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Das Haus. House of Leaves
 
 

Das Haus. House of Leaves (Gebundene Ausgabe)

von Mark Z. Danielewski (Autor), Christa Schuenke (Übersetzer)
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 797 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1 (August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608937773
  • ISBN-13: 978-3608937770
  • Größe und/oder Gewicht: 24,4 x 18,2 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 149.449 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

textico.de

Hin und weg zwischen Nano und Horror
Da heißt es doch immer wieder, die meisten Leser wollten nur leichten Stoff: vorgekaut, zum Abschalten und gleich wieder vergessen. Nun, vielleicht die meisten. Nicht alle. Denn nun erscheinen in einem Jahr gleich zwei massive Bücher, die mit diesem Vorurteil ein für allemal aufräumen: Da ist Das Haus von Mark Z. Danielewski: dunkel, düster und unwiderstehlich. Und da ist Vellum - das ewige Stundenbuch von Hal Duncan, dunkel, düster und unwiderstehlich. Unterschiedlicher könnten die zwei Bücher dennoch kaum sein, und trotzdem ist ihnen ihr Herausstechen aus dem sonstigen Druck-Overkill dank einer Handlung ohne anlegbare Maßstäbe und erzählerischem Neuland gemeinsam; "Das Haus" saugt den Leser zusätzlich durch seine typographischen Präsentation in sich auf und "Vellum" mittels der mehrfach in sich explodierenden facettenreichen Zeichnung der Hauptfiguren. Beide Romane sind Phantastik und entziehen sich dabei souverän allen Genreklischees.

Durch die auffällige Investition an Zeit, Arbeit, Geld und Engagement beider Verlage und Übersetzer in die jeweiligen Werke ist es ihnen auch in den deutschen Fassungen möglich, ihre radikale Energie beim Leser freizusetzen.

Nur wenige Autoren schaffen es, in einer derart komprimierten Form eine Geschichte zu erzählen, die den Leser in ihren Bann zieht und sich in seinem Kopf immer weiter ausbreitet und ihm dabei ein besonderes Gefühl vermittelt: hier geht es bei aller Verfremdung um aktuelle Themen.

Synapsenkino für den Neuronennachbrenner. --Frank Rodebusch



kulturnews.de

Sieben Jahre hat es gedauert, bis Mark Z. Danielewskis grandioser Debütroman ins Deutsche übersetzt wurde. Dabei avancierte "Das Haus" nach seiner Veröffentlichung in den USA innerhalb kürzester Zeit zum Kultbuch, brachte dem 41-jährigen Danielewski Vergleiche mit Nabokov und William S. Burroughs ein und inspirierte Bret Easton Ellis zu der Aussage, der Roman ließe so ziemlich alle anderen fiktionalen Werke bedeutungslos erscheinen. Vielleicht liegt es an der hochkomplexen, vor Verrätselungen, Fußnoten und Zitaten nur so wimmelnden Struktur des Werks, dass sich so lange kein deutscher Verlag an die Übersetzung traute? Danielewski präsentiert "Das Haus" als den Nachlass eines blinden Alten, der einen Dokumentarfilm namens "Navidson Record" analysiert hat. Der Film zeigt die physikalisch unmöglichen Veränderungen im Haus des Kriegsfotografen Will Navidson - Räume entstehen, wo keine sein dürften, Mauern verschieben sich, ganze Hallen öffnen sich hinter einer schnöden Wohnzimmerwand. Die Expeditionen in diese neuen Räume erweisen sich als Horrortrips. Nachdem der blinde Zampanò gestorben ist, findet der Tätowierer Johnny seine Notizen zum offensichtlich fiktiven "Navidson Record" und beschließt, sie als Buch zu veröffentlichen - nicht ohne sie vorher mit eigenen Anmerkungen zu versehen. Das wohl Spannendste an "Das Haus" ist Danielewskis Spiel mit der Erzählersperspektive: Zampanòs Aussagen, die die eigentliche Geschichte erzählen, werden von Johnny immer wieder in Frage gestellt, Johnny wiederum wird in weiteren Fußnoten von "den Herausgebern" korrigiert. Beim Lesen dieser nicht nur formal spannenden Geschichte wird deutlich, wie sehr man normalerweise dem Erzähler vertraut - und wie aufgeschmissen und verwirrt man ist, wenn diese Instanz wegbricht. (jul)


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39 Rezensionen
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81 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Frankensteins ... Nein: Danielewskis Monster, 30. September 2007
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Danielewski hat mit seinem Erstling "Das Haus" ein Monster geschaffen.
Zehn Jahre Entstehungszeit, mehr als 800 Seiten lang, ein halbes Dutzend unterschiedlicher Schriftbilder, 450 Fußnoten, zwei Druckfarben, ein langes Register, eine Bibliografie, drei große Anhänge, Illustrationen, ein Index und ein Text-Layout, das dem englischen Dichter Edward E. Cummings (ebenfalls für seine typographischen Verzerrungen und Überraschungen bekannt) alle Ehre gemacht hätte, sind nicht unbedingt typisch für einen Debütroman. Auf den ersten Blick scheint es, David Foster Wallace hätte sich H.P Lovecrafts bedient, um ein literarisches Gegenstück zum Film "The Blair Witch Project" zu schaffen: Ein experimentelles Meisterstück.

