Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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26 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
schön erzählte und unterhaltsame Familiengeschichte, 7. Juni 2007
Auf dem Rückcover und im Klappentext dieses Buches wird eine fesselnde Geschichte um die verschwundenen Baupläne des Kölner Domes angekündigt, verbunden mit der Geschichte einer mutigen jungen Frau, die auf der Suche nach eben diesen Plänen in einen Strudel von Intrigen und Verbrechen gerät. Diese Angaben auf dem Rückcover des Buches sind wieder einmal ein Paradebeispiel dafür, daß man Inhaltsangaben und Klappentexte nicht so ernst nehmen sollte, weil sie mit der Geschichte an sich nicht viel gemein haben.
Fesselnd ist das Buch allemal, das steht völlig außer Frage - aber in einer völlig anderen Richtung. Denn in erster Linie ist "Kreuzblume" eine Familiengeschichte vor historischer Kulisse. Und dabei geht es nicht nur um eine "normale" Familie, sondern um eine echte Patchwork-Familie.
Die Erzählung ist überwiegend in unterschiedliche Handlungsstränge geteilt. Da gibt es die Geschichte der Antonia, das Kind einer Nonne, die als Troßbub bei einer Marketenderin aufwächst, die Geschichte des Falschspielers und Sträflings Cornelius, die des preußischen Offiziers David sowie die der Bürgerstochter Susanne - diese vier Personen sind damit die Hauptfiguren dieses Romans. Die Erzählstränge laufen lange Zeit nebeneinander her und der Leser wird ständig von einem Handlungsstrang in den nächsten geworfen. Dabei kreuzen sich diese Handlungsstränge im einzelnen hier und da mal, treffen in der Mitte alle zusammen und laufen dann teilweise wieder auseinander. Den Titel "Kreuzblume" könnte man deshalb im übertragenen Sinne durchaus auch auf die verschiedenen Handlungsstränge dieses Romans beziehen. Wer diese Art Erzählstil nicht mag, wird mit diesem Buch so seine Probleme haben.
Historischer Hintergrund des ganzen sind die napoleonischen Kriege. Die Autorin beschränkt sich hierbei jedoch auf wesentliche Fakten und geht nicht ins Detail. Die verschwundenen Baupläne des Kölner Doms spielen allerdings eine völlig untergeordnete Rolle und sind nur schmückendes Beiwerk. Die in der Inhaltsangabe angepriesene Suche nach eben diesen kommt immer nur dann ins Spiel, wenn die Handlung etwas zu versanden droht oder ein neuer Erzählstrang gebraucht wird. Leider verrennt sich die Autorin oft in überflüssigen Nebenhandlungen, die dem Gesamteindruck der Geschichte mehr schaden als nützen und die Erzählung damit nicht mehr in sich stimmig erscheinen lassen. Deshalb habe ich gerade in der zweiten Hälfte des Buches ab und zu mal ein Kapitel übersprungen, weil ich es einfach für überflüssig hielt und ich mir den Gesamteindruck der Geschichte nicht zerstören lassen wollte.
Die Charakterisierung der Hauptpersonen dieses Romans ist der Autorin sehr gut gelungen, denn diese begegnen uns als vielschichtige und interessante Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten. Dagegen kommen die Nebencharaktere alle ziemlich stereotyp daher, was wohl auch darin begründet sein mag, daß es einfach viel zu viele Nebenhandlungen mit zu vielen Nebencharakteren gibt, um ihnen auch nur ansatzweise Tiefe zu verleihen. Das Personenregister im Anhang muß man schon öfters mal zu Rate ziehen, um den Überblick zu behalten.
Als historischen Roman würde ich dieses Buch jedoch nur bedingt einstufen, dafür ist zuwenig Historie drin. Allerdings ist das wenige sehr gut recherchiert und weist nur hier und da mal ein paar kleine Anachronismen auf, die aber nicht ins Gewicht fallen und man sie deshalb auch getrost vergessen kann. Der Roman an sich ist auch in vielerlei Hinsicht viel zu modern angelegt, vor allem was den Lebenswandel der Hauptpersonen betrifft. Dadurch geht der Geschichte auch ein Gutteil an Authentizität verloren, was ich persönlich als sehr schade empfunden habe.
Zusammenfassend kann man sagen, daß Andrea Schacht mit "Kreuzblume" ein hervorragend erzählter, hier und da mit wunderbarem Humor gespickter, Familienroman gelungen ist, der seine Leser und Leserinnen auf angenehmste Weise unterhält und einen entspannenden Lesegenuß beschert - ein richtiges "Wohlfühlbuch" sozusagen.
