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Leibhaftig
 
 

Leibhaftig (Gebundene Ausgabe)

von Christa Wolf (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 184 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (25. Februar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630871127
  • ISBN-13: 978-3630871127
  • Größe und/oder Gewicht: 21,5 x 12,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 113.312 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eine Frau erkrankt. Plötzlich gehen ihr die Worte aus: Da, wo vorher Sprache war, ist nun nur noch Schmerz. Die Frau wird eingeliefert, untersucht. Die erste Diagnose: Tachykardie. Ein Wort wie aus einer griechischen Tragödie, das Schlimmeres verheißt.

In Christa Wolfs neuer, in den 80er-Jahren spielender Erzählung Leibhaftig muss die lebensgefährlich Erkrankte, die immer wieder auch als Ich-Erzählerin fungiert, geduldig auf die rettenden Medikamente warten: Alles hängt davon ab, ob der Kurier via S-Bahn rechtzeitig nach Westdeutschland "übersetzen" und in einer dortigen Apotheke das Lebenselixier erstehen kann. Denn die Frau liegt im "Hades" einer Poliklinik, "drüben" in der DDR. In dieser "bleichen Zwischenwelt" eines geteilten Himmels, auf der krisenhaften Schwelle zwischen Leben und Tod, Früher und Heute, Ost und West, dämmert die Heldin vor sich hin. Minutiös registriert sie die mit ihr veranstalteten Prozeduren im Krankenhaus (dem "Spiegelbild der Gesellschaft"), denkt über frühere "Sünden" nach, und erinnert sich: an ihr Berliner Dasein, an den Grenzübergang Friedrichstraße und an den unverbesserlichen Zyniker Urban, mit dessen Leben sie schicksalhaft verbunden war -- damals, als sie noch von Staats wegen und nicht aus medizinischen Gründen unter Beobachtung stand.

In Leibhaftig kommen die Medikamente aus dem Westen rechtzeitig. Die Erzählerin überlebt -- anders als die Gesellschaft, in (und an?) der sie krank geworden ist. "Erzählen lässt sich nichts ohne Zeit", notiert sie in Leibhaftig: "Das Erzählen habe ich aufgegeben, zugleich mit dem Wissen, Fragen, Urteilen, mit dem Behaupten, Lehren und Verstehen." Wolf aber hat in permanentem Wechsel der Erzählperspektive ein großartiges Stück Prosa vorgelegt, menschliches Drama und Zeitdokument zugleich. Eine Krankheitsgeschichte aus den 80er-Jahren, die auch die Krankheitsgeschichte der 80er-Jahre -- und Bilanz einer Epoche -- geworden ist. --Thomas Köster



Amazon.de-Hörbuchrezension

Nach langem Schweigen hat sich Christa Wolf Anfang 2002 mit einer neuen Erzählung zurückgemeldet, die für viel Wirbel sorgte: Die Geschichte einer Frau, die noch zu DDR-Zeiten mit einem lebensbedrohlichen Blinddarmdurchbruch in einem ostdeutschen Krankenhaus liegt und Stunde um Stunde auf ein rettendes Medikament wartet, das aus dem Westen "importiert" werden muss, wurde nicht nur als beeindruckende Krankheitsgeschichte gefeiert, sondern vor allem als gelungenes Porträt der DDR-Befindlichkeiten Ende der 80er-Jahre. Mit den sich auf faszinierende Weise vermischenden Bewusstseins-, Fantasie- und Erinnerungsfragmenten einer todkranken Frau auf dem Weg der Genesung war Christa Wolf gelungen, woran viele schon gescheitert waren: eine treffende Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte in den letzten Vorwende-Jahren, auf persönlicher wie auf allgemeingesellschaftlicher Ebene.

