Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tolle Geschichte; Informativ und Interessant!, 6. März 2009
Philippa Gregory führt uns mit ihrem Roman "Die Schwester der Königin" ins 16. Jahrhundert an den englischen Hof König Henrys VIII. Die Geschichte von Anne Boleyn, die bekannteste Mätresse König Henrys, wird aus der Sicht ihrer Schwester Mary erzählt. Die Autorin hat dafür die Ich-Form gewählt, was dazu führte, dass ich ein genaues Bild vom Leben am Hof bekam, indem Intriegen und Machtgier an erster Stelle standen. Anfangs hatte ich zwar Schwierigkeiten, dass Mary die Ich-Erzählerin war, da meine Gedanken immer bei Anne waren, aber nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, kam ich auch damit zurecht.
Die Geschichte beginnt aber nicht, als Anne die Mätresse des Königs wird, sondern schon früher, als sein Interesse noch Mary galt und sie zu seiner Mätresse wurde. Somit bekommt der Leser von Anfang an die Machtspiele der Familien Bolelyn und Howard geboten, in der Gefühle nebensächlich werden, um die Familie an die Macht zu helfen. Die Autorin bietet aber neben der Erzählung dieser Familie auch ein gutes und informatives Bild über Königin Katherine von Aragón und den Bruch Henrys mit der römisch-katholischen Kirche. Dies aus der Sicht einer Frau zu lesen, war mal etwas anderes uns außerdem sehr interessant.
Trotz das mir diese Geschichte vom Inhalt her schon bekannt war, tat dies der Spannung in keinster Weise einen Abbruch. Einige Stellen weichen zwar von meinem Wissen ab, aber da die Richtigkeit dieser Geschichte noch aus vielen Vermutungen besteht, weiß ich nicht, was genau an dieser Geschichte wahr ist und was Fiktion. Deswegen ist die Geschichte von Gregory auch von ihrem Inhalt als völlig in Ordnung einzustufen, da diese Abweichungen auch nur sehr gering sind. Die Charaktere waren jedenfalls großartig gestaltet, denn sie haben völlig meinen Vorstellungen entsprochen. Da alle Personen in diesem Roman historische Persönlichkeiten sind, und sogar die Ich-Erzählerin bekannt ist, war es wichtig, diese authentisch zu beschreiben. Dies ist der Autorin sehr gut gelungen, zumal sie keinen fiktiven Teil mit eingebaut hat, wo sie ihren schriftstellerischen Freiheiten hätte ausleben können. Außerdem haben sich die Personen weiter entwickelt und keiner ist gleichbleibend dargestellt.
Der Schreibstil ist sehr einfach zu lesen und gefiel mir sprachlich sehr gut. Die Ich-Form war gut gewählt und bot einen guten Einblick in die Familienverhältnisse Boleyn/Howard, besonders der drei Geschwister Anne, Mary und George. Außerdem besteht diese Geschichte aus vielen Dialogen, die entsprechend dafür Sorge tragen, dass die Gefühle der Personen gut zur Geltung kommen. Dies macht die Geschichte sehr tiefsinnig.
Am Ende des Buches gibt es noch eine Anmerkung der Autorin. Dies ist leider kein richtiges Nachwort, indem wir erfahren, wo sich Gregory der Fiktion bedient hat. Hier wird nur in ganz wenigen Sätzen noch erzählt, wie es mit Mary weiter ging. Aber das fand ich auch nicht besonders schlimm, da mir persönlich diese Geschichte zum großen Teil bekannt ist. Ich finde, dieses ist ein ganz wunderbares Buch, welches ich aller wärmstens weiter empfehlen kann. Ich bin jedenfalls auf weitere Bücher von Philippa Gregory gespannt.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Kronjuwel von Geschichtsroman..., 29. Januar 2009
... so auf der Rückseite des Buches zu lesen.
