Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Mathematisch verbrämte Heilslehre, 12. Juli 2000
Von Ein Kunde
Das Buch "Gottes geheime Formel" bereichert das Spektrum der Wissenschaftskritik um eine bemerkenswerte neue Variante. Dr. Peter Plichta hat mitnichten eine Widerlegung oder "Gegentheorie" zeitgenössischer Ansichten erarbeitet, sondern schlicht und einfach die Grundlagen unseres geistigen Daseins neu geschaffen. Zumindest für den Verfasser selbst gibt es daran keine Zweifel. Er wird nicht müde, dem staunenden Leser seine fast schon göttliche Berufung immer wieder vor Augen zu führen. Schon seine Geburt, so betont er zum Beispiel auf Seite 23, war mit wunderähnlichen Erscheinungen verknüpft, und in der Folge tauchen immer wieder Phänomene auf (manchmal auch nur körperlose Stimmen), deren Zweck es offenbar ist, den Autor in den Rang eines Stifters oder Verkünders zu erheben. Was nun verkündet Dr. Peter Plichta? Im Grunde beschreibt er etwas, das in der Kosmologie als "anthropisches Prinzip" diskutiert wird - die Ausrichtung des Universums (und damit der Naturgesetze) auf die Schöpfung und Bewahrung von Leben. Doch das schützt weder die Kosmologie noch die Kosmologen vor Plichtas Verdammungsurteil. In einer Art Rundumschlag wird alles geächtet, was nicht in sein Zahlengebäude paßt: die Astrophysik, die Quantenmechanik, die Evolutionslehre, große Teile der Reletivitätstheorie sowie selbstverständlich die Mathematik, der ein unweigerlicher Zusammenbruch prophezeit wird. Tausende und Abertausende von Wissenschaftlern sind laut Plichta damit beschäftigt, teils aus Dummheit, teils aus Ignoranz Ergebnisse zu sammeln und als Wahrheit zu verkünden, obwohl diese sogenannte Wahrheit nicht das Papier wert ist, auf dem sie verbreitet wird. Nur einer lebt im Lichte der Erleuchtung, und dieser eine heißt Dr. Peter Plichta. Dabei ist der Gedanke, daß in der Abfolge der Primzahlen oder in der Kreiszahl Pi eine verborgene transzendente Bedeutung liegt, eigentlich uralt und hat schon Generationen von Mathematikern beschäftigt (und auch Schriftsteller, siehe Carl Sagans Roman "Contact"). Plichtas Ehrgeiz war es, diese mathematische Transzendenz auf alles und jedes anzuwenden, wobei er vor nichts zurückschreckt: weder vor der Johannes-Apokalypse noch vor der Herkunft des Menschen (Asien!), noch vor der Ein(Zwei-)teilung der irdischen Lebewelt in Insekten und Wirbeltiere. Auf diese Weise wird besonders in den Bereichen Biologie und Anthropologie eine Falschmeldung nach der anderen in die Welt gesetzt. Das meiste von seinem offenbar rasch angelesenen Wissen wirkt undifferenziert und scheint direkt aus der Asservatenkammer des 19. Jahrhunderts zu stammen. Schließlich beschäftigt er sich sogar mit der Clitoris, die seiner Aussage zufolge ein ausschließliches Privileg des Homo sapiens ist. Daß jedes weibliche Säugetier über eine Clitoris verfügt - eine Wanderratte ebenso wie eine Tüpfelhyäne - ist eine zoologische Selbstverständlichkeit, deren Mißachtung freilich aufzeigt, wie "genau" der Autor in diesem und anderen Fällen recherchiert hat. Es kommt Peter Plichta nur darauf an, daß die Dinge in seine vorgenormten Schubladen passen. Sträubt sich eine Tatsache gegen diese Behandlung, wird sie entweder ignoriert oder zurechtgebogen. Über den peinlichen und mit Stilfehlern gespickten Text des Buches nur soviel: Ich kann mich nicht entsinnen, jemals eine Publikation gelesen zu haben, die so vor Selbstbeweihräucherung strotzte. Und ich werde den Verdacht nicht los, daß Plichtas Gedankengebäude vielleicht von ähnlicher Qualität sein könnte, wie der Stil, in dem es verkündet wird.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Pythagoras läßt grüßen, 16. April 2001
Popper verlangt für wissenschaftliche Theorien die sogenannte Falsifizierbarkeit. Für eine wissenschaftliche Theorie sollte also immer ein Experiment angegeben werden, das als mögliches Ergebnis auch eine Widerlegung beinhaltet. Fraglich bleibt, welche Theorie Plichta in diesem Sinn überhaupt aufgestellt hat. Ähnlich wie Pythagoras unterliegt Plichta anscheinend göttlichen Anwandlungen. Das Buch läßt auch sonst auf eine merkwürdige Persönlichkeit Plichtas schließen. Aber die Gedanken sind frei. Auch bei großen Denkern und Philosophen findet sich direkt neben großartigen Gedanken der unbedeutender Schwachsinn.
