Aus der Amazon.de-Redaktion
Machen wir uns nichts vor: In Sachen Design, Architektur und Mode ist die Zukunft längst Vergangenheit. Denn die spacigen Zeiten der 60er-Jahre mit ihren Wohneinheiten in Weltraumkapsel-Form, ihren Astronautenhelm-Lampen und Sauerstoffschutz-Sonnenbrillen sind längst perdu. Nur Collani und ein wenig Philippe Starck wagen noch die kurvige Astro-Form, und das wirkt bisweilen fast schon öde.
Der britische Journalist und Autor Sean Topham wirft einen nostalgischen Blick zurück auf jene Zeit, in der die Eroberung des Universums noch ein Abenteuer und keine Routine war. Und er schildert jene Jahre, in denen Designer, Modemacher und Architekten wie Verner Panton, Pacco Rabanne oder Sanyo Electric für ihre Entwürfe nach den Sternen griffen. Ein Ausblick auf die Retro-Wellen seit den 90er-Jahren und neue Space-Age-Modelle im 21. Jahrhundert, vor allem in der Kunst, werfen einen Blick auf den Wandel der Perspektive von uneingeschränkter Euphorie hin zu distanzierter Skepsis. Wenn Yinka Shonibare seine Fiberglas-Figuren in Raumanzügen mit Ethno-Look herumstreifen lässt, dann reflektiert das eher die Kritik am Weltraum-Tourismus denn eine wertfreie Auseinandersetzung mit dem russischen und amerikanischen Alltagsraketen-Design.
So ist Where's My Space Age? ein wunderbar runder Band zur runden Astro-Form geworden, der auch die Trash-Kultur mit einschließt. Richtig spacig. --Thomas Köster
Kurzbeschreibung
Von Bonbonpapieren und Mode bis zur Typographie und Architektur: reich illustriert mit Beispielen aus dem Hi-tech-Design bis hin zu kurzlebigen Trends wird unterhaltsam die Begeisterungswelle geschildert, die der Start des Raumfahrtzeitalters in den 50er Jahren auslöste und die die Kultur im Westen und Osten beeinflusste. Und es zeigt, wie sich das Ende der Raumfahrt in den 1980er Jahren in einer negativen Einstellung gegenüber der Zukunft in den Bereichen Kunst, Design und Gebrauchsgegenstände widerspiegelte.