Nun ist die Erzählung als Hörbuch erschienen, gelesen von der Autorin selbst. Und zwar sehr eindrucksvoll, denn Christa Wolf versteht es, den (ohnehin stark autobiografisch geprägten) Text auf eine sehr glaubhafte, intensive Weise vorzutragen: Man hört keinen blasierten Schauspieler, der sich nur in Szene setzen will, und man hört auch keinen aufgeblasenen Schriftsteller, dem der Stolz über sein erfolgreiches Buch aus jedem Wort trieft -- nein, man hört tatsächlich eine persönlich betroffene Frau, die sich fragt, wie es so weit kommen konnte: mit ihr und mit ihrem Staat. --Christoph Nettersheim

Ungekürzte Lesung durch die Autorin, Spieldauer: 330 Minuten, 5 CDs, 16-seitiges Booklet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Qualvoll, 28. August 2006
Von Heiko Bolick (Olten, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Die Erzählung kommt formal einfach daher. Sie ist linear geschrieben und lediglich mit ein paar Rückblenden durchsetzt. Inhaltlich geht um eine ältere Frau, die schwerkrank in einem Krankenhaus liegt und mit oder über sich in der ersten, zweiten und dritten Person spricht. Zentral sind der Schmerz, die Hoffnungslosigkeit und die eingeschränkte Wahrnehmung, ferner die Kontakte mit Ärzten und Pflegerinnen. Weniger wichtig scheinen die paar persönlichen Tupfer, die aus der Vergangenheit in der DDR herrühren - da ist vor allem Urban, der ihr einst nahe stand und den stillen Protest zugunsten eine Karriere im System aufgab, bis er selbst aufgab und sich in einem Wald erhängte.

Die Lektüre ist zunächst ebenso qualvoll wie das Leiden der Namenlosen auf der Intensivstation. Nur die strahlende, marmorgleiche Sprache, die klassizistisch und präzise in Stein gehauene Worte erinnern an die Christa Wolf aus früheren Werken. Erst gegen Ende des Buches, als die Krankheitserreger lokalisiert und vernichtet sind, kommt so etwas wie Erleichterung und Humor hinein. Die Frau ist wieder in der Lage ein paar Schritte zu gehen und aus dem Fenster zu blicken.

Es ist nicht leicht zu sagen, ob dieser monologische Text von eigener Erfahrung zehrt. Etliches spricht dafür, so auch die für mich unverständliche Anordnung, den Ort des Leidens, noch zehn Jahre nach der Wende, in ein Spital der DDR zu setzen. Auch wenn der Verlag auf dem Buchumschlag damit wirbt, dass Christa Wolf wiederum ihr zentrales Thema - Individuum und Gesellschaft - zum Inhalt gemacht hat, so ist gerade davon herzlich wenig zu merken, denn die alte Auseinandersetzung zwischen Kultur und Politik, zwischen persönlicher Überzeugung und gesellschaftlicher Notwendigkeit (hier in der Gestalt des Urban) ist zu dünn, als dass sie sich gegen die Leibhaftigkeit des Hauptstrangs der Erzählung durchsetzen könnte. Interessant wäre es doch gewesen, wenn Christa Wolf ihre Protagonistin in ein Westkrankenhaus verlegt hätte, um den Verlust von Solidarität und nachbarlicher Hilfsbereitschaft, die mit der Wende häufig einherging, auszuleuchten. Stattdessen begleiten wir eine todkranke Frau an die Pforten des Hades, eingehüllt in Schmerz und Bruchstücke persönlicher Erinnerungen an ein Land, das es nicht mehr gibt.

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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Interessante Bewusstseinsvorgaenge, 6. Mai 2002
Als ich das Buch zu lesen begann, bemerkte ich sehr schnell, dass es sich hierbei um keine leichte Sommerlektüre handelte, sondern vielmehr um ein Buch, das konzentriert gelesen werden sollte - zumindest, wenn der Leser den Text verstehen möchte und sich nicht darüber ärgern will, dass er dem Geschehen nur schwer folgen kann. Zuerst rief die Erzählweise Unverstehen und Verwirrung in mir hervor. Doch man liest sich bald ein. Die Gedanken eines schwerkranken Menschen werden aneinandergereiht, oft ohne logische und zeitliche Aufeinanderfolge - nicht in der Form eines literarischen Realismus, sondern vielmehr als stream-of-consciousness durch Bewusstseinsvorgänge. Gerade diese Technik ist es jedoch, die die Erzählung in meinen Augen so realistisch macht.
Die treffende Sprache, der gute Ausdruck und die gelungenen Metaphern fielen mir besonders auf. Wolf schildert die Protagonistin als gebildete Person, sie bringt einiges an Intertextualität ein, bezieht sich häufig auf Goethe und geht von einer guten Kenntnis des Lesers in bezug auf griechische Mythologie aus.