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Grandios bis kaum erträglich, 20. März 2006
Ich habe mir schon Plichta's 3-Bänder "Das Primzahlkreuz" zu Gemüte geführt und mich mit rechter Mühe durch die biographischen zu den wissenschaftlichen Bestandteilen durchgearbeitet. Mit dem vorliegenden Band verkürzt Plichta die Leidenszeit, die die erste Komponente darstellt und bringt aktuelle Erweiterungen.Plichta's zahlentheoretische Erkenntnisse sind grandios. Er zeigt wirklich auf, das Dinge und Vorgänge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, bei näherer Betrachtung die gleichen Basiszahlen als Grundlage aufweisen - auch wenn er manchmal kleine Abweichungen vom Grundmuster etwas unwissenschaftlich als noch zu entdeckende Korrekturen darstellt. Ich denke, das aktuell noch nicht abzusehen ist, von welcher Bedeutung seine Erkenntnisse sind. Neben der wissenschaftlichen Thematik gibt es da noch den Menschen Plichta, der sich in seiner Art zu schreiben voll auslebt. Zum einen verfällt er wie viele "Entdecker" der Annahme, das die Erkenntnisebene, die er erreicht hat, den Urgund der Erkenntnis darstellt, sprich: Ich habe ein zahlenbezogenes Muster in der Schöpfung entdeckt, also basiert die Schöpfung auf Zahlen. Dass das Zahlenmuster vielleicht nur eine andere Darstellungsform einer noch tiefer liegenden Ordnung ist - der Gedanke kommt erstmal nicht. Aber da ist Plichta, wie gesagt, nicht alleine. Was noch viel mehr aufstößt ist die Unbescheidenheit, ja Selbstverliebtheit, die in seinen Büchern zum Ausdruck kommt. Er begründet die exzessive Schilderung seines Lebenslaufes mit der - nicht zu bestreitenden - Tatsache, dass seine Entdeckungen ganz direkt mit seinem Leben verknüpft sind (ist das nicht die Regel?). Aber die meisten Menschen verbinden mit dem Begriff Wissenschaftler, zumindest heutzutage, wohl eher mehr den Typus des bescheidenen, eher menschenscheuen Denkers, der sein Werk in den Mittelpunkt stellt, als den des Selbstdarstellers, dem die eigene Person das wichtigste ist. Ich denke, Plichta tut mit seiner Art, sein Wissen anzubringen, seinen Erkenntnissen keinen Dienst. Die Menschen im allgemeinen und die Wissenschaftlergemeinde im besonderen sollten Ihr Augenmerk daher auf die von Plichta entdeckten bisher unbekannten Zusammenhänge lenken und, unbeeindruckt von seiner Wesensart, dieses Material in den wissenschaftlichen Alltag einarbeiten.
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