Ein begabter, aber psychotischer junger Mann, der sich Johnny Truant nennt, stößt auf ein gewaltiges Manuskript ("Der Navidson Record") eines verstorbenen !!blinden!! Mannes mit Namen Zampano: eine wissenschaftliche, kritische Abhandlung eines gleichnamigen Dokumentarfilms. Er beginnt ihn zu redigieren. Dabei verliert er mehr und mehr die Trennung zwischen Wirklichkeit und Fiktion.
Der angebliche - aber nie gefundene - Dokumentarfilm betrifft ein Haus, was eigenwillige Raumveränderungen offenbart. In seinem Inneren ist ein riesiges kaltes, dunkles Labyrinth von Schwindel erregender Dimension verborgen und es lebt. ES LEBT! Die Berichte des eingesetzten Untersuchungstrupp sind haarsträubend, und nachdem sie ihren Weg verloren haben, verfallen sie nach und nach dem Wahnsinn.

Die Konfusion des Textes (manchmal wird er br_e__ i___t____e_____r, dann wieder zieht er sich z____u___s__a_mmen, von Zeit zu Zeit ist er durchgestrichen oder in Spiegelschrift geschrieben, manchmal muss man das Buch auf den Kopf drehen, einige Seiten vor- und dann wieder einige Seiten rückwärts lesen) überträgt die Verwirrung der Protagonisten linear auf den Leser. Wie es der englische Titel "House of Leaves" treffend bezeichnet, soll dem Leser suggeriert werden, dass das Buch selbst das gefährliche Haus ist: Ein Haus aus Blättern und Buchseiten, in dem er sich verlieren wird.

"Das Haus" überschattet andere berühmte Spukhäuser der Literatur. Danielewski verknüpft die furchterregenden Räume innerhalb des Hauses mit psychologischen Zuständen wie der Platzangst und geht sogar bis zur germanischen Legende von Yggdrasill: der Weltenbaum, die große Esche (Ash Tree) im Zentrum des Universums, die Himmel, Erde und ihre neun Welten miteinander verband. Was bei anderen Autoren nur eine "gewöhnliche" Erzählung eines spukenden Hauses sein würde, ist bei Danielewski eine wissenschaftliche Untersuchung der "psychologischen Dimensionen des Raums." Der Autor bringt Architektur und Mythos, Filmtheorie und Psychologie ein.
Der Roman sieht in seiner Patchwork-Konstruktion wie Frankensteins Monster aus, aber er lebt! Er lebt!

Besonders hervorzuheben ist die großartige Übersetzung durch Christa Schuenke, die den bockigen, rätselhaften Text, die Anagramme und die vielen anderen Verschlüsselungen in ein deutsches Lesevergnügen verwandelt hat.
Auch Lektor Hannes Riffel und Setzer Ronald Hoppe haben entscheidend dazu beigetragen, die deutschsprachige Ausgabe zu einem Gesamtkunstwerk zu machen: Zweifellos für alle Beteiligten eine ebensolch monströse Mühe und Arbeit.

Gleichwohl wird "Das Haus" aber sicher auch die bemerkenswerte Reihe der Bücher verlängern, die nie vollständig gelesen werden, alsbald im Bücherregal verschwinden und in der Reihe der großen literarischen Irrfahrten einen Ehrenplatz neben Joyces "Ulysses" finden.

Fazit:
"Das Haus" verbindet neben mehrtägiger harter Lesearbeit und außergewöhnlicher Konzentration auch echten Grusel und postmoderne Auflösungsfreude (nachgoogeln lohnt sich und ist immer für eine Überraschung gut). Das Pseudodokumentarische des Romans lädt zur Mitarbeit ein, zur eigenen Erforschung des fiktiven Phänomens. Empfehlenswert für alle Freunde anspruchsvoller Fantastik und moderner Literatur.