Das Werk ist bestimmt interessant, doch vom Gefallen her auf jeden Fall Geschmackssache!

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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine feine und subtile Krankenstudie, 13. Oktober 2002
Von C.Borries - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Christa Wolf Leibhaftig Luchterhand ISBN 36308711127 S.185

Dieses kleine Bändchen Prosa enthält die Geschichte einer Krankheit.
Die Kranke, namenlos, liegt nach einer schweren Operation lange Zeit in einem komatösen Zustand auf der Intensivstation eines Krankenhauses.
Im Zwiegespräch mit sich selber und mit einem unbekannten DU unterhält sich die Patientin, so als müsse sie ihre Gedanken einem Gegenüber mitteilen.
Während der Tage und vielleicht sogar Wochen währenden Krise, in der sie zwischen Leben und Tod schwebt, gehen ihr Gedanken durch den Kopf, die sie an Vergangenes und Gegenwärtiges erinnern. Es ist eine schwebender Zustand, in dem die Assoziationen ihrer Gedankenwelt diffus und genau zugleich sind.
Der Kampf ihres Immunsystems wird dem Kampf um das Dasein gleichgesetzt,
so als sei die Lebensqual zur körperlichen Pein geworden.
Das scheint ein wenig spektakulär, ist aber bei dem Leben als Schriftsteller in der ehemaligen DDR durchaus denk- und vorstellbar.
Die Autorin muß das Beschriebene selbst erlebt haben; zu genau sind ihre halluzinatorischen Wahrnehmungen und die wache Aufmerksamkeit, mit der jeder Satz, jede Aussage der Ärzte und der Besucher reflektiert wird.
Nicht die Spannung über den Krankheitsverlauf macht das Buch zu lesenswert, sondern die feinen Beobachtungen, die jemand in einem fast schon jenseitigen Zustand noch wahrnimmt. Christa Wolf hat mit diesem Büchlein einmal mehr bewiesen, daß die großartig schreiben kann!
Claudine Borries

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1.0 von 5 Sternen Literatur, die wehtut!
Geht man davon aus, dass Literatur wehtun muss, um als solche zu gelten, dann hat man hier ein großartiges literarisches Werk vor sich. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Januar 2005 von Marque Brand

5.0 von 5 Sternen Faszinierende Schilderung
Ein kurzes Buch, das mich sehr schnell in seinen Bann gezogen hat. Die fein akzentuierten Schilderungen der verschiedenen Bewußtseinsphasen sind derart gelungen, dass man (fast)... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Januar 2003 von cschaper6

5.0 von 5 Sternen sehr gelungen
Endlich ist es soweit - eine neue Erzählung von Christa Wolf. Mit diesem Werk gelingt es ihr erneut, die Leser in den Bann zu ziehen. Lesen Sie weiter...
Am 21. April 2002 veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen Ein verwirrtes Bild...
Obwohl ich mit der ehemaligen DDR keine Verbindung habe und aus, dem Sozialismus unverdächtigen, Österreich komme, kann ich den Ausführungen von Frau Wolf und der Laudatio des... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. April 2002 von gpa@aon.at

1.0 von 5 Sternen Schade...
Leider gehört auch Christa Wolf zu denjenigen, die immer noch an den Sozialismus und seine Heilkraft glauben - da kommt keine Lesegenuß auf ! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. April 2002 von patrickkunkel

4.0 von 5 Sternen Eine typische Christa-Wolf-Erzählung
Und mit dieser Überschrift ist auch schon alles gesagt.
Dass Christa Wolf nach langer Zeit endlich wieder etwas veröffentlicht, ist für Fans und Leser erfreulich genug - und... Lesen Sie weiter...
Am 14. März 2002 veröffentlicht

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