Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
DerKonflikt einer jungen Frau mit Ihrer persönlichen Umwelt., 29. November 1999
Von Ein Kunde
Rezension von Marcus Stolle:Rezension zum Roman „Wie kommt das Salz ins Meer" In dem Roman „Wie kommt das Salz ins Meer" schildert Brigitte Schwaiger den Konflikt einer jungen, schüchternen und tatenlosen Frau gegenüber ihrer persönlichen Umwelt, die sehr konventionell eingestellt ist. Die Erzählerin wächst in einer nach außen hin gutbürgerlichen Familie auf und wird immer wieder in neue, ungewollte Rollen gedrängt. Als Kind musste sie ihrer Mutter zu Liebe lange Haare tragen, denn ihre Mutter hatte als Kind immer kurze Haare tragen müssen. Als die Erzählerin erwachsen wird, studiert sie nur auf den Wunsch des Vaters. Ihre Familie zwingt sie förmlich dazu, einmal mehr gegen den eigenen Willen zu handeln, indem sie Rolf, einen Diplomingenieur, heiraten soll. Die Erzählerin versucht ihrerseits aus diesen Rollen auszubrechen. Sie will etwas Neues erleben, eigene Erfahrungen sammeln und geht eine Affäre mit Albert ein, in der sie aufblüht. Von dieser Affäre erhofft sie sich mehr, doch auch dieser Wunsch bleibt ihr versagt. Sie hat Angst davor, auf eigenen Füßen zu stehen und für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und weiß nicht, ob sie Rolf verlassen soll oder nicht. Brigitte Schwaiger zieht den Leser mit einer etwas ironischen, abwechslungsreichen und spannenden Erzählweise in den Bann. Sie schildert und verarbeitet in ihrem Roman einen Teil ihres eigenen Lebens und bringt ihre eigenen Erfahrungen mit in die Geschichte ein. Der Roman „Wie kommt das Salz ins Meer" hat mir einen für mich bisher unbekannten Einblick in das Leben von Frauen ermöglicht, die zur Zeit der fünfziger Jahre in solchen konventionell eingestellten Familien aufgewachsen sind, in diesem „Fall" in Österreich. Mir persönlich hat der Roman sehr gut gefallen, ich kann diesen Roman jedem interessierten Leser empfehlen, denn er ist kurzweilig und abwechslungsreich.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Atemloses Lamento, 18. Juni 2008
1977 war "Wie kommt das Salz ins Meer?" ein Sensationserfolg, der für mehrere Hunderttausend verkaufte Exemplare sorgte. Jetzt, nach gut dreißig Jahren, kann man feststellen, dass die Wirkung und die Nachhaltigkeit des Romans nicht verloren gegangen ist.
Bekanntlich geht es um eine junge Frau, die in einem kleinbürgerlich-spießigen Milieu weder durch Ehe noch durch Freunde/Familie/Liebhaber ein glücklicher Mensch werden kann. Die Sprache ist nur auf den ersten Blick die eines kleinen Mädchens: viele kurze Sätze, teilweise unvollständig, ein Ineinander-Übergehen von Gesagtem und Gedachten. Abwechslung bieten schöne poetische Wortbilder und manch bittere Ironie.
Am Inhalt scheiden sich die Geister, wie man aus den verschiedenen Rezensionen lesen kann. Ich glaube nicht, dass in den 1970er-Jahren Frauen generell noch so benachteiligt und unterdrückt waren, wie es der Text vermuten ließe - immerhin war die Befreiung durch die 68-er schon geschehen. Der Roman ist doch als (autobiographisches) Einzelschicksal zu lesen: eine junge Frau, von Melancholie befallen, lebt ein fremdbestimmtes Leben; nicht fähig, sich selbst daraus zu befreien, aber auch nicht fähig, sich helfen zu lassen.