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20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr lesenswert!!!, 28. Juli 2007
Ich habe die Kreuzblume in 2 Tagen gelesen. So spannend ist es. Verwoben mit dem geschichtlichen Hintergrund zur Zeit Napoleons sind die Schicksale von Antonia, Cornelius und David. Den Leser erwartet einiges an heiklen Verwicklungen, romantischen Gefühlen und natürlich einem Happy End. Ich kann das Buch nur empfehlen. Da die vorhandenen Rezensionen bereits einiges über die Geschichte des Kölner Doms gesagt haben, brauch ich mich hier nicht zu wiederholen. Kaufen und lesen!
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Wenig historischer Bezug, 20. September 2007
Ich war mir nicht sicher, was mich genau erwartete in dem Buch. Einerseits befürchtete ich eine eventuell lauernde Krimihandlung, die ich persönlich bei historischen Romanen gar nicht schätze, andererseits erhoffte ich mir eine interessante Geschichte über den Verbleib der Dompläne.
Das Buch ist keins von beiden.
Einerseits ist Kreuzblume voller lebendiger Figuren, vor allem Toni ist eine patente Hauptakteurin, die sich angenehm von den resoluten Frauen-in-Hosen oder wahlweise grazilen Schönheiten anderer Bücher abhebt. Sie ist eine sympathische Mischung. Das Buch ist nett und flüssig geschrieben. Und vor allem, es kommt wohltuend wenig Liebesschmelz drin vor, und vor allem keine plastischen Schilderungen. Liebesdinge fügen sich natürlich und fast von selbst, der Bösewicht ist kein Überbösewicht, und die kleinen guten und weniger guten Dinge des Alltags fließen dahin. In diesen Aspekt der Geschichte kann man sehr wohl eintauchen, weil man gerne bei den Personen weilt.
Andererseits ist mir für einen historischen Roman zu wenig Historie drin. Die Säkularisierung wird nur am Rande erwähnt, der preussisch-französische Krieg ist nur die Rahmenhandlung, um Toni Erfahrungen als Troßbub zu geben. Napoleons Rußlandkrieg wird kurz abgehandelt, mehr als ein paar Berichte vom Rückzug gibt es nicht. Die Damen können sich danach in Lazaretten nützlich machen.
Von einer großen Suche nach den Bauplänen kann man auch nicht sprechen. Zwar wird immer wieder mal davon gesprochen und etwas gesucht, aber mehr um der Geschichte mal wieder einen neuen Schwung zu verpassen. Wobei ich Tonis Suchaktion im letzten Drittel des Buches fast als bloßes Seitenschinden werten würde. Zu sehr "eingeschoben" wirkte die Episode auf mich.
Zwar mögen die Lebensbedingungen, Kleider, etc. gut dargestellt sein, aber irgendwie wirkt es auf mich doch nur wie ein schöner Rahmen für das Hauptthema, und das ist auf jeden Fall Tonis Geschichte und der sie umgebenden Personen. Ein wenig mehr Eingebundenheit in historische Begebenheiten, also mehr als nur die Beteiligung als Soldat oder Troßbub in einen Krieg, hätte ich mir gerne gewünscht. Vielleicht auch ein wenig mehr Einwebung realer Personen. Die Kurzauftritte Caspar David Friedrichs und Goethes sind kaum der Erwähnung wert. Und mir erscheinen auch die lässige Toleranz und der Lebensstil der Personen doch etwas zu modern geraten.
Auch störte mich ein wenig, das die damalige Welt anscheinend recht klein war, denn dauernd stoßen die Personen durch Zufall aufeinander. Egal, ob in Kriegswirren oder bei Überfällen oder dergleichen, man kennt sich oder hat von gemeinsamen Freunden schon mal von einander gehört, und dadurch wird die Geschichte wieder auf Kurs gebracht.
Insgesamt fand ich den Roman weder besonders spannend, aber auch nicht langweilig. Man kann ein paar Zeilen überfliegen, ohne später den roten Faden verloren zu haben. Trotzdem habe ich ihn zügig und auch recht gerne gelesen, denn er ist nett und kurzweilig geschrieben. Ich würde ihn als leichte Kost zwischendurch werten, aber für einen richtig guten historischen Roman reicht es für meinen Geschmack nicht.
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