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Philosophische Bibliothek, Bd.93, Theologisch-politischer Traktat: BD 3
 
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Philosophische Bibliothek, Bd.93, Theologisch-politischer Traktat: BD 3 (Taschenbuch)

von Baruch de Spinoza (Autor), Günter Gawlick (Herausgeber, Übersetzer)
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 369 Seiten
  • Verlag: Meiner; Auflage: 3., durchges. A. (1994)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3787311912
  • ISBN-13: 978-3787311910
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 12,4 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 152.275 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Traktat wurde als politische Tendenzschrift entworfen und ist ein frühes Plädoyer für die Freiheit philosophischen Denkens. Darin verteidigt Spinoza die Autonomie der Vernunft und das Prinzip der voraussetzungslosen Wissenschaft gegen staatliche Willkür und die Ansprüche der Theologie.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Trennung von Glaube und Philosophie , 12. Februar 2008
Die "theologisch-politische Abhandlung" ist vielleicht für die heutigen Leser das am wenigsten interessante Werk Spinozas, denn die höhere kritische Bewegung die Spinoza angeregt hat, machte Selbstverständlichkeiten aus den Lehren, für die Spinoza sein Leben aufs Spiel gesetzt hatte. Dennoch bleibt dieses Werk eine geistesgeschichtliche Pionierarbeit. Spinoza analysierte erstmals die heiligen Schriften nach einer modernen historisch-kritischen Methode und schränkte so absolute Wahrheitsansprüche - einschließlich einer mosaischen Verfassung - auf die Relativität der jeweiligen Zeitepochen und ihrer Wertesysteme ein. Lediglich jene allgemeinen moralischen und religiösen Prinzipien der Bibel blieben für ihn gültig, die mit einer natürlichen und vernünftigen Ethik übereinstimmten, wie die Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Frieden und Gottesliebe. Die Religion sollte als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung betrachtet werden. Einer verkrusteten, bornierten, unfehlbaren Theologenherrschaft setzte er die Selbstbehauptung eines denkenden Individuums entgegen, das sich seiner Fehlbarkeit durchaus bewusst ist: "Ich weiß, daß ich ein Mensch bin und daß ich habe irren können", schreibt einer der bescheidensten Philosophen in der europäischen Philosophiegeschichte.
In dieser Schrift geht es also vor allem um ein Plädoyer für die Gewissens- und Gedankenfreiheit ("so habe ich mir fest vorgenommen, die Schrift von neuem mit unbefangenem und freiem Geist zu prüfen..."), für religiöse Toleranz ("Ich habe mich oft darüber gewundert, daß Leute, die sich rühmen, die christliche Religion zu bekennen, also Liebe, Freude, Frieden, Mäßigung und Treue gegen jedermann, dennoch in der feindseligsten Weise miteinander streiten und täglich den bittersten Haß gegeneinander auslassen, so daß man ihren Glauben leichter hieran als an jenen Tugenden erkennt.") und für die Trennung von Theologie und Philosophie/Vernunft ("Diejenigen sind also ganz und gar auf falschem Wege, die die Autorität der Schrift mit mathematischen Beweisen darzutun versuchen.").
Die Hauptthese des Werkes besagt, dass die Sprache der Bibel absichtlich metaphorisch oder allegorisch sei, dass man sie also nicht wortwörtlich nehmen darf, was leider christliche Fundamentalisten immer noch tun. Nicht nur weil sie der orientalischen Neigung zu großer sprachlicher Farbigkeit und Ausschmückung und zu übertriebenen Ausdrücken und Schilderungen unterworfen ist, sondern auch weil die Propheten und Apostel, indem sie ihre Lehren durch Anregung der Einbildungskraft zu verbreiten suchten, gezwungen waren, sich der Aufnahmefähigkeit und den Anlagen des Volksgeistes anzupassen, bediente man sich jener metaphorischen Sprache. "Da die Bibel zuerst für ein ganzes Volk und später für das ganze Geschlecht offenbart wurde, so mußte ihr Inhalt der Fassungskraft des niederen Volkes angepasst werden", schreibt Spinoza. Die Bibel "will nicht die Vernunft überzeugen, sondern die Einbildungskraft und das Gefühl der Menschen erregen und beschäftigen." Daher die Unmenge von Wundern und wiederholten Erscheinungen Gottes im Alten und Neuen Testament. Die gläubigen Menschen gefallen sich