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Middlemarch: Roman: Eine Studie des Provinzlebens
 
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Middlemarch: Roman: Eine Studie des Provinzlebens (Gebundene Ausgabe)

von George Eliot (Autor), Max Wildi (Nachwort), Ilse Leisi (Übersetzer)
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 1148 Seiten
  • Verlag: Manesse-Verlag (1. September 1962)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717580027
  • ISBN-13: 978-3717580027
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,8 x 5,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 193.909 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Middlemarch
OT Middlemarch. A Study of Provincial Life OA 1871/72 DE 1872/73 Form Roman Epoche Realismus
Der Roman Middlemarch gilt durch seine inhaltliche Fülle und seinen Reichtum an erzählerischen Verfahren als Höhepunkt im Schaffen von George Eliot.
Entstehung: Middlemarch ging aus der Verbindung von zwei Romanen hervor, an denen Eliot zunächst gleichzeitig gearbeitet hatte. Sie kombinierte die beiden Projekte durch einen gemeinsamen Schauplatz: die fiktive Provinzstadt Middlemarch in den Jahren um 1830. Mit Hilfe einer Fülle von Figuren und Handlungen konnte Eliot den realistischen Roman zum Abbild einer ganzen Gemeinschaft entwickeln.
Inhalt: Gegenstand von Middlemarch sind die miteinander verbundenen Themen Selbstfindung, sozialer Fortschritt und politische Reform. Im Zentrum der Haupthandlung steht die junge Dorothea Brooke, die nach einer unglücklichen Ehe mit dem Priester Edward Casaubon ihr Glück mit Casaubons Neffen, dem Journalisten Will Ladislaw, findet. Dieses Geschehen findet vor dem Hintergrund der Wahlrechtsreform von 1832 statt, die die Zahl der Wahlberechtigten für die Parlamentswahlen bedeutend vergrößerte und in der Zeit vor ihrer Verabschiedung das Bürgertum von Middle-march spaltet. Mit der Haupthandlung um Dorothea, Will und Casaubon verbunden ist das Geschehen um den fortschrittlichen jungen Arzt Tertius Lydgate und dessen berufliches Scheitern. Lydgates glückliche Werbung um Rosamond Vincy und die folgende unglückliche Ehe finden ihr Gegenbild in der unglücklichen Werbung und glücklichen Ehe von Rosamonds Bruder Fred.
Aufbau: Wie auch in anderen Romanen Eliots ist in Middlemarch die Stimme des Erzählers von entscheidender Bedeutung. Sie lenkt nicht nur die Leser durch einen Roman, in dem eine Vielzahl von Meinungen vertreten wird und alle Personen beständig Einfluss auf das Leben anderer ausüben, sondern äußert auch dezidierte eigene Anschauungen (die mit Eliots eigenen Ansichten weitgehend übereinstimmen). Die Erzählerstimme wendet sich gleichzeitig an die Romanfiguren, die Leser und sich selbst und verbindet distanziertes Beobachten mit Witz und mitfühlender Anteilnahme. Diese Vielstimmigkeit des Romans äußert sich z. B. in einer halb ernsten und halb ironischen Verwendung antiker Mythen: So erblickt Will Dorothea zum ersten Mal vor der Statue der »Schlafenden Ariadne« in den Vatikanischen Museen. Casaubon wird zum Minotauros, der Dorothea als Ariadne im Labyrinth ihrer Ehe zu verschlingen droht, bevor sie von Will als Held und Gott, als Theseus und Dionysos, gerettet wird.
Wirkung: Middlemarch weist in seiner für den realistischen Roman typischen Schilderung der Kämpfe um gesellschaftliche Teilhabe und persönliche Emanzipation auf moderne Erzählverfahren voraus. Während des Erzählens und Lesens werden der mitdenkende und mitfühlende Erzähler sowie der mitdenkende und mitfühlende Leser zu gleichberechtigten Teilhabern an der Sinnkonstruktion. Virginia R Woolf bezeichnete Middlemarch deshalb als »einen der wenigen englischen Romane für erwachsen gewordene Menschen«. F. B.

Kurzbeschreibung

Gegenstand von Middlemarch sind die miteinander verbundenen Themen Selbstfindung, sozialer Fortschritt und politische Reform. Im Zentrum der Haupthandlung steht die junge Dorothea Brooke, die nach einer unglücklichen Ehe mit dem Priester Edward Casaubon ihr Glück mit Casaubons Neffen, dem Journalisten Will Ladislaw, findet. Dieses Geschehen findet vor dem Hintergrund der Wahlrechtsreform von 1832 statt, die die Zahl der Wahlberechtigten für die Parlamentswahlen bedeutend vergrößerte und in der Zeit vor ihrer Verabschiedung das Bürgertum von Middlemarch spaltet. Mit der Haupthandlung um Dorothea, Will und Casaubon verbunden ist das Geschehen um den fortschrittlichen jungen Arzt Tertius Lydgate und dessen berufliches Scheitern. Lydgates glückliche Werbung um Rosamond Vincy und die folgende unglückliche Ehe finden ihr Gegenbild in der unglücklichen Werbung und glücklichen Ehe von Rosamonds Bruder Fred.

