Kurzbeschreibung
Dieses Buch wendet sich an alle, die Bildende Kunst als eine Tätigkeit verstehen wollen, die sich nicht einer unerklärlichen Inspiration verdankt, sondern gelernt werden kann. Es geht der Frage nach, wie diese Tätigkeit dementsprechend auch gelehrt werden könnte. Zunächst zeigt der Autor, daß eine solche Lehre sich nicht mehr auf die kunsttheoretischen Annahmen stützen kann, von denen sich die Kunstpädagogik unseres Jahrhunderts in aller Regel leiten ließ. Künstlerischer Erfolg wurde dabei stets daran gemessen, in welchem Maße bestimmte - angeblich allgemeinverbindliche - Maximen gelungener Gestaltung von Fall zu Fall zur Geltung kamen. Dafür stehen hier das Werk und die Lehre von Johannes Itten. Die Allgemeingültigkeit solcher Normen wurde aber durch die Entwicklung der modernen Kunst selbst zunehmend in Frage gestellt. Deshalb kann der Autor, um eine veränderte Auffassung von künstlerischem Lehren und Lernen zu begründen, exemplarisch auf die Praxis von Künstlern wie Kandinsky, Albers und Klee verweisen, die sowohl in ihrer eigenen Malerei als auch in ihrer Lehrtätigkeit, vor allem am Bauhaus, eine neue undogmatische Weise der Ausbildung künstlerischer Tätigkeit vor Augen geführt haben. An Beispielen wird erläutert, wie die genannten Künstler sich selbst und andere mit bildnerischen Problemen konfrontierten, obwohl sie dabei nicht länger auf eine vorher festgelegte Methode zu ihrer Lösung vertrauen konnten. So wird deutlich, daß Kompetenz in der künstlerischen Praxis gerade nicht auf der Anwendung definitiver Methoden beruhen kann, sondern auf der Fähigkeit, Orientierungen dieser Praxis im selbstkritischen Umgang mit ihr selbst zu ermitteln.