Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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69 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Das richtige Buch zur richtigen Zeit! Kein Thriller, aber Infotainment vom Feinsten., 17. Februar 2007
"Amerika steht kurz vor technologischen Durchbrüchen, die uns in die Lage versetzen, unabhängiger vom Öl zu leben. Diese Technologien werden uns helfen, bessere Hüter unserer Umwelt zu sein - und sie werden uns helfen, der ernsthaften Herausforderung des globalen Klimawandels zu begegnen" erklärte George W. Bush in seiner Rede zur Lage der Nation Ende Januar 2007. Wenige Tage später erscheint beim Lübbe-Verlag Andreas Eschbachs neuer Roman "Ausgebrannt", in dem Eschbach die Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Erdöl thematisiert und sich mit der Frage auseinandersetzt, was geschehen kann, wenn die Menschheit vor der großen Herausforderung steht, dass das Ende des Erdölzeitalter bevor steht.
Der junge Markus Westermann träumt seit seiner Kindheit davon, dass für ihn der amerikanische Traum in Erfüllung geht. Als er beruflich die Möglichkeit bekommt, einige Monate für seinen bisherigen Arbeitgeber in Amerika zu arbeiten, nimmt er sich vor, seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Als er während seines Aufenthalts den alten Öltechniker Karl Walter Block kennen lernt, der überzeugt ist, dass die Erde noch genug Öl für die nächsten tausend Jahre birgt und er die Methode kennt, dieses Öl zu finden, sieht Markus seine Chance gekommen mit anderer Leute Ideen und anderer Leute Geld sein Glück zu machen. Er gründet mit Block eine Firma und beide gelangen in kürzester Zeit zu Berühmtheit. Als in Saudi-Arabien das größte Ölfeld der Welt versiegt, liegen die Hoffnungen auf Block und Westermann, aber die Saudis setzen alles daran, die Wahrheit zu vertuschen. Nicht nur im Nahen Osten kommt es zu Unruhen. Das Ende der Welt und der Weltwirtschaft, wie wir sie heute kennen, bahnt sich an. Markus Westermann arbeitet fieberhaft daran, das zu verhindern und die Veränderung der Welt zeigt auch bei ihm ihre Wirkung...
"Ausgebrannt" wird bereits auf dem Cover als Thriller ausgewiesen. Die Kriterien eines Thrillers erfüllt der Roman definitiv nicht. Allerdings ist Eschbachs Roman auch nur schwer den bekannten Roman-Genres zuzuordnen. Die Leistung Andreas Eschbachs liegt darin, dass er eine Vielzahl von Informationen rund um das Erdöl, von seiner Gewinnung, über seine Verarbeitung bis zur Verwendung, aber auch die Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Öl aufbereitet und den Lesern quasi auf dem Silbertablett, verpackt in einer unterhaltsamen Romanhandlung, serviert.
Seinen Roman gliedert Andreas Eschbach in zwei Teile, deren Sprache durchgängig leicht, eher nüchtern und flüssig ist. Der erste Teil erzählt in mehreren Zeitebenen und aus der Sicht verschiedener Personen, deren Verbindungen miteinander dem Leser erst im Laufe der weiteren Handlung klar wird, was bis zum Zusammenbruch des größten Ölfelds der Welt in Saudi-Arabien geschieht. Dabei führt uns Eschbach deutlich vor Augen, dass wir in der heutigen Konsumgesellschaft leben, als ob die Ressource Erdöl unerschöpflich wäre, und den meisten von uns das Bewusstsein über die Bedeutung des Öls in unserer Gesellschaft fehlt. Nur gelegentlich geraten ihm Passagen, die eine Vielzahl von Informationen beinhalten, etwas lehrbuchhaft. Der zweite Teil ist den Veränderungen der Welt mit der beginnenden Ölknappheit gewidmet und Markus Westermanns Suche nach einer Lösung. Dieser Teil, der nur in einer Zeitebene erzählt wird, liest sich deutlich flüssiger als der erste Teil, auch die Handlung wird zunehmend temporeicher und gewinnt durch einige sehr spannende Passagen. Leider enthält das Ende des Romans einige Szenen und Wendungen, die ich als unnötig empfand. Gelegentlich mag es erscheinen, als ob Andreas Eschbach vieles nicht abschließend bearbeitet und diskutiert. Ich empfinde dies aber als positiv, da der Leser so Anstöße zum eigenen Recherchieren und Nachdenken erhält.
Die Charaktere des Romans entwickeln sich mit der Veränderung der Welt; manche scheinbar intelligente, souveräne und starke Person zeigt sich der Krise nicht gewachsen, manche eher zurückhaltende, unscheinbare Person entdeckt im Wandel erst ihre Fähigkeiten. Auch der Protagonist, dessen Charakter zunächst recht klischeehaft erscheint und den man daher auch eher leicht belächelt, macht im Laufe der Handlung eine persönliche Entwicklung.
"Ausgebrannt" von Andreas Eschbach ist kein herkömmlicher Thriller, sondern ein sehr gut geschriebener und informativer Unterhaltungsroman mit einem im wahrsten Sinne des Wortes brandaktuellen Thema - Infotainment vom Feinsten.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbares, großartiges Hörbuch, 26. April 2008
Was für ein großartiger Roman.
Zunächst die Erzählweise: durch ein anfänglich etwas ungewohntes Springen zwischen Gegenwart und Vergangenheit und frühe Vergangenheit erhält man vorläufig ein nur unvollständiges Bild, um was es eigentlich geht. Der Romanaufbau ist aber derart geschickt angelegt, dass gerade hierdurch von Anfang an Spannung entsteht. Es tauchen Figuren auf, die nur schwer einzuordnen sind und am Ende eine ganz andere, positivere oder wichtigere Rolle spielen, als man dies zu Beginn gedacht hat.
