Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eine Saison für Mörder, 27. Juli 2009
Um es vorneweg zu sagen: Wer nach dem bereits eher gemächlichen Erstling "Mord ist aller Laster Anfang" nun gehofft hat, dass im zweiten Band das Tempo stark angezogen wird, der irrt.
Ann Granger bleibt auch hier ihrem Konzept treu und baut ihren Plot langsam auf. Für viele heutige Leser wohl sicherlich zu langsam, aber es handelt sich halt um einen Landhauskrimi. Und da steht packende Spannung nun mal nicht im Vordergrund. Eine Steigerung gegenüber ihrem Debütwerk ist aber dennoch anzumerken. Nicht nur, dass die Atmosphäre der ländlichen Umgebung besser herausgearbeitet wird, auch die Figuren wirken nun um einiges lebendiger als die hölzernen Vorgänger aus Band eins.
Seither sind mittlerweile 18 Monate vergangen. Meredith Mitchell, Diplomatin im Auswärtigen Dienst, welche im ersten Fall auf Heimaturlaub in England war, ist nach Hause beordert worden und hat in Pooks Common, einem kleinen Dörfchen nahe Bamford, eine vorübergehende Bleibe gefunden. Die Idylle und die Abgeschiedenheit scheinen ideal zur Erholung, wäre da nicht ein gewisser Alan Markby, Chefinspektor bei der örtlichen Polizei, der gern an Vergangenes anknüpfen und dafür ausgiebigst die anstehenden Weihnachtstage nutzen möchte. Was Meredith anfangs etwas stört, stellt sich bald als Segen raus, denn Pooks Common ist ein verschlafenes Nest und nicht nur aufgrund der Nähe zum sumpfigen Gemeindeland etwas unheimlich. Außer ihr selbst wohnen nur noch 5 andere Menschen in dem Ort, darunter auch Harriet Needham. Ein streitlustiger, impulsiver Rotschopf aus dem Cottage gegenüber, mit der sich Meredith schnell anfreundet. Bevor sie die Frau jedoch besser kennen lernen kann, geschieht bei der traditionellen Bamforder Weihnachtsjagd ein Unglück. Harriet fällt wie ein Sack vom Pferd und stirbt noch an Ort und Stelle. Ein junger Umweltaktivist hatte zuvor ihr Pferd zum Scheuen gebracht. Merediths Zweifel sind geweckt. War es ein Unfall? Wenn ja, warum sah Harriet so kränklich aus?
Fragen, die Ann Granger sehr lange unbeantwortet lässt, was Freunden von einem schnellen Handlungsaufbau wohl zur Verzweiflung bringen dürfte. Hinzu kommt, dass besagter Sturz auch erst nach gut 150 Seiten passiert. Bis dahin ergeht sich die Autorin in erster Linie in der Beschreibung des Dorfs und ihrer Bewohner ... und zeigt hier ihre Stärken. Bereits nach wenigen Seiten entwickelt sich eine gewisse Atmosphäre, fühlt man sich mittendrin in Pooks Common, mit seiner etwas schaurigen und doch kuscheligen Landhaus-Atmosphäre. Die nicht selten skurillen Figuren scheinen zwar einem vergangenen Jahrhundert zu entstammen, sorgen deswegen aber für typisch englische Stimmung. Ehe man sich versieht, hat man es sich im Sessel mit Earl Grey und Butterkeksen bequem gemacht. Wenn juckt es da, dass das Verbrechen etwas auf sich warten lässt?
Natürlich rauft man sich zwischenzeitlich die Haare, wenn sich besonders in der Beziehung zwischen Alan und Meredith (dessen Beschreibung mir persönlich hier zuviel Platz einnimmt) kaum was tut, die zwei ständig aneinander vorbeireden. Man fühlt sich genötigt anzuschieben, nachzuhelfen, worunter der Lesespaß allerdings nicht wesentlich leidet. Logisch übrigens, dass es sich bei dem Unglücksfall natürlich im Nachhinein um ein Verbrechen handelt. Dessen Auflösung wirkt aber schlüssig und ist sogar sehr spannend in Szene gesetzt worden. Fairerweise muss man jedoch (auch als Fan dieser Reihe) sagen, dass da im nächsten Band hinsichtlich der kriminalistischen Elemente mehr kommen muss. Spannung ist hier, darüber sollte man sich vorher im Klaren sein, Mangelware.