Es gibt verschiedene Arten von guten Büchern: solche, die man liest und bei denen man sich sehr plagt aber weiß, dass sie wertvoll sind, solche, die man spannend findet und bis zur letzten Seite gefesselt ist. Und es gibt solche (und davon gibt es nur ganz, ganz wenige), die den Leser so in den Bann ziehen, dass er in der Geschichte versinkt und selbst dann, wenn er das Buch gerade zur Seite gelegt hat, um sich "weltlichen" Dingen (arbeiten, essen, einkaufen, zusammenräumen) zu widmen, möglichst schnell wieder weiterlesen muss, weil er Angst hat, dass die Geschichte ohne ihn weiterläuft und er Wichtiges versäumt.
Und genauso ein Buch ist "Die Schwester der Königin" ---- und eigentlich wäre damit alles gesagt. Selten ist die Zeit der Tudors um Heinrich den VIII (Das Buch ist aus der Sicht von Mary, der Schwester Anne Boleyns geschrieben und endet mit Annes Tod) so lebendig, so farbenfroh geschildert worden. Man riecht förmlich den Duft der Zeit, sieht die prächtigen Gewänder vor sich, geht selbst mit Mary durch die Zimmerfluchten der Schlösser.
Wunderbar aber die Charakterisierung der einzelnen Personen, der Zeit: wie die einzelnen Höflinge dargestellt werden, wie sie damit kämpfen, einen Schritt näher dem König zu sein, wie die einzelnen Familien ihre Töchter wie Schachfiguren hin und her schieben, ohne Rücksicht auf deren Gefühle, wie ein ehrgeiziges Mädchen wie Anne Boleyn an einem König zugrunde ging, der absolute Machtfülle besaß, wie öde und fad eigentlich das Leben am Hof war, wie hohl die einzelnen Gespräche waren, in denen es nur um Berechnung ging: das beeindruckt immens und lässt den Leser nicht mehr los. Die Personen sind voll Leben, sie atmen und man hat den Eindruck, dass sie im Grunde nicht anders dachten und handelten wie wir - nur eben in einer sozial ganz anderen Ordnung.
Und auch wenn man weiß, wie die Geschichte endet, weil man es schon 100x gelesen oder im Film gesehen hat (der Film reicht übrigens nicht im mindesten an das Buch heran!), zittert man bis zum Schluss mit Mary mit, hat Angst um sie und ihre Familie und hofft auf Gnade für Anne.
Ich kann das Buch jedem, der sich für Geschichte interessiert und für einige Stunden in dieser Zeit verlieren will, nur wärmstens empfehlen. Ich hab selten ein Buch gelesen, das mich so gefangen genommen hat!!!!
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leichter Schmöker und Ermunterung zur Geschichtsrecherche, 14. Januar 2009
Ein historischer Schmöker, der gleich vom Beginn an mitreißt. Warum Schmöker? Weil das Buch sich locker und leicht liest und ohne ausschweifende Beschreibungen der Klamotten und Landschaften und Örtlichkeiten auskommt. Das war herrlich erfrischend.
Spannend empfand ich die Erzählperspektive: Ich, nämlich Mary Boleyn, die Schwester der späteren Königin Anne. Wider Erwarten hat dieses Ich dem historischen Roman aber keinen Abbruch getan. Vielmehr bekommt man als Leser noch unmittelbarer die Machtkämpfe zwischen den beiden Boleyn-Mädchen mit.
Das geschichtliche Grundgerüst wird anschaulich dargebracht und hat mich bewogen, hier und da mal selbst ein wenig zu recherchieren. Ich fand es ungemein spannend, die Romanfiguren geschichtlich zu verfolgen und mir die Zusammenhänge anhand wissenschaftlicher Quellen noch mal vor Augen zu führen.
Als Schmöker hat der Roman an diesem Punkt natürlich einen kleinen Nachteil: Das Ende ist bekannt ;-) Nichtsdestotrotz war es aber auch hier sehr interessant, die Umsetzung der Historie in einen leichten Lesestoff nachzuvollziehen.
Für mich hielt dieses Buch daher einen äußerst gelungenen Mix aus Unterhaltung und geschichtlicher Bildung bereit.
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