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Die souveräne Leserin
 
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Die souveräne Leserin (Gebundene Ausgabe)

von Alan Bennett (Autor), Ingo Herzke (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 120 Seiten
  • Verlag: Wagenbach (28. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3803112540
  • ISBN-13: 978-3803112545
  • Originaltitel: The Uncommon Reader
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 11,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (86 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 1.465 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wer hätte gedacht, dass eine Liebeserklärung an die Queen und die Literatur so gut zusammenpassen? Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Ma'am ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus - und kommt auf den Geschmack.

Die Auswirkungen der majestätischen Leselust sind unvorhersehbar, die Grundfeste des Buckingham Palace werden jedenfalls gehörig durcheinander gewirbelt und für den Leser bleibt kein Auge trocken.


Über den Autor

Alan Bennett, 1934 in Leeds geboren, hat in Oxford studiert und kurzzeitig auch unterrichtet. Anfang der 1960er Jahre trat er beim Edinburgh Festival auf; seitdem arbeitet er als Autor, Schauspieler und Regisseur für Theater, Radio, Film und Fernsehen.
In Großbritannien gilt er als einer der führenden Bühnen- und Drehbuchautoren, die von ihm geschriebenen TV-Serien, in einigen wirkte er auch selbst mit, mit ihren spitzzüngigen Dialogen haben längst Kult-Status erreicht. Er erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. für das Theaterstück und den darauf basierenden Film "The Madness of King George" (deutscher Titel: King George: Ein Königreich für mehr Verstand), für dessen Drehbuch er 1995 für den Oscar nominiert war. Bennetts wenige Erzählungen und seine Erinnerungen waren BestsellerIngo Herzke lebt als Literaturübersetzer in Hamburg. Studium der klassischen Philologie, Anglistik und Geschichte in Göttingen und Glasgow. Er übersetzt u.a. Werke von A.L. Kennedy, Paula Fox, Rick Moody und Jay McInerny.

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115 von 146 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Ein Buch ist ein Sprengsatz, um die Fantasie freizusetzen...", 11. September 2008
Von zeilensprung - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
...diesen Satz ruft die Queen empört aus, nachdem man ihre Lektüre, die sie auf dem Weg zur Parlamentseröffnung heimlich in der Kutsche las und zwischen den Polstern versteckte, versehentlich für eine Bombe hielt.

Dies ist nur einer von vielen ironisch-heiteren Höhepunkten in einer beißend-komischen Liebeserklärung an das Lesen.
Alan Bennett hat sich "Die souveräne Leserin" ausgedacht und beglückt die Leser mit einer Hommage an das Buch.

Die englische Königin, wie wir sie alle zu kennen glauben:
Diszipliniert, freundlich und gewandt im SmallTalk über alle unverfänglichen Themen dieser Erde, versagt sie sich persönliche Vorlieben und Hobbies, um niemanden auszuschließen.
Eines Nachmittags folgt sie ihren verwöhnten Hunden in einen bislang nur sehr selten besuchten Teil ihres Schlosses und entdeckt einen altersschwachen Bus, der als mobile Bibliothek ihre Bediensteten mit Lektüre versorgt.
Mit der ihr zur zweiten Haut gewordenen Höflichkeit verlässt sie diesen Bus erst wieder, nachdem sie sich ein Buch ausgesucht hat. Dabei berät sie ein Küchenjunge, der sich bestens in der Literatur auskennt.
Als die Queen eine Woche später das Buch zurückbringt, ist auch Norman wieder da und empfiehlt ihr weitere Lektüre.
Elizabeth lässt sich auf das Abenteuer ein und findet Gefallen an den Texten, die Norman für sie aussucht und wird zu einer eifrigen und kritischen Leserin.

Doch das bringt für den in Konventionen erstarrten Hof Komplikationen mit sich. Nicht nur, dass die Queen plötzlich nur noch mit einem Auge repräsentiert (das andere gebraucht sie für ihre Lektüre) und sich nachlässiger kleidet. Sie verwickelt nun auch alle Gesprächspartner in manchmal arg peinliche Gespräche über die Literatur und wünscht plötzlich Autoren zu treffen, mit denen sie dann doch nicht so viel anzufangen weiß.
Und das ist nur der Anfang...

"Die souveräne Leserin", erschienen in der wunderschönen "Salto"-Reihe des Wagenbach Verlages, ist eine echte Leseperle.
Hier kommen Literaturliebhaber in den Genuss einer heiter-spritzigen Betrachtung über die Sprengkraft der Literatur und in ein Kabinettstückchen typisch englischen Humors.
Ein Volltreffer!
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33 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine charmante Hommage an die Leselust..., 11. Januar 2009
Von B. Schulte "Vielleserin" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
... ist dieses kleine Büchlein des britischen Dramatikers Alan Bennett. Die Queen kommt durch einen Zufall zum Lesen, und fortan bestimmt die Liebe zur Literatur zunehmend ihren Alltag. Sehr zum Missfallen ihres Kammerdieners, des Hofstaates und des Premierministers übrigens.

Das Buch zeichnet sich durch witzig-spritzige Dialoge, interessante Ausflüge in die Welt der Literatur und charmante Anekdoten aus. Mit einem leisen Lächeln kann der geneigte deutsche Leser einen Einblick in die höfische Etikette genießen, die Abläufe sind teilweise so realistisch dargestellt, dass diese Geschichte durchaus wahr sein könnte. Allerdings missfällt mir teilweise die doch etwas naiv anmutende Darstellung der Queen, und es bleibt auch nebulös, was genau eigentlich gegen ihr neues Hobby, die Literatur, spricht. Auch das Sie sich wegen des Lesens jetzt nachlässiger kleidet, scheint mir etwas an den Haaren herbeigezogen. Oder kleiden Sie sich nachlässig, nur weil Sie gerne Lesen?? Zum Ende "schwächelt" das Buch auf den letzten Seiten m.E. etwas, ich habe immer auf das "gewisse Etwas" gewartet.

