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54 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Management mit Manieren, 20. September 2001
Von Ein Kunde
Wer erinnert sich nicht an den 007-Klassiker „Liebesgrüße aus Moskau". In einer Szene entlarvt James Bond einen russischen Spion, der sich ihm als britischer Geheimagent vorstellt, durch falsche Tisch-Manieren. Der Spion bestellt Chianti zu gegrillter Seezunge - für einen britischen Gentleman mit Manieren ein unglaublicher Fauxpas.Hätte sich der russische Spion vor seinem Treffen mit Bond der Lektüre von Brigitte Nagillers „Knigge, Kleider und Karriere" gewidmet, wäre ihm dieser peinliche Fehler sicherlich nicht passiert und er hätte sich für Weißwein entschieden -und damit ganz nebenbei sein Leben gerettet. Gute Manieren erleben derzeit eine regelrechte Renaissance. Gerade heute werden sie neben dem Ausbildungsgrad und der beruflichen Erfahrung eines Bewerbers immer häufiger als Auswahlkriterium für die Vergabe einer vakanten Stelle in Betracht gezogen. Denn die globalisierte Arbeitswelt fordert reibungslose und perfekte Kommunikation mit Kunden, Geschäftspartnern, Kollegen und Vorgesetzten auf der ganzen Welt. Schließlich entscheiden oft zwischenmenschliche Kontakte über Erfolg und Misserfolg von Aufträgen und Entscheidungen. Wer jedoch meint, er wisse bereits alles über gute Manieren, der irrt vermutlich gewaltig. Angefangen vom Dresscode, über Tisch- und Trinksitten, Einladungen und Eröffnungsreden beleuchtet die Autorin alle Fettnäpfchen, in die man gerne hineintritt und die einem den Weg in die höheren Weihen des Berufsleben versperren können. Vor allem die Kleidung will sorgfältig ausgewählt sein. Richtige Passform und Länge, stilsichere Farben und die exakte Zusammenstellung: für das passende Outfit muss jede Kleinigkeit beachtet werden. Das gilt besonders am „Casual Friday". Denn trotz aller Lockerheit und legerem Stil, ist Fingerspitzengefühl für die richtige Kombination gefragt! Neben dem Outfit sollten auch gewisse Eigenschaften gekonnt kombiniert sein: die Karrierefrau besitzt beispielsweise mit „soft power" ein schlagkräftiges Werkzeug für ihren beruflichen Aufstieg in der (noch immer) männlich dominierten Berufswelt. Das Geheimnis dahinter ist simpel: sich männlichen Kriterien anpassen ohne weibliche Eigenschaften zu vernachlässigen und die Umgangsformen der Geschäftswelt souverän beherrschen. Dabei spielt unter anderem - man höre und staune - die Stimmlage eine große Rolle. Sie hat einen nicht unerheblichen Anteil am beruflichen Aufstieg, da hohe Stimmlagen oft als „unsachlich" und „emotional" empfunden werden. Ein Stimmtraining wirkt da Wunder. Ein Highlight des Buches ist aber zweifelsohne der „Auslandsknigge", der sich dem Kontakt mit ausländischen Geschäftskollegen widmet - verschiedene Sitten und Gebräuche der ausländischen Gäste werden dabei genauestens unter die Lupe genommen und analysiert. Hätten sie beispielsweise gewusst, dass ein Japaner beim Besuch im Restaurant üblicherweise seine Schuhe auszieht, oder er es ihnen übel nimmt, wenn er nicht in einem Mercedes vom Flughafen abgeholt wird? Fazit: Dieser Karriereknigge ist ein Handbuch, mit dem Berufseinsteiger ebenso wie Geschäftsleute mit Ambitionen auf Führungspositionen mühelos alle Klippen umschiffen, die der berufliche Alltag ihnen in den Weg stellt. Vor allem aber werden sie für manche Dinge sicher mehr Sensibilität entwickeln und gutes Benehmen nicht mehr als Nebensache betrachten. Denn der Wettkampf um die "besten Haltungsnoten" hat bereits begonnen.
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