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5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der Weltliteratur, 5. November 2007
Während eines Hauptseminars bin ich auf George Eliots 'Middlemarch' gestoßen, stand der Titel doch auf dem Lektüreplan. Als ich schließlich das Buch in meinen Händen hielt, musste ich erstmal schlucken. Knapp 1150 Seiten, zudem noch im Reclam-Format... Damals hätte ich noch nie gedacht, als wie wertvoll die Lektüre sich schließlich herausstellen würde und wie schnell die Lektüre dann doch von Statten geht. All dies ist dem kunstvollen Stil Eliots zu verdanken, denn

Eliot versteht es meisterhaft, ein ganzes Beziehungsgeflecht der Figuren mit Leben einzuhauchen. Noch nie habe ich eine derart detailliert wirkende Kleinstadt erzählt bekommen. Auch Nebenfiguren wirken komplett auscharakterisiert und viele Schicksale verlaufen parallel. Der Roman könnte als Musterbeispiel für jeden guten Autor gelten, der seinen Roman gekonnt konstruieren möchte. Jedes Kapitel fügt sich nahtlos in den Roman ein und jeder noch so kleine Charakterzug, jede noch so kleine Nebenhandlung ist kein schmückendes Beiwerk, sondern sinngebend für dei drei großen Handlungsstränge. Auch Männer dürfen sich an der Geschichte erfreuen. Zwar geht es vordergründig immer um die Frage der richtigen Partie bzw. des Scheiterns der Ehe, doch dahinter verbergen sich Fragen nach dem Scheitern von Plänen in einer beengenden und normierenden Provinz wie Middlemarch. Der Leser leidet mit Figuren mit, die in Finanznöte geraten und ihre Ideale aufgeben müssen, um einen Ausweg zu finden. Ferner irrt der Leser mit Dorothea Brooks durch die Wirren der Ehe und versucht, jeden der Charaktere richtig einzustufen.

Noch ein Wort zur Ausgabe: Diese Ausgabe verfügt über einen Anhang mit Fußnoten, der die zahlreichen Anspielungen auf politische, literarische und kulturelle Strömungen der Zeit passend erläutert. So geht nichts vom Lesevergnügen verloren.

Fazit
------
Ich habe Henry James und Jane Austen gelesen, aber George Eliots Middlemarch ist für mich der absolute Höhepunkt der englischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Im Hinblick auf die kunstvolle, kurzweilige und wohldurchdachte Architektur des Romans, erscheint selbst der Umfang angemessen. Jeder Literatur-Interessierte sollte diesem Buch eine Chance geben.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Portrait aus dem 19. Jahrhundert: Ein Leben in der Provinz, 22. Juli 2008
Von Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
"Denn wenn die Welt immer besser wird, so ist das zum Teil auf Taten ohne historischen Rang zurückzuführen; und dass es um den Leser und mich nicht so schlecht steht, wie es sein könnte, das verdanken wir zur Hälfte den Menschen, die voll gläubigen Vertrauens ein Leben im Verborgenen geführt haben und in Gräbern ruhen, die kein Mensch kennt." (Schlusswort Middlemarch, George Eliot.)

Die fiktive Kleinstadt Middlemarch Anfang des 19. Jahrhunderts ist der Tummelplatz der bald vertrauten Gestalten, mit denen George Eliot eine ganz eigene kleine Welt ausgestattet hat. Aufregende Zeiten werfen ihre Schatten voraus und lassen sogar diesen ländlichen Ort nicht unberührt. Sozialer Fortschritt und wichtige politische Reformen sind gewichtige Themen, wie auch die schwierige Selbstfindung der Frauen, die in einer von Männern dominierten Welt einen eigenen Weg suchen. George Eliot, die ihren Roman um 1872 vollendet hat, blickt zurück und fängt die Stimmung eines ungewohnten Aufbruchs der Gesellschaft ein. Manche ihrer Helden schießen freilich über das Ziel hinaus und überfordern die ehrenhaften Bürgern mit ungewohnten Ideen und Reformen. Andere müssen ernüchtert feststellen, dass ihre Ziele von der Zeit eingeholt werden.