So ist meines Erachtens auch dieser Text zu sehen: als Fallbeispiel über die Schwierigkeiten einer Depressiven mit der Welt - und die Schwierigkeiten der Welt mit der Depressiven (=Unverständnis).
Die Welt und die Gesellschaft als Käfig, in der der/die Depressive sich gefangen fühlt, das war immer ein Thema im literarischen Werk von Brigitte Schwaiger. Zuletzt hat sie in "Fallen lassen" ihre Erfahrungen mit der Psychiatrie beschrieben.
Also: kein präfeministisches Frauenschicksal, sondern eine zeitlose klinische Fallstudie. Das macht den atemlos lamentierenden Text so interessant, aber auch so schwer ertragbar.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eins der Besten Bücher im Untericht, 27. November 1999
Von Ein Kunde
RezensionDer Roman "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die durch ihre Tatenlosigkeit und ihrer großen Akzeptansschwelle von ihrem durch Konventionen geprägtem Umfeld in eine Rolle gedrängt wird, deren Konsequenzen für die Hauptperson erst später klar werden. Die junge Frau schafft es nicht, aus ihrer Reglosigkeit und dem Stillstand ihres Umfeldes, ihrer Familie, auszubrechen. und wird zu einer Ehe gezwungen, die ihre Familie und ihr Zukünftiger geradezu über ihren Kopf hinweg entscheiden. Der Velust ihrer schon vorher beschränkten Freiheit, hat tiefgreifende Wirkung auf ihre seelische Ausgeglichenheit und auf ihr Verhalten gegenüber ihrem Umfeld. Die Ehe, beinflußt durch den zielstrebigen und traditionsbewußten Ehemann Rolf und ihrer klischeehaften, gutbürgerlichen Familie, ist zum Scheitern verurteilt. Die junge Frau hat zwar Gefühle gegenüber ihrem Ehemann denen man durchaus den Begriff Liebe zuordnen könnte, aber die gesellschaftlichen Klammern der Ehe wirken diesen Gefühlen entgegen, genauso wie die von gesellschaftlichen Gesichtspunkten aufgebrachte Liebe ihres Mannes. Die Autorin schafft es bei ihrem ersten Roman eine klare Atmospähre und schnell vertändliche Charaktere darzustellen. Dies gelingt ihr dadurch, das sie zu klischeehaften Rollen und Verhaltensweisen seitens der Familie und des Umfeldes greift. So kann der Leser sich schnell in dei jeweilige Rolle hineindenken und die Handlungsweisen der Charaktere sind nachvollziehbar. Der ganze Roman ist in der Ich - Perspektive geschrieben und während die Erzählerin von ihrem hoffnungslosen Versagen in ihrer gutbürgerlichen Umgebung berichtet, fallen ihr verschiede Gegebenheiten aus ihrer Vergangenheit ein. Durch diese teils aberwitzigen Rückblenden wird dem Leser deutlich, dass das bisherige Leben der Erzählerin geprägt ist von ihrer Tatenlosigkeit. Immer haben andere über sie bestimmt, was sie keinesfalls zu stören schien. Brigitte Schwaiger schildert an dem Beispiel der Ehe zwischen der Ezählerin und Rolf das Scheiten eines jungen Menschen umgeben von einer in Koventionen verstrickten Umwelt.Beim Lesen des Romanes fällt dem gebildeten Leser auf, dass Brigitte Schwaiger in diesem Roman einen Teil ihrer Lebensgeschichte beschreibt bzw. verarbeitet. Parallelen zu ihrem richtigen Leben sind unverkennbar. Mir persönlcih hat das Buch sehr gut gefallen, da schon fast eine Spannung aufgebaut wird und man unbedingt wissen will, wie die Erzählerin mit ihrer unfreiwiliegen Ehe umgeht. Teilweise ist der Roman recht erheiternd und depressiv zugleich. Brigitte Schwaiger hat es geschafft einen launischen" Roman zu schreiben.
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