Buch der 1000 Bücher
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Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Uhrwerk Orange
OT A Clockwork Orange OA 1962 DE 1972Form Roman Epoche Moderne
In Uhrwerk Orange, seinem bekanntesten Ro-man, setzte sich Anthony Burgess mit der Frage auseinander, inwieweit die persönliche Willensentwicklung des Menschen von den Machtinstrumentarien einer konventionalisierten und mechanisierten Gesellschaft gesteuert werden kann. In der gleichermaßen Grauen erregenden wie faszinierenden Schilderung unterschiedlicher Gewaltformen einer individuellen, entfesselten Brutalität einerseits und einer staatlich kontrollierten Gewaltanwendung andererseits erzählt dieses sprachlich innovative Werk von der höllenhaften Identitätssuche des Ich-Erzählers Alex.
Inhalt: Allabendlich trifft sich der 16-jährige Alex mit seinen »Droogs« Pete, Georgie und Dim in der Korova-Milchbar, von wo aus sie zu ihren Beutezügen durch die nächtliche Großstadt aufbrechen. Die vierköpfige Gang, die Nadsat, einen von Burgess genial konzipierten, slawisch geprägten Teenagerslang spricht, wird von pathologischer Gewaltlust getrieben. Der Roman beginnt mit der Schilderung eines Abends, an dem Alex mit seinen Kumpanen einen alten Mann auf der Straße niederschlägt, ein Geschäft überfällt, in ein Privathaus eindringt und die Hausherrin brutal vergewaltigt. Alex zunehmende Gewaltbereitschaft gipfelt am nächsten Abend in dem Mord an einer alten Frau.
Alex kommt ins Gefängnis, wo es ihm gelingt, sich durch die Weitergabe von Häftlingsgeheimnissen bei dem Gefängnisgeistlichen anzubiedern. Als ein Zellengenosse von Alex nach einer Auseinandersetzung tot aufgefunden wird, erhält die Gefängnisleitung das Plazet des Innenministers, den Delinquenten einer noch unausgereiften Konditionierungs-Maßnahme für Straftäter zu unterziehen. Als erster Proband soll Alex innerhalb von 14 Tagen zum gesetzestreuen Bürger umerzogen werden. Gefesselt und unter dem Einfluss von Medikamenten muss er sich zweimal täglich Filmaufnahmen von Folterungen und Tötungen ansehen.
Tatsächlich bewirkt die barbarische Behandlung, dass Alex schon bei dem Gedanken an Gewalt Schmerz und Ekel zu empfinden beginnt. Doch seiner Abkehr vom Bösen liegt keine freie moralische Entscheidung, sondern lediglich eine Programmierung zugrunde. Er wird zutiefst verstört aus dem Gefängnis entlassen. Nach der Abweisung durch seine Eltern sowie der Misshandlung durch ein früheres Opfer und einen ehemaligen Bandenfeind wird Alex im Wahlkampf als politischer Märtyrer missbraucht, bis er einen Selbstmordversuch unternimmt.
Um die Öffentlichkeit zu beruhigen, leitet die Regierung schließlich Maßnahmen zu seiner Rekonditionierung ein, und so findet sich der inzwischen 19-jährige Alex im letzten Kapitel in der Korova-Milchbar wieder, diesmal in der Gesellschaft seiner neuen »Droogs«. Am Ende jedoch verlässt er die Bar mit dem Wunsch, sich ein bürgerliches Leben aufzubauen und eine Familie zu gründen. Seine Abkehr von der Gewalt hat er nunmehr selbstständig vollzogen.
Aufbau: Die retrospektiv erzählte Romanhandlung gliedert sich in drei Teile mit jeweils sieben Kapiteln. Der erste Teil schildert die Ereignisse vor Alex Inhaftierung, der zweite seinen Gefängnis-Aufenthalt und der dritte die Zeit nach seiner Freilassung. In der Entwicklung des Protagonisten vom unbewussten zum bewussten, vom verantwortungslosen zum verantwortungsvollen, vom fremdbestimmten zum freien Menschen spiegeln sich die beiden konträren religionsphilosophischen Positionen des Au-gustinismus und Pelagianismus, aber auch die manichäische Vorstellung vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse wider.
Wirkung: Die umstrittene Verfilmung von Stanley Kubrick (192899) 1971 trug entscheidend zum Weltruhm von Uhrwerk Orange bei. Burgess lehnte den Film jedoch ab, weil er (wie die amerikanische Buchversion) das letzte (21.) Kapitel übergeht und damit die moralische Aussage des Romans wesentlich verändert. B. S.
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Kurzbeschreibung
Allabendlich trifft sich der 16-jährige Alex mit seinen >>Droogs<< Pete, Georgie und Dim in der Korova-Milchbar, von wo aus sie zu ihren Beutezügen durch die nächtliche Grossstadt aufbrechen. Die vierköpfige Gang, die Nadsat, einen von Burgess genial konzipierten, slawisch geprägten Teenagerslang spricht, wird von pathologischer Gewaltlust getrieben. Der Roman beginnt mit der Schilderung eines Abends, an dem Alex mit seinen Kumpanen einen alten Mann auf der Strasse niederschlägt, ein Geschäft überfällt, in ein Privathaus eindringt und die Hausherrin brutal vergewaltigt. Alex' zunehmende Gewaltbereitschaft gipfelt am nächsten Abend in dem Mord an einer alten Frau. Alex kommt ins Gefängnis, wo es ihm gelingt, sich durch die Weitergabe von Häftlingsgeheimnissen bei dem Gefängnisgeistlichen anzubiedern. Als ein Zellengenosse von Alex nach einer Auseinandersetzung tot aufgefunden wird, erhält die Gefängnisleitung das Plazet des Innenministers, den Delinquenten einer noch unausgereiften Konditionierungs-Massnahme für Straftäter zu unterziehen. Als erster Proband soll Alex innerhalb von 14 Tagen zum gesetzestreuen Bürger umerzogen werden. Gefesselt und unter dem Einfluss von Medikamenten muss er sich zweimal täglich Filmaufnahmen von Folterungen und Tötungen ansehen. Tatsächlich bewirkt die barbarische Behandlung, dass Alex schon bei dem Gedanken an Gewalt Schmerz und Ekel zu empfinden beginnt. Doch seiner Abkehr vom Bösen liegt keine freie moralische Entscheidung, sondern lediglich eine Programmierung zugrunde. Er wird zutiefst verstört aus dem Gefängnis entlassen. Nach der Abweisung durch seine Eltern sowie der Misshandlung durch ein früheres Opfer und einen ehemaligen Bandenfeind wird Alex im Wahlkampf als politischer Märtyrer missbraucht, bis er einen Selbstmordversuch unternimmt. Um die Öffentlichkeit zu beruhigen, leitet die Regierung schliesslich Massnahmen zu seiner Rekonditionierung ein, und so findet sich der inzwischen 19-jährige Alex im letzten Kapitel in der Korova-Milchbar wieder, diesmal in der Gesellschaft seiner neuen >>Droogs<<. Am Ende jedoch verlässt er die Bar mit dem Wunsch, sich ein bürgerliches Leben aufzubauen und eine Familie zu gründen. Seine Abkehr von der Gewalt hat er nunmehr selbstständig vollzogen.
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