Insgesamt ist "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" ein beschaulicher, langsamer Landhauskrimi, der eine deutliche Steigerung zu dem Erstling darstellt und all denjenigen zu empfehlen ist, die die Stimmung des ländlichen Englands lieben und Spaß am Raten und Miträtseln haben. Ein Tipp für alle Freunde von Dorothy L. Sayers, Martha Grimes und Co. Und die perfekte Lektüre für die Vorweihnachtszeit.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Besser als Teil 1, aber..., 25. Februar 2008
...leider auch hier mangelt es an einigen Kleinigkeiten. Wer gerne Autoren wie Ian Rankins, Mark Billingham, Stuart MacBride, P.D. James liest wird hier arg enttäuscht. Die Grundstory ist vom Aufbau her eher seicht, die Personen kommen einem bis zum Ende nicht richtig nah. Außer vielleicht Alan Markby dessen Liebe zu Pflanzen schon fast etwas rührendes hat, jedoch als Mann eher nicht unbedingt überzeugend daherkommt. Denn mal ganz ehrlich, wer würde diese unentschlossene, verschrobene Meredith Mitchell schon freiwillig haben wollen? Ständig ist sie am nörgeln, zieht einen Flunsch und kann sich nicht für eine Beziehung entscheiden. Jeder vernünftige Mensch würde sich von dieser lästigen, nervigen Person mit einem Schauder des Grausens abwenden und schnellstmöglich beide Beine in die Hand nehmen. Doch hier bauscht die Autorin das nicht vorhandene Beziehungsleben der beiden Hauptakteure zu einer geradezu linkischen pubertär erscheinenden Geschichte auf die eigentlich doch schon im zweiten Roman eher uninteressant wird. Zweites Hauptthema in der ausufernden Problemwelt Meredith Mitchells war dann in diesem Band der Beginn ihrer Tätigkeit in London nach Neujahr und auch hier kam immer häufiger der Verdacht auf das diese Frau absolut Lebensunfähig ist. Sie jammert über das frühe Aufstehen, die weite Fahrt, den Berufsverkehr, die wenig Freizeit, den Bürojob usw. usw. Aber hallo, angeblich soll diese Person eine Konsulin gewesen sein? Laut erstem Buch in Ungarn, doch auch dort möchte ich behaupten haben Botschafter und Kosule eine andere Lebenseinstellung und vor allem ein wenig mehr Rückgrat. Ihre ganze Art erzeugt in mir einfach nur ein unterschwelliges Gefühl von Antipathie. Nicht unbedingt das was einen Leser dazu animiert weitere Bücher dieser Reihe zu kaufen.
Ich halte diesem zweiten Roman zu Gute das der Schreibstil doch schon um einiges ausgefeilter war und mancher Charakter besser beschrieben wurde. Allerdings sprang der endgültige Funke noch nicht über. Es handelt sich hier eher um einen Banalkrimi und nicht um die schwere englische Krimikost die ich eigentlich bevorzuge.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Solide Hausmannskost, 12. Mai 2004
Die Handlung ist stimmig und kann fesseln, die Charaktere sind etwas überzeichnet, insgesamt aber lebendig. Allerdings hätte eine der wesentlichen Figuren etwas mehr Profil vertragen.
Größter Malus: fünfzig Prozent der Titelhelden nerven. Spätestens nach dem zweiten Einblick in Meredith Mitchells Gefühlsleben kann man die entsprechenden Absätze überfliegen, ohne etwas zu verpassen - es wiederholt sich alles.
Fazit: solider Krimi, der streckenweise zwar etwas «bemüht» daher kommt, insgesamt aber wirklich unterhaltsam ist. Empfehlenswert für den Strand. Angesichts des Anspruchs an solche Bücher wohl näher an vier Sternen als an drei.
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