Und wer richtig hinschaut, wird irgendwo in seinem Leben auch solch eine Tür finden, die ins Dunkle führt: "Bleiben Sie nicht stehen, gehen Sie auch nicht langsamer, sondern laufen Sie einfach weiter. Da ist nichts. Seien Sie vorsichtig!"
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32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ist das wirklich fair?, 19. Oktober 2007
Von Christa Schuenke (BERLIN, BERLIN Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Natz71 "NH" aus Freiburg gibt gleich zu, dass er noch ganz am Anfang ist mit diesem großartigen Buch, aber er macht es schon mal runter. Ist das wirklich fair, ist es seriös, eine negative Rezension zu schreiben zu einem Buch, das man noch gar nicht ausgelesen hat? Ich finde, nein.

Allen positiven Meinungen kann ich nur heftig zustimmen, und, um Denis Scheck zu zitieren: "Vertrauen Sie mir, ich weiß, wovon ich rede!" - ich habe "Das Haus" übersetzt, und ich finde es absolut phantastisch. Da hat jemand eine völlig neue Form des Geschichtenerzählens entwickelt, die ihre Wirkung auf andere Autoren nicht verfehlen wird. "Das Haus" ist das ungeheuer kühne Experiment eines bewundernswert mutigen Autors. Und, was das Beste ist: Das Experiment ist gelungen, es funktioniert!

Ich hatte das Glück, Mark Z. Danielewski auf einem Teil seiner soeben abgeschlossenen Lesereise durch mehrere deutsche Städte begleiten zu dürfen, ich habe erlebt, wie begeistert die Leser in Berlin, Göttingen und Stuttgart reagiert haben. Ich war beeindruckt davon, wie tief viele Leser bereits in das Buch eingedrungen waren, was für kluge Fragen nach den Lesungen gestellt wurden. Und meine Freunde, die die Lesungen in Hannover und Köln besucht haben, bestätigen mir, dass es dort genauso war.

Nein, dieses Buch fordert den Leser - es fordert ihn heraus, aber es fordert ihn auch dazu auf, aktiv zu lesen, gleichsam selber mitzumachen. Es bereitet uns eine ganz einmalige Lese-Erfahrung und bietet Stoff zu endlosem Nachdenken. Es wiegt 1,5 Kilo, und das ist nichts, wenn man bedenkt, dass darin mindestens sieben Bücher verborgen sind.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Labyrinth der eigenen Seele, 18. Oktober 2007
Von Spaddl "spaddl" (SH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Ich habe vorhin dieses riesen Werk von Mark Z. Danielewski beendet und bin auch froh darüber. Es ist erleichternd dieses Buch, nicht nur wegen seines Gewichtes, nicht mehr mit sich rumschleppen zu müssen.
Dieses Buch nimmt einen gefangen; man kann nicht mehr entrinnen und MUSS einfach lesen.

Den Inhalt dieses Romans/dieser Abhandlung/etc. zusammenzufassen ist auch sehr schwierig:
Es existiert ein Video, der "Navidson-Report", der dokumentiert, welches Grauen eine Familie in dem besagten Haus durchmachen muss. Dieses Video wiederrum wird von einem blinden Mann, mit Namen Zampano schriftlich wiedergegeben und analysiert. Diese Abhandlung von Zampano bekommt der junge Johnny in seine Hände und arbeitet diese wieder auf.
Nebenbei sind die Niederschriften mit eigenen persönlichen Ereignissen von Johnny gespickt, die verstörender kaum sein können.

Der Autor spielt förmlich mit dem Leser. Der Leser geht mit auf die Expedition durch das Haus und ergründet dessen Schrecken als stummer Tourist.
Es kommt selten vor, das ein Buch mir regelrecht Angst macht, aber das ist bei diesem Buch passiert.
Die Sequenzen, in den Johnny "zu uns spricht" sind mehr als beängstigend und aufreibend.
Wahnsinn!

Mark Z. Danielewski lässt den Leser in Fallen tappen, lässt ihn miträtseln und -raten; wobei der Leser weiß, dass nichts so ist, wie es scheint.

Die Typographie ist in diesem Roman komplett auf den Kopf gestellt; und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Manche Textpassagen sind auf dem Kopf geschrieben, viele Seiten sind in Spiegelschrift und eingige Abschnitte in Blindenschrift verfasst.
Der Leser muss sich zudem durch 450 (!!!) Fußnoten kämpfen, die wirr angeordnet und teilweise komplett aus dem Zusammenhang gegriffen sind.

Das Buch kann ich Ihnen nun leider nicht empfehlen! Genau so wenig, wie ich Ihnen zu dem Buch raten kann.
Probieren Sie es aus; leihen Sie es sich von einem Bekannten oder einem Freund/In und lesen sie es stichprobenartig. Und wenn es Ihnen gefällt, sollten Sie es sich kaufen.

Ein beängstigendes Machwerk! Ein Wahnsinn! Ein (Vor)-Rezensent schrieb: "Es lebt." Und ja, das tut es.
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