Da es ausblieb, nur vier Sterne. Vielleicht viereinhalb, aber wegen einiger klitzekleiner Schwächen eben keine fünf Sterne.

Ein nettes, kleines, durchaus lesenswertes Lesevergnügen - mehr aber nicht.
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25 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Majestätischer Coup d'état, 10. Juni 2009
Von weiser111 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Eigentlich sind diese unerträglichen königlichen Welsh Corgies dran schuld, dass sich die Queen mit dem französischen Staatspräsidenten beim Dinner über Jean Genet austauschen will. Diplomatische Bredouille de luxe... Da haben diese Mistviecher wieder mal was angerichtet.

Aber der Reihe nach: Eines Nachmittags sind diese königlichen Köter beim Gassigehen der Queen ausgebüxt und haben Her Majesty schnurstracks zum Bücherbus der Bezirksbibliothek von Westminster geführt. Majestät will selbstverständlich den Bibliothekar nicht in Verlegenheit bringen. Da es sich gehört, sich in einer Bibliothek ein Buch auszuleihen, will sie sich eins ausleihen. Aber welches? Bücherlesen ist schließlich ein Hobby. Hobbys wiederum sind persönliche Vorlieben, und eine persönliche Vorliebe schickt sich nicht für ein Staatsoberhaupt, denn derlei schließt Untertanen aus, die diese Vorliebe nicht teilen. Andererseits darf man einen Bibliothekar, auch er ein Untertan Ihrer Majestät, nicht düpieren. Rat ist teuer, und den erteilt nun ein zufällig anwesender Gehilfe der Palastküche mit einer Vorliebe für schwule Autoren... Und nun nimmt das Schicksal seinen Lauf, denn die Queen wird auf ihre alten Tage von der Leidenschaft des Lesens ergriffen. Und nicht nur das: Sie entdeckt auch noch die ganz eigenen Regeln, die im Herrschaftsbereich des Lesens gelten: Vor dem Buch sind alle Leser gleich. Ob Küchengehilfe oder gekröntes Haupt; dem gedruckten Wort sind alle unterworfen, die es ergriffen hat. Ganz nebenbei steigt die Queen ihrerseits auf in der Hierarchie der Leser, und zwar von der Unterschicht der Schmachtroman-Leser zu jener Hautvolée der Klassiker-Goutierer weiter zu jenen der Anmerkungen-Festhalter und Geschmackssicheren, und noch weiter hinauf... jeder Zoll eine Königin, wie nicht anders zu erwarten. Auch wenn sie ihre Weihnachtsansprache, wäre es nach ihr gegangen, heuer auf dem Sofa ausgestreckt und mit einem Schmöker in der Hand gehalten hätte, hätte das nicht der umtriebige Privatsekretär gerade noch verhindert.

Ganz nebenbei hat dieses neue immaterielle Regime des Lesens natürlich höchst handfeste Auswirkungen aufs reale British Empire: Ein nicht eben vorzeigbarer Küchengehilfe steigt zum Missfallen des etablierten Hofstaats zum persönlichen literarischen Assistenten, auch Amanuensis genannt, der Queen auf, was wiederum eine regelrechte Lawine an Intrigen lostritt. Wo auch immer diese Lawine am Ende landen und was immer sie alles zum Vergnügen des Lesers mitreißen mag -- die Karriere des aufstiegsorientierten Privatsekretärs aus Neuseeland landet jedenfalls auf einem zeitgemäßen Schafott (dessen konkretes Aussehen soll nicht verraten werden), denn die Queen entdeckt zu Privatsekretärs Leidwesen ihre "Kernkompetenzen" auf andere Art, als von ihm vorgesehen.
Ganz nebenbei eröffnen sich der Queen Einblicke ins Privatleben einzelner Mitglieder des Wachregiments; ihr wird klar, dass man Schriftstellern besser auf den Seiten ihrer Bücher begegnet als leibhaftig (hätte sie ja auch selber draufkommen können!); der arme Bibliothekar des Westminster-Bücherbusses wird ins weniger respektable Pimlico versetzt; der Amanuensis Norman kommt unversehens zum Literaturstudium an der Universität von East Anglia; Garderobe und Pünktlichkeit (immerhin die Höflichkeit der Könige) beginnen zu leiden, was allgemein falsch interpretiert und alarmiert mit "Sie wird alt" registriert wird... Ein tattriges lebendes Very-British-Fossil des Empire wird aus Hampton Court herbeigezerrt, kann aber auch nicht den status quo ante wiederherstellen, sorgt stattdessen jedoch immerhin für des Lesers heftiges Zwerchfell-Erschüttern. Überhaupt erfährt der Leser gewisse Details über die wahren Hintergründe des ein oder anderen angeblichen neckischen kleinen Fauxpas beim königlichen Bad in der Menge. Sind halt auch nur Menschen, und nicht nur vor dem Buch allesamt gleich.

... und wer weiß, welche "Kernkompetenzen" die Queen als Nächstes in Angriff nimmt, und welche eisernen Prinzipien sie zu diesem Zweck übern Haufen zu rennen gedenkt. Der von der "souveränen Leserin" längst hingerissene Leser darf sich jedenfalls auf ihren etwas anderen ultimativen Coup d'état am Ende gefasst machen.
Und, ach so, ja, aber das wird sich der Leser eh gedacht haben: Die Handtasche der Queen ist nicht leer. Na, was hat sie da drin wohl verstaut?
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