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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leichter Schmöker und Ermunterung zur Geschichtsrecherche, 14. Januar 2009
Ein historischer Schmöker, der gleich vom Beginn an mitreißt. Warum Schmöker? Weil das Buch sich locker und leicht liest und ohne ausschweifende Beschreibungen der Klamotten und Landschaften und Örtlichkeiten auskommt. Das war herrlich erfrischend.
Spannend empfand ich die Erzählperspektive: Ich, nämlich Mary Boleyn, die Schwester der späteren Königin Anne. Wider Erwarten hat dieses Ich dem historischen Roman aber keinen Abbruch getan. Vielmehr bekommt man als Leser noch unmittelbarer die Machtkämpfe zwischen den beiden Boleyn-Mädchen mit.
Das geschichtliche Grundgerüst wird anschaulich dargebracht und hat mich bewogen, hier und da mal selbst ein wenig zu recherchieren. Ich fand es ungemein spannend, die Romanfiguren geschichtlich zu verfolgen und mir die Zusammenhänge anhand wissenschaftlicher Quellen noch mal vor Augen zu führen.
Als Schmöker hat der Roman an diesem Punkt natürlich einen kleinen Nachteil: Das Ende ist bekannt ;-) Nichtsdestotrotz war es aber auch hier sehr interessant, die Umsetzung der Historie in einen leichten Lesestoff nachzuvollziehen.
Für mich hielt dieses Buch daher einen äußerst gelungenen Mix aus Unterhaltung und geschichtlicher Bildung bereit.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
einfühlsame, glaubhafte Erzählung ohne Kitsch, einer der wundervollsten historischen Romane!, 18. April 2008
Das Leben bei Hof, die Sitten und Gebräuche, das Alltagsleben, die Kleidung und auch die Vergnügungen als Zeitvertreib sind in bunten und schillernden Farben beschrieben. Mary, die als Erzählerin in diesem Buch fungiert, berichtet ihre Sichtweise und Erlebnisse.
Oft ist man geneigt entrüstet zu reagieren, wenn die Familie wieder eine Entscheidung trifft, der die "Boleyn-Mädchen" folgen müssen. Frauen von edler Geburt werden als nichts anderes gesehen, als dass man sie für die Zwecke der Familie einsetzt um einen höheren Titel, ein Gut oder einfach mehr Geld zu erreichen. Sie werden schon in jungen Jahren verheiratet und es spielt keine Rolle was sie sich selber wünschen, sie haben sich den Männern unter zu ordnen. Philippa Gregory versteht es meisterhaft die damalige Welt bei Hofe und rund um den König Leben ein zu hauchen und nimmt den Leser mit in eine prunkvolle, prächtige und im Überfluss lebende Welt.
Anne und Mary sind von Geburt auf Rivalinnen. Rivalinnen in dem Sinne, da jede für sich versucht den höheren Rang durch einen erfolgreichen Ehemann zu erlangen. Ist Mary diejenige die die Welt mit einer gewissen Naivität und mit Gefühl betrachtet, so ist ihre Schwester Anne das totale Gegenteil. Egoistisch, selbstsüchtig, ehrgeizig und auch sadistisch verfolgt sie ihr Ziel: sie will Königin werden. Dafür tut sie alles erdenklich mögliche und schreckt vor nichts zurück. Sie intrigiert, umgarnt den König, tyrannisiert ihre Untergebenen und demütigt ihre Schwester, die immer treu an ihrer Seite steht.
Bis auf Mary und vielleicht noch ihr Bruder George, wird einem die Familie Boleyn nicht gerade sympathisch. Werden Mary und Anne von ihrem Onkel und ihrem Vater nur wie Schachfiguren im gefährlichen Spiel um Macht und Titel eingesetzt, wagt nur Anne sich daraus zu befreien. Aber um einen Preis, den sie letztendlich mit dem Leben bezahlt.
Auch wenn nicht alles historisch korrekt ist, so ist dies ein wunderbares Buch um sich ein Bild vom damaligen Leben um Henry VIII zu machen. Wer geschichtlich interessiert ist, wird selbst recherchieren, welche Freiheiten sich die Autorin erlaubt hat.
Wie hart und brutal um Rang und Titel gekämpft wird, kommt in diesem Buch besonders empathisch zur Geltung. Man empfindet mit Mary, man leidet mit ihr und versteht nicht, weshalb sie sich nicht gegen ihre exzentrische Schwester auflehnt.
