Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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36 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbare Bücher, 13. Februar 2003
Von Ein Kunde
Diese Bücher sind einfach wunderbar. Wer Sinn für gelungene Formulierungen hat, sich an der Verwendung auch nur einzelner Wörter erfreuen kann, der fühlt sich in jedem der "Joseph" Bücher zu Hause. Sicher muss man sich an den Stil gewöhnen, bleibt am Anfang an der ein oder anderen Stelle hängen. Doch das Lesevergnügen stellt sich ein. Am Ende eines Buches angekommen will man gleich zum nächsten greifen und nach dem letzten Band bedauert man, dass nicht die ganze Bibel in dieser Form nacherzählt wurde. In den gesamten Büchern schwingt immer eine zarte Ironie im Hintergrund mit, die Schwächen der Figuren werden fein herausgearbeitet. Die Bücher unterhalten auf einem wunderbaren Niveau.
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Genial, 15. Januar 2003
In der Joseph-Tetralogie zeigt Thomas Mann sich als der ganz große Geschichtenerzähler, der er ist. Nicht eine, nein, tausend Geschichten werden in diesen vier Büchern erzählt, Geschichten, die ineinander greifen, die abschweifen, jede für sich lesenswert und liebenswürdig. Überhaupt: liebenswürdig, das sind sie fast alle, die vielen Menschen, die dem Leser in dieser Mammutgeschichte begegnen. Natürlich findet man auch die typisch Mann'schen Themen wieder: das Erwähltsein (Joseph, ebenso wie Gregor, Adrian Leverkühn, Klaus Heinrich - und in ihnen letztlich Thomas Mann -, ist ein Erwählter), das Sich-selbst-Aufgeben aus Liebe, der Dualismus zwischen Kunst und Leben, zwischen dem Künstlich-künstlerisch-Verstiegenen und dem Natürlich-Unbedarften, zwischen dem geistig Schaffenden, Inerten und dem Lebendigen, Aktiven... Ich ziehe die vier Joseph-Bände mit ihrem grundsätzlich verschmitzt-heiteren Grundton, der immer wieder die Oberhand gewinnt, der düsteren Atmosphäre des Doktor Faustus und dem etwas schwül-dekadenten Verwesungsgeruch des Zauberbergs vor (ohne diesen beiden Werken die ihnen zweifellos gebührende Bewunderung zu versagen...). Verwandt ist der Erzählton in dieser Hinsicht eher dem des Erwählten und der Königlichen Hoheit. Zauberhaft und genial - wie immer bei Mann, aber hier vielleicht auf besonders charmante Weise - ist natürlich die Sprache: die wunderbar wallenden, fließenden Sequenzen, die meisterhaft durchgehaltene Leitmotivik, der stets zu erwartende jähe Umschwung von hohem Pathos, tiefer Tragik oder schmerzlicher Leidenschaft (eine andere gibt es bei Mann kaum) in ein verschmitztes Augenzwinkern, die allem zugrundeliegende subtile Ironie - all dies ist eine helle Freude für den Leser, der hohe Sprachkunst zu schätzen weiß. Ausdauer, das sei zugegeben, braucht man für dieses Meisterwerk der Erzählkunst: bei insgesamt etwa 1800 Taschenbuchseiten hat auch der schnelle und begeisterte Leser durchaus etwas zu tun. Doch es lohnt sich! Auch denjenigen, denen der Erzählstil anfangs etwas ungewohnt vorkommen möge, sei die Lektüre wärmstens empfohlen, denn in die Mann'sche Sprache kann man sich "einlesen", und wer Spaß an gut erzählten Geschichten hat, der wird seine Freude an dem Werk haben.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Josephsroman von Thomas Mann, 29. April 2006
Welcher Schriftsteller hat eine Einleitung zu einem Roman wie die Höllenfahrt je geschrieben? Ich kenne keinen.
In welchem Werk wird die Anteilnahme des Lesers mit den Haupt- und Nebenfiguren des Romans zu Dutzenden von Malen aufs höchste erregt? Wer leidet nicht mit mit einem Jakob, einer Lea oder Rachel, einem Esau oder Ruben, einem Potiphar, einer Mut, einem Juda oder einer Thamar?
Man kann man sich aber auch vor Lachen den Bauch halten, wenn sich die beiden Zwerge in die Haare kommen.
Wo kann man deutsch in seiner erlesensten Ausdrucksform bewundern? Mir ist jedenfalls nichts vergleichbares bisher untergekommen. Die Reden Josephs mit seinem Vater, mit Potiphar und vor dem Pharao seien als Glanzpunkte herausgestellt.
Wo steht das Menschliche der Hauptfigur in seiner positiven Ausprägung im Zentrum eines Gesamtwerks?
Wie ist es möglich, dass beim x-tenmal Lesen die Ergriffenheit beim Herannahen der Höhepunkte nicht abnimmt sondern ganz im Gegenteil sich diese ganz besondere Mischung aus Leid und Freude immer wieder eher noch verstärkt einstellt ähnlich wie beim Hören eines begnadeten Sängers?
Wenn überhaupt kann sich mit diesem Opus nach meiner Meinung nur noch der Zauberberg messen.
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