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Der Wille zum aufrechten Gang
 
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Der Wille zum aufrechten Gang (Broschiert)

von Wolfgang Neugebauer (Autor), Peter Schwarz (Autor)
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Broschiert: 335 Seiten
  • Verlag: Czernin; Auflage: 1 (Oktober 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 370760196X
  • ISBN-13: 978-3707601961
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 999.403 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Zunächst war es die eigene Betroffenheit: Nach Fällen wie dem des Psychiaters und ehemaligen NS-Euthanasiearztes Heinrich Gross ist der Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen (BSA) jahrelang damit in Verbindung gebracht worden, ehemaligen Nationalsozialisten Unterstützung geboten zu haben.
Als Folge davon hat eine Historikerkommission unter der Leitung von Wolfgang Neugebauer im Auftrag des BSA dessen Rolle bei der gesellschaftlichen Integration ehemaliger Nationalsozialisten untersucht.
Entstanden ist eine umfassende und beeindruckende Dokumentation.


Über den Autor

Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer lehrt Geschichte der Frühen Neuzeit an der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er ist ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Eine notwendige Aufarbeitung, 21. April 2005
„Der Wille zum aufrechten Gang" ist ein gutes und auch ein schlechtes Buch. Gut, weil es die aktive Einflussnahme des BSA in bezug auf die Reintegration der ehemaligen Mitläufer und Mittäter im „Dritten Reich" beschreibt. Das Buch zeigt auf, dass der BSA aus machtpolitischem Kalkül, das der eigenartigen Logik der sozialpartnerschaftlichen Proporzbesetzung folgt, ehemalige Schwer- und Minderbelastete anstandslos in die akademische Vorfeldorganisation der SPÖ übernahm, ihnen damit herausragende professionelle (wie Dr. Gross) - und sogar politische Karrieren (wie DDr. Schachner-Blazizek) - anbot, ohne die notwendigen Nachforschungen angestellt zu haben und damit indirekt geltendes Recht beugten. Der BSA - wie auch die anderen akademischen Organisationen (ÖVP) - integrierte Täter in die österreichische Nachkriegsgesellschaft der Zweiten Republik. Damit handelte der BSA zynisch. Zynisch darum, da er diejenigen die bis 1945 Opfer waren wieder ihren Quälern aussetzte, die nun herausgehobene Positionen in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft einnahmen. Die ehemaligen Opfer fanden nun ihre Peiniger in Positionen wieder, die Gutachten erstellten, Zugänge zu Ressourcen kontrollierten und sogar mit der Aufarbeitung der nazistischen Gräueltaten zu tun hatten. „Der Wille zum aufrechten Gang" zeigt, wie Geschichtsaufarbeitung in Österreich in den ersten 40 Jahren der II. Republik erfolgte: Durch Verschweigen! Darum ist „Der Wille zum aufrechten Gang" gut. Schlecht ist das Buch, da es stilistisch nicht einmal Mindestanforderungen genügt. Redundanzen, Allgemeinplätze finden ebenso Eingang in die Beschreibungen, wie - anscheinend durch die Auftraggeber bedingt - liebdienerische Beschreibungen der Realität nach 1945, indem immer der Vergleich zu anderen Parteien oder Vorfeldorganisationen derselben gezogen werden, um die Konsequenz der Aktionen des BSA zu relativieren. Schlecht ist „Der Wille zum aufrechten Gang" auch darum, da das Buch verabsäumt die Vorgänge in einen weiterführenden Kontext einzubinden, der die Konsequenzen einer derartigen fehlgeleiteten Politik für das geistige Klima der „Zweiten Republik" aufzeigte. Die Verharmlosungen, Verniedlichungen und Verleugnungen die in Österreich das politische und soziale Klima bestimmten, trugen zur fatalen Geschichtsklitterung der Österreicher bei - Opfer und nicht Täter zu sein, die eine adäquate Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus verhinderte. Aus all diesen Gründen -guten wie schlechten ist „Der Wille zum aufrechten Gang" ein notwendiges und wichtiges Buch, das aufmerksame Lektüre verdient. Es sollte gelesen werden!
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