurige Zeremonie verwandelt sich jedoch unversehens in einen überaus sinnenfrohen Dankgottesdienst, denn es kommt heraus, woran dieser Mann nicht gestorben ist. Alan Bennetts Kurzromane, seit Mitte der neunziger Jahre in England erschienen, genießen den gleichen Kultstatus wie seine Theaterstücke, die von der BBC für ein Millionenpublikum unter dem Titel "Talking Heads" gesendeten Monologe. Keiner hat das moralische Klima im heutigen England besser eingefangen und mit solch gnadenloser Komik zerlegt.
Ein großer Moralist und einer der witzigsten europäischen Gegnewartsschriftsteller ist zu entdecken.


Über den Autor

Alan Bennett, 1934 in Leeds geboren, hat in Oxford studiert und kurzzeitig auch unterrichtet. Anfang der 1960er Jahre trat er beim Edinburgh Festival auf; seitdem arbeitet er als Autor, Schauspieler und Regisseur für Theater, Radio, Film und Fernsehen.
In Großbritannien gilt er als einer der führenden Bühnen- und Drehbuchautoren, die von ihm geschriebenen TV-Serien, in einigen wirkte er auch selbst mit, mit ihren spitzzüngigen Dialogen haben längst Kult-Status erreicht. Er erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. für das Theaterstück und den darauf basierenden Film "The Madness of King George" (deutscher Titel: King George: Ein Königreich für mehr Verstand), für dessen Drehbuch er 1995 für den Oscar nominiert war. Bennetts wenige Erzählungen und seine Erinnerungen waren Bestseller

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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Den Tod einmal anders erleben, 28. Juli 2002
Von C.Borries - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
zwei skurrilen, witzigen Erzählungen wird der Tod in unserer heutige Welt mit ihren Eigenheiten aufgespießt und zum Thema gemacht.
Worum geht es ?
Die erste Erzählung behandelt die Trauerfeier für einen im frühen Alter von 34 Jahren verstorbenen Masseur.
Alle möglichen und unmöglichen Persönlichkeiten , ein buntes Gemisch aus allen Gesellschaftschichten,versammeln sich in der Kirche, um des Toten zu gedenken. Pater Jolliffe hält die Gedenkrede.
Auch er hat den Toten sehr persönlich gekannt, wie so viele der Anwesenden.
In der Menge herrscht Unruhe und Angst, denn die Todesursache ist unklar.
Da Clive ganz offensichtlich als Masseur neben den eigentlichen Gesundheitsaufgaben darüber hinaus noch andere Gelüste der Klienten befriedigt hat, steht die Vermutung im Raum , daß er an Aids gestorben sein könnte. Man spürt die wachsende Spannung, da jeder sich fragt, was der Verblichene einem jeden womöglich hinterlassen haben könnte.
Alleine die Idee, anläßlich der Trauerfeier eines Verstorbenen etwas über die Ängste, den Zustand einer bestimmten Gesellschaftsschicht, die Erleichterung bei Bekanntwerden der Todesursache zu schreiben , hat mich erheitert.

Das Ganze wird mit einer gewissen Leichtigkeit und einem skurrilen Witz dahererzählt,--wirklich, es ist unterhaltsam und aufschlußreich, intelligent und humorvoll , so daß trotz der eigentlichen Tragik der Geschichte ein Lachen bleibt.

In der zweiten , der Titelgeschichte : Vater,Vater lichterloh, wird noch drastischer die Hand auf die Wunde der Gesellschaft gelegt.
Der Vater von Midgley liegt im Sterben. Außer dem Sohn erscheint so nach und nach die ganze Familie: Bruder, Schwester, Nichte,Neffe ,Kinder und die Enkelkinder.
Die Anmerkungen und Handlungen der Besucher offenbaren, mit wieviel Heuchelei, Verlogenheit und Scheinheiligkeit dem Tod begegnet wird.
Einzig die jüngeren Kinder sind ganz unbefangen im Erledigen des Sterbens, indem sie zu ihrer Tagesordnung übergehen.
Midgley, der Sohn des Sterbenden, scheint gequält von dem Gedanken, wie er sich nun von seinem Vater verabschieden und trennen soll. Er ist die längste Zeit bei ihm, nur nicht im entscheidenen Augenblick!
Mit so viel Witz, mit dem die Hilflosigkeit und Angst vor dem Tod demaskiert wird, habe ich noch nicht über das Sterben reden hören . Es ist ein gutes, treffend beschriebenes Bild, in dem uns der Tod als das erscheint, was er ist:fremd und unerklärlich, fern den Lebenden, die sich mit Liebe, Hass und Lust beschäftigen. Der Humor, mit dem uns das alles dargeboten wird, macht den Tod verträglich , so daß der Leser schmunzelnd an eigene Erfahrungen denken mag. Das Buch sollte unbedingt jeder lesen, der dem Tod in einer leichten Aufmachung begegnen möchte.
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