Dann die Geschichte selbst: ganz grob umrissenen geht darum, was mit unserer Erde/Zivilisationen geschieht, wenn das Erdöl ausgeht. Dabei handelt es sich nicht um einen Moralapostel-Roman, sondern um eine äußerst spannende, teilweise höchst wissenschaftlich anmutende, absolut nachvollziehbare Geschichte mit einem einigermaßen versöhnlichen Ausgang.
Erzählt wird der Werdegang des Markus Westermann, der, aus Deutschland kommend, in den USA Karriere machen will und sich zunächst als unsympathischer Ehrgeizling präsentiert. Er kommt mit dem großen Geld in Berührung, will mit einem vermeintlichen Erdölexperten auf eine bis dahin unbekannte Weise neue Ölquellen erschließen, erleidet Schiffbruch, kommt fast ums Leben, und schafft es, am Ende für eine Überraschung zu sorgen, die hier nicht verraten wird. Der amerikanische Geheimdienst spielt eine nicht unbedeutende Rolle, die Saudis mischen mit, der milliardenschwere Vater der Geliebten von Markus versucht mitzumischen und vieles mehr.
Der Roman verbindet sehr geschickt den realen Teil der Erzählung, die heute existierende Welt, die wir kennen, mit dem fiktiven Teil, der sich damit befasst, was alles passiert, wenn keine ausreichende Energie mehr da ist und das gewohnte Leben, sehr schön dargestellt an den Lebensumständen der Geschwister von Markus in Deutschland, völlig umgekrempelt wird.
Bereits das Hörbuch hat mir unglaublich gut gefallen. Ich werde etwas Zeit ins Land gehen lassen und dann auf alle Fälle noch das Buch lesen.
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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartiges Werk mit kleinen Mängeln, 12. März 2007
KURZ:
"Ausgebrannt" ist einer der besten Wirtschafts-/Wissenschaftsthriller, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ich kann es jedem empfehlen, der sich für großformatige Thriller begeistert und auch vor recht viel Lehrstoff nicht zurückschreckt.
LANG:
Man nehme eine brisante Grundidee, einen genialen Plot, tolle Charaktere, dazu noch einen Schuss Lehrbuch und ein paar bewährte Eschbachigkeiten - fertig ist ein Welthit.
Die Geschichte ist mitreißend, aufrüttelnd, dramatisch, melancholisch und erzeugt dieses wundervolle Kribbeln auf dem Rücken, dass nur wenige Bücher schaffen. Wenn man nach manchen Kapiteln auf der Veranda dem Sonnnenuntergang hinterschaut und über die Andeutungen dieses Buches und die Folgen nachdenkt, dann ist das ganz großes Kino.
"Ausgebrannt" ist eine typische Hätten-wir-mal-früher-was-gemacht-Geschichte, wie sie mit anderem Thema von vielen Autoren und Filmemachern (Emmerich!) gerne erzählt wird. Doch verglichen mit Eschbach wirken Chrichton&Co einfach nur kitschig und plump. Selten habe ich in diesem Genre solch fein herausgearbeitete Figuren und Handlungen erlebt. Eschbach verbindet zudem gewaltige Weltereignisse gekonnt mit dem Leben des "kleinen Mannes" und kann dadurch diese Geschichte erzählen, ohne unpersönlich zu werden.
Der Autor erzählt die Handlung in verschiedenen Strängen (hauptsächlich vier plus kleinere Einschübe), auf mehreren Zeitebenen und mit Verbindungen untereinander. Der eigentliche Hauptteil wird in einer Rückblende erzählt, die irgendwann mit der Gegenwart zusammenläuft. Das hört sich verwirrend an, das Buch liest sich aber flüssig und man verliert nicht den Faden. Trotzdem sollte man das Buch am besten an wenigen Tagen in einem Rutsch durchlesen.
Inwiefern die gewaltigen Probleme, die laut Eschbach einzutreffen drohen, realistisch sind, weiß ich nicht. Aufgerüttelt hat mich das Buch aber allemal. Einige Schlussfolgerungen erschienen mir jedoch reichlich übertrieben, andere wiederum fehlten mir ganz. Zum Beispiel wird der Klimawandel komplett ignoriert, was vermutlich jedoch den Rahmen dieses Romans gesprengt hätte.
Sauer aufgestoßen sind bei mir einige Deus ex machina-Situationen, Logikfehler und äußerst unwahrscheinliche Zufälle. Auch werden nicht alle Handlungsstränge am Ende sauber aufgelöst, was ein Gefühl der Leere hinterlässt. Man erfährt später beiläufig, das diejenigen tot seien und das war's dann. Manche Einzelheiten, die anfangs wichtig erscheinen, werden später gar nicht mehr erwähnt.
Der Roman braucht zudem recht lange, um ordentlich in Schwung zu kommen und verliert sich auf den ersten paar hundert Seiten in teilweise spannenden, teilweise aber auch unnötigen Details. Wer will denn wirklich wissen, wie genau nun dieses oder jenes Teil eines Bohrturms genannt wird? Besonders in der Mitte des Buches geht ein bisschen die Luft raus und man hat das Gefühl, der Autor traut sich irgendwie nicht an den großen "BANG!" heran. Doch das weiterlesen lohnt sich und im letzten Viertel des Buches - welches schon fast ein Buch für sich ist - hätte ich mir eigentlich ein paar Seiten mehr gewünscht.
Trotz der letztgenannten Minuspunkte bekommt dieses Katastrophenepos gerade noch 5 Sterne von mir. Fazit: Kaufen!
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