Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nightlife in Island, 9. September 2002
Ein junger, frecher Roman, der in Island Kultstatus besitzt und kürzlich als hinreißende Komödie verfilmt wurde. Hlynur Björn ist ein Taugenichts, der die Tage verschläft und die Nächte in den Kneipen und Bars Reykjaviks verbringt. Mit seinen 33 Jahren lebt er noch immer bei seiner Mutter, die gerade ihre Neigung zu einer gleichgeschlechtlichen Beziehung entdeckt. Beziehungen zu anderen Menschen lässt Hlynur selbst nicht zu, er verachtet sie vielmehr. Jede Frau, der er begegnet, wird von ihm danach bewertet, wie viel Geld er für eine Nacht mit ihr bezahlen würde.Der in nur 3 Kapitel eingeteilte Roman hat eine originelle und tiefsinnige Handlung und brilliert mit überragender Erzählkunst. Durchweg werden die wirren Gedankengänge Hlynurs erzählt. Viele Wortspielereien, Wortschöpfungen und abstrus wirkende Assoziationen lenken die Handlung des Buches. Besonders beeindruckend finde ich die Schilderung der getrübten Gedankengänge, während Hlynur betrunken oder auf einem Ecstasy-Trip ist. Trotzdem gelingt es mir als Leser nicht, eine Nähe zum Charakter Hlynur aufzubauen. Zu fremd erscheint mir seine Einstellung zum Leben, sein bitterer Zynismus und seine Streitsucht. Bewundernswert die Geduld seiner Mitmenschen mit ihm. Oftmals ist es schwer, Zwiegesprächen zu folgen, da sie seitenlang von Hlynurs Gedanken unterbrochen sind, der vollkommen vom Gesprächsthema abschweift. Insgesamt ein Roman, den ich aufgrund seines anspruchsvollen Erzählstils und einer einfallsreichen und gesellschaftskritischen Handlung empfehlen möchte, der aber wohl die notwendige Konzentration beim lesen für sich beansprucht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
isländisch, 21. Juli 2009
tja,einmalig beschreibt es gut was ich da heute zuende gelesen habe. Hlynur ist einzigartig in seiner Sprache seinem Denken und vorallem seinem handeln...und es macht wirklich spaß ihn dabei zu begleiten. Wer zynismus in seiner extremsten form mag,und der protagonist geizt keinesfalls damit, der wird dieses buch lieben. die handlung ist skuriel, witzig, surreal und vorallem untrehaltsam! Aber auch anspruchsvoll...wer was besondreres möchte...kaufen!
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4.0 von 5 Sternen
Das Gesicht ist alles, was ich bin., 28. Januar 2010
Der Roman zeichnet einen Ausschnitt aus Hlynurs Leben im Zentrum Reykjaviks. Hlynur sieht sich selbst als das 'typische Beispiel eines Menschen, der innerlich so voll Leere ist, dass er alles tut, was er kann, um in Schwierigkeiten zu landen'. Er produziert drei Schwangerschaften: seiner Schwester, ihr versteckt er eine Antibabypille; Hófí, der Frau, mit der hin und wieder Sex hat (aber bloß nicht mehr); und Lolla, der neuen lesbischen Freundin seiner Mutter.
Doch Hlynur scheut Verantwortung. Er hat Angst vor dem Leben, dem Sein, Frauen allgemein, Gefühlen 'gans' besonders, und natürlich Arbeit. Er hält den 'Umgang mit Menschen nur im Fernsehen' aus, er konsumiert Nikotin und andere Drogen in rauen Mengen, er träumt von Sex, ohne ihn in Wirklichkeit er-leben zu können. Hin und wieder krabbelt seine Todessehnsucht an die Oberfläche.
Der Autor spiegelt Hlynurs Da-sein in der isländischen Gesellschaft direkt in seinem Roman. Irres Geschwafel, verzerrte Wahrnehmungen, konfuse Assoziationen; alles, was ein Mensch unter Drogen erlebt, werden in wirre Sätze gekleidet. Wortspiele zeigen das infantil-philosophische Denken des beziehungsunfähigen Protagonisten. Das sinnlose Geschwätz, auf dem in Bars und Kneipen das Zusammensein basiert, ermüdet den Leser immer wieder in einfachsten, banalen Sätzen. Manchmal wirkt vieles recht plakativ, aber meist sehr treffend und witzig.
Insgesamt ist das Werk ein wenig zu lang geraten. Es bietet aber einen bizarr-ironischen Blick auf das eigenwillige Leben der wenigen Menschen auf dem dunklen Eisland.
Nette Anmerkung zum Schluss: Hlynurs Preisliste für alle Frauen, die ihn auf irgendeine Art interessieren, rundet das Buch lapidar ab.
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