Es wird realistisch und glaubhaft vermittelt, wie der Untergang von Königin Anne hätte passieren können. Man bekommt das Gefühl, dass der König - mit zunehmendem Alter tyrannischer und selbstsüchtiger - nicht bei klarem Verstand ist, wenn man seine Handlungen verfolgt..
Fazit: ein ungemein spannendes, interessantes und tiefblickendes Buch. Absolut zu empfehlen! Man wünscht sich nach dem Lesen dieses Buches, dass Geschichte generell so spannend und mitreißend verpackt wird.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tolle Geschichte; Informativ und Interessant!, 6. März 2009
Philippa Gregory führt uns mit ihrem Roman "Die Schwester der Königin" ins 16. Jahrhundert an den englischen Hof König Henrys VIII. Die Geschichte von Anne Boleyn, die bekannteste Mätresse König Henrys, wird aus der Sicht ihrer Schwester Mary erzählt. Die Autorin hat dafür die Ich-Form gewählt, was dazu führte, dass ich ein genaues Bild vom Leben am Hof bekam, indem Intriegen und Machtgier an erster Stelle standen. Anfangs hatte ich zwar Schwierigkeiten, dass Mary die Ich-Erzählerin war, da meine Gedanken immer bei Anne waren, aber nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, kam ich auch damit zurecht.
Die Geschichte beginnt aber nicht, als Anne die Mätresse des Königs wird, sondern schon früher, als sein Interesse noch Mary galt und sie zu seiner Mätresse wurde. Somit bekommt der Leser von Anfang an die Machtspiele der Familien Bolelyn und Howard geboten, in der Gefühle nebensächlich werden, um die Familie an die Macht zu helfen. Die Autorin bietet aber neben der Erzählung dieser Familie auch ein gutes und informatives Bild über Königin Katherine von Aragón und den Bruch Henrys mit der römisch-katholischen Kirche. Dies aus der Sicht einer Frau zu lesen, war mal etwas anderes uns außerdem sehr interessant.
Trotz das mir diese Geschichte vom Inhalt her schon bekannt war, tat dies der Spannung in keinster Weise einen Abbruch. Einige Stellen weichen zwar von meinem Wissen ab, aber da die Richtigkeit dieser Geschichte noch aus vielen Vermutungen besteht, weiß ich nicht, was genau an dieser Geschichte wahr ist und was Fiktion. Deswegen ist die Geschichte von Gregory auch von ihrem Inhalt als völlig in Ordnung einzustufen, da diese Abweichungen auch nur sehr gering sind. Die Charaktere waren jedenfalls großartig gestaltet, denn sie haben völlig meinen Vorstellungen entsprochen. Da alle Personen in diesem Roman historische Persönlichkeiten sind, und sogar die Ich-Erzählerin bekannt ist, war es wichtig, diese authentisch zu beschreiben. Dies ist der Autorin sehr gut gelungen, zumal sie keinen fiktiven Teil mit eingebaut hat, wo sie ihren schriftstellerischen Freiheiten hätte ausleben können. Außerdem haben sich die Personen weiter entwickelt und keiner ist gleichbleibend dargestellt.
Der Schreibstil ist sehr einfach zu lesen und gefiel mir sprachlich sehr gut. Die Ich-Form war gut gewählt und bot einen guten Einblick in die Familienverhältnisse Boleyn/Howard, besonders der drei Geschwister Anne, Mary und George. Außerdem besteht diese Geschichte aus vielen Dialogen, die entsprechend dafür Sorge tragen, dass die Gefühle der Personen gut zur Geltung kommen. Dies macht die Geschichte sehr tiefsinnig.
Am Ende des Buches gibt es noch eine Anmerkung der Autorin. Dies ist leider kein richtiges Nachwort, indem wir erfahren, wo sich Gregory der Fiktion bedient hat. Hier wird nur in ganz wenigen Sätzen noch erzählt, wie es mit Mary weiter ging. Aber das fand ich auch nicht besonders schlimm, da mir persönlich diese Geschichte zum großen Teil bekannt ist. Ich finde, dieses ist ein ganz wunderbares Buch, welches ich aller wärmstens weiter empfehlen kann. Ich bin jedenfalls auf weitere Bücher von Philippa Gregory gespannt.
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