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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Barkers Blutbücher: Fernab des Mainstream-Horrors, 22. Oktober 2008
Clive Barkers Bücher des Blutes passen nicht in das traute Bild gewöhnlicher Horror-Fans, die alle Werke von King verschlungen haben und nun begeisterte Mitglieder im Roland-Fanclub sind. Barker ist anders, seine Blutbücher sind es.
Das liegt vor allem an zwei wesentlichen Merkmalen:
1. Zum einen hält er sich kaum mit Vorgeschichten und Hintergrundinformationen auf. Er reißt den Leser schonungslos in die Handlung der jeweiligen "Short-Story" und traktiert ihn fortan konsequent mit wechselnden Aufgabestellungen, derer man sich im Augenblick der Lektüre kaum gewahr wird.
Während die eine Aufgabe vorsieht, der selbstverständlichen Schilderung nackter Brutalität und ekelerregender Szenen blindlings zu folgen, ermutigt eine andere ständig, selbst mitzudenken. Barker erzählt kalt, lieblos, aber auf eine intellektuelle Art und Weise. Stephen King, der Barker übrigens in den höchsten Tönen lobte, schreibt gänzlich anders. Er lässt sich Zeit und generiert Angstgefühle aufgrund einer vorher schwer erarbeiteten Beziehung zwischen Leser, Schauplatz und dem Protagonisten. Darauf verzichtet Barker hingegen. Er schnappt seine Leser, zerrt sie in den Augenblick und spuckt sie danach wieder aus. Da sitzt man nun mit sich allein und dem, was man gerade erlebte ...
2. Zum anderen wählt Barker Wort und Syntax unnachahmlich. Kings (und ich führe ihn auf's Neue an, weil viele seine Bücher kennen und sich daran gut orientieren können) narrative Möglichkeiten sind - ganz wertfrei - beschränkt. Er verlässt sich auf seinen Arbeitseifer und die schier unerschöpflichen Tiefen seiner Phantasie. Barker alterniert gar beispiellos zwischen täuschend echt wirkenden Soziolekten, deren Insignien Schlagfertigkeit und Zynismus zu sein scheinen, und eleganten, fast künstlerischen Satzgeflechten, was seine bizarren Einfälle und Ideen noch einmal karikiert.
Die Blutbücher (wovon das erste nicht unbedingt das beste ist) sind für all jene, die gerne Romane lesen und es gewöhnt sind, sorgsam zum Augenblick der letzten Spannung geleitet zu werden, genügend Zäsuren zum Verschnaufen zu erhalten und jede Kleinigkeit serviert zu bekommen, nichts. Wer sich nicht scheut, selbst einzusteigen und eine Achterbahnfahrt mit dem "Mitternachtsfleischzug" zu wagen, sollte es einfach versuchen. Es gibt definitiv nichts Vergleichbares ...
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht vor dem Einschlafen lesen!!, 24. April 2006
In der ersten dieser drei abgeschlossenen Geschichten geht es um einen jungen Mann, der sich als Medium ausgibt, um an Geld und Ruhm zu gelangen. Zunächst scheint sein Plan aufzugehen. Seine Auftraggeberin hat nicht nur an ihm Gefallen gefunden, sondern auch an seinem Schauspiel, dass sie jedoch noch nicht durchschaut. Bald werden die beiden, besonders aber er selbst, von den herbeigerufenen Geistern eingeholt...
Die nächste Geschichte handelt von einem Sachbearbeiter, der eines Abends spät in die New Yorker U-Bahn steigt und Zeuge eines unfassbaren Verbrechens wird. Gleich mehrere Fahrgäste werden auf bestialische Weise ermordet und zum ausbluten an den Haltegriffen aufgehängt. Die U-Bahn befindet sich mittlerweile in einem scheinbar stillgelegten Bahnhof. Kurz bevor die Flucht des Mannes gelingen kann, begegnet er auch noch dem grausigen Hintergrund des erlebten Massakers...
Zu guter letzt lernen die Hörer einen Mann kennen, der seit mehr als 10 Jahren mit einem Dämon leben muss. Dieser Dämon ist mehr als ein Poltergeist - er ist wild entschlossen, den Mann zu zerstören, darf ihn aber nicht direkt berühren. Der Mann ist sich jedoch der Anwesenheit des Dämons bewusst und mindestens genauso fest entschlossen, sich aus dessen teuflischen Fängen zu befreien. Als seine beiden Töchter zu Besuch kommen, steht der Showdown kurz bevor...
Clive Barkers Stil ist mehr als beeindruckend! Dieses Hörbuch sorgt selbst bei eingefleischten Thriller-Fans für eine nicht enden wollende Gänsehaut. Durch den subtilen Humor, der trotz des Horrors vorhanden ist, erhalten die Geschichten eine ganz besondere Note.
Auch der Sprecher Matthias Köberlin, liest diese Grausamkeiten beinahe beiläufig und unterstützt die ohnehin vorhandene Gruselstimmung perfekt.
Für Menschen mit starken Nerven sehr empfehlenswert - aber nicht vor dem Einschlafen!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Origineller Horror, 11. Juni 2007
Mit den Kurzgeschichten von Clive Barker ist es wie mit den Horrorstories von H.P. Lovecraft - irgendwie einfach mal was anderes. als der Rest. Wobei ich die Barker Stories auf dieser CD noch origineller fand, als die Lovecrafts, bei denen der Ekelfaktor und die Befremdlichkeit der Geschichten noch höher angelegt sind und mir auch manchmal (fast) zu viel sind. Jedenfalls vermute ich, dass, wem der eine Autor zusagt, auch den anderen mag.
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