in der Vorstellung, dass Gott für sie die Ordnung des natürlichen Geschehens durchbreche, "denn die Menge glaubt, daß sich die Macht und Vorsehung Gottes dann am deutlichsten offenbare, wenn etwas Ungewöhnliches in der Natur geschieht." So erfanden die Juden eine wunderbare Deutung für das Längerwerden der Tage, um andere und vielleicht auch sich selbst davon zu überzeugen, dass sie die Lieblinge und Auserwählte Gottes seien. Nüchterne und genaue Darlegungen bewegen das Gemüt der Menge nicht. Auch die Apostel nahmen aus demselben Grund Zuflucht zu den Wundergeschichten. All dies bestätigt nur die Ansicht von Spinoza, dass die Bibel "nichts Philosophisches, sondern allein die Frömmigkeit lehrt."
Auf Grund dieser Einsicht gedeutet, enthält die Bibel nichts, sagt Spinoza, das der Vernunft widersprechen würde. Wörtlich genommen ist sie aber voll von Irrtümern, Widersprüchen und offenkundigen Unmöglichkeiten, genau wie die Behauptung, dass die fünf Bücher Mosis von Moses geschrieben seien. Spinoza ist sich natürlich dessen bewusst, dass das gläubige Volk stets nach einer bilderreichen, märchenhaften und mit dem Glorienschein des Übernatürlichen geschmückten Religion verlangen wird, als Philosoph aber kann er sich diesem Aberglauben nicht beugen. Der Philosoph weiß, dass Gott und die Natur dasselbe Wesen sind, das notwendig und unwandelbaren Gesetzen gemäß handelt. Er weiß, dass in der Bibel "Gott nur entsprechend der Fassungskraft der Menge und aus bloßer Schwäche des Verstandes als Gesetzgeber und Fürst geschildert und gerecht und barmherzig genannt wird; daß in Wirklichkeit Gott alles nach seiner Natur... leitet und seine Beschlüsse und Gebote ewige Wahrheiten sind."
Da Spinoza ein entschiedener Gegner von Leichtgläubigkeit, Vorurteilen, und Streitereien um spekulative Dinge in den Religionen ist, wünscht er sich von einem gerechten Staat Staatsgesetze, wo "nur Taten gerichtet, Worte aber straffrei gelassen" werden. Für die Gegenwart bedeutet das die Abschaffung des Gotteslästerungsparagraphen.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Lesenswert, 18. Januar 2006
Von Peter (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Gott offenbart sich Spinoza gerade dadurch, dass er keine Wunder wirkt. Im vorliegenden Buch, das sich "gegen die Vorurteile der Theologen" richtet, unterzieht der Verfasser theologische Wahrheiten einer rationalen Analyse. Neben Prophezeiungen, Wundern, und der Heiligen Schrift, wird auch das Verhältnis von Glaube und Philosophie diskutiert. Das Buch liest sich angenehm, ist spannend und amüsant. Ich empfehle es auf jeden Fall.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Religion für Vernünftige, 9. November 2007
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Christ ist, wer Gott ehrt und das Gesetz der Nächstenliebe achtet. Punkt. Was jemand darüber hinaus denkt, ist seine Sache, und niemand hat ihm diesbezüglich etwas vorzuschreiben, auch nicht der Papst. Würde man die Religion strikt auf diese Grundlage reduzieren, könnten Kriege vermieden werden, und zwischen den Menschen würden Friede und Harmonie einkehren. Dies hat Spinoza vor gut 400 Jahren geschrieben, und leider kann man heute nicht behaupten, dass die Forderung überholt wäre. Die Zahl der Kriege, die aus religiösen (oder zumindest religiös verbrämten) Gründen geführt werden, hat sich kaum verringert. Noch immer ist die Stimme der Vernunft machtlos, wenn fundamentalistische Eiferer aller Couleur Hass predigen, und noch immer bleibt Spinozas Ziel der freien Meinungsäußerung vielerorts ein Wunschtraum. Sein "Theologisch-politischer Traktat" ist trotz seines Alters und bei aller historischen Bedingtheit aktuell geblieben. Für die Diskussion um Religion und Politik bietet er reichlich Zündstoff, auch wenn es dem Autor keineswegs um Polemik ging  sondern darum, endlich der Vernunft zur Herrschaft zu verhelfen.
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5.0 von 5 Sternen Erhellung des Buchs der Bücher
Spinozas Traktat ist die älteste und schönste "Entmythologisierung" der Bibel.
Politiker dürfen im Traktat eine Lobpreisung der Demokratie sehen, die heute noch Gültigkeit... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. November 2007 von Ernst-Gust Krämer

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