Da ist die zauberhafte und sehr idealistisch eingestellte Dorothea Brooke, die in ihr Leben den edlen Zweck verfolgt, anderen Menschen Gutes zu tun. Anstatt gefällige Aquarelle zu malen, zeichnet sie lieber Baupläne um bessere Wohnverhältnisse zu schätzen. Leider projektiert sie ihr Idealbild in eine Schreckensvision von Mann, den sie sich zum Ehemann erwählt. Als sie ihren Fehler bemerkt, ist sie bereits die Frau des vertrockneten und fehlgeleiteten Geistlichen Casaubon. Dies ist auch ein besonderes Kümmernis für dessen Vetter, Will Ladislaw, der Dorothea wie eine Heilige verehrt. Casaubon reagiert sehr eifersüchtig auf das besondere Interesse seines Verwandten und entwirft eine grausame Klausel in seinem Testament, welches seine Witwe für immer von Will trennen soll.
Ein Neuzugang in Middlemarch ist der junge Arzt Lydgate, der Dorothea als Frau ziemlich suspekt vorkommt. Er möchte die medizinischen Zustände seiner neuen Heimat reformieren und wählt ausgerechnet den heuchlerischen und verschlagenen Bankier Bulstrode aus finanziellen Unterstützer. Leider reagiert seine Umwelt nicht ganz so positiv auf Veränderungen.
Ganz angetan von Lydgate ist Rosamond Vichy, die anerkannte Stadtschönheit. Schließlich kann der Mediziner einige angesehene Adligen zu seinen Verwandten zählen. So sieht Rosamond in einer Ehe mit ihm eine Möglichkeit des gesellschaftlichen Aufstiegs.
Auch ihr Bruder Fred möchte aus dem Mittelklassenleben ausbrechen und wählt eine Ausbildung als Geistlicher, die ihm allerdings wenig Freude macht. Aber da ist ja noch die Aussicht auf ein Erbe. Einzig getrübt werden seine Aussichten durch die Bedenken seiner sehr verehrten Mary Garth, die seinen leichtsinnigen Lebenswandel kritisiert und ihm klar macht, dass sie ihn nur dann heiraten wird, wenn er sich bessern sollte. Und dazu besteht nur wenig Hoffnung.
Dann kommt noch der alkoholkranke und verschlagene Raffle nach Middlemarch, der ein düsteres Geheimnis des mächtigen Bulstrode aufdecken möchte. Tatsächlich führt dieser Plan zu einer ungewöhnlich heftigen gesellschaftlichen Erschütterung in dem kleinbürgerlichen Middlemarch.

Der kurze Abriss, der keinesfalls mit einer ausführlichen Beschreibung des vielfältigen Romanwerkes verwechselt werden darf, zeigt die inhaltliche Fülle des Gesamtwerkes. Der Roman ist insgesamt in acht Bücher aufgeteilt und wird von einem Vorspiel und einem Finale umrahmt. Jedes Kapitel wird von einem bekannten oder selbsterdachten Zitat eingeleitet. Die Autorin mischt sich aktiv in das Geschehen ein, erklärt leicht ironisch mögliche Absichten der einzelnen Figuren. Sie vermerkt einen Tadel, falls angebracht, entschuldigt jedoch auch gerne allzu menschliche Schwächen. Am Schluss liebt man sie einfach alle: die gefühlsstarke Dorothea, den leidenschaftlichen Will, die treue Celia, den umsichtigen Sir James, den vornehmen Mr. Brooke, den stocksteifen Mr. Causabon, den leichtsinnigen Fred, die schöne Rosamond, den ehrgeizigen Lydgate, die netten Garths, die Außenseiter Bustrode usw.
Und man freut sich auf ein baldiges Wiedersehen mit Middlemarch.

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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Anspruchsvolle Weltliteratur, 2. August 2003
"Middlemarch" gehört mit Abstand zu den bekanntesten und beliebtesten Romanen der viktorianischen Schriftstellerin George Eliot. Und das nicht ohne Grund: In diesem Werk gelingt es Eliot, ihren frechen Scharfsinn und ihre ausgeprägte Liebe für Details, ihren gekonnten Realismus und ihre außergewöhnlichen Charakter-Erfindungen so geschickt miteinander zu kombinieren, dass am Ende nicht weniger als Weltliteratur dabei raus kommt. Typisch für die Geschichte ist, dass sie sich um eine Vielzahl von Hauptpersonen dreht und mehrere Erzählstränge miteinander verwoben werden: Von der eigensinnigen und unglücklich verheirateten Dorothea Brooke über den überkorrekten und pedantischen Bulstrode bis hin zum verkannten Außenseiter Will Ladislaw zeichnet Eliot parallel Portaits von Einzelschicksalen, die sich stetig in ein Ganzes zusammenfügen - dafür braucht der Leser jedoch mehrere hundert Seiten Geduld. Spannend an "Middelmarch" ist Eliots subtile Kritik an der englichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts - dies ist besonders interessant vor dem Hintergrund ihres eigenen, unkonventionellen Lebens.
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3.0 von 5 Sternen Mühsam, süßlich, gefühlvoll
Eines vorweg: die Manesse-Ausgabe ist wie immer sehr schön und daher im Vergleich zu anderen Ausgaben vorbehaltlos zu empfehlen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Juli 2007 von mortibus

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... über einen Bestseller der Weltliteratur eine Rezension abzugbeben? Eigentlich nein. Aber ich möchte ganz subjektiv beurteilen welchen Eindruck dieser "Megawälzer" (1146... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. August 2003 von Leonie Löwenherz

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