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Mitte des Lebens
 
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Mitte des Lebens (Taschenbuch)

von Luise Rinser (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 220 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 47., Aufl. (Januar 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596202566
  • ISBN-13: 978-3596202560
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,1 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 1.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Mitte des Lebens
OA 1950 Form Roman Epoche Nachkriegsliteratur
In ihrem erfolgreichsten, formal komplex gestalteten Roman beschäftigt sich Luise Rinser mit dem Recht der Frau auf Selbstbestimmung.
Inhalt: Die 49-jährige Ich-Erzählerin Margret trifft zufällig ihre um zwölf Jahre jüngere Schwester Nina, die sie seit fast zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Nina steht kurz vor ihrem Umzug nach England, der ihr die Flucht vor der Liebe zu einem verheirateten Mann ermöglichen soll. Die letzten Tage vor der Abreise verbringen die Schwestern gemeinsam. In dieser Zeit erfährt Margret die Geschichte Ninas, hauptsächlich durch das Tagebuch des gerade verstorbenen Arztes Dr. Stein, der ihren Lebensweg 18 Jahre lang – von 1929 an bis ins Jahr 1947 – begleitete. Er hatte sie als junge Studentin kennen gelernt, als er sie von einer Blutvergiftung heilte, und verliebte sich in sie. Sein Tagebuch beschreibt die Vergeblichkeit dieser Liebe und die Hoffnung Steins, die um zwanzig Jahre jüngere Nina letztlich doch für sich gewinnen zu können. Einer Verwirklichung dieses Wunsches steht jedoch die Persönlichkeit Ninas, deren Darstellung den Kern des Buches bildet, entgegen. Sie führt ein unstetes, unkonventionelles Leben, das bestimmt ist von ihrem unbedingten Freiheitsdrang und einer beständigen Sinnsuche. Ihr Lebenshunger lässt sie bei der Suche nach neuen Erfahrungen auch vor großem Leid und Einsamkeit nicht zurückschrecken. Nach dem Tod ihres Vaters übernimmt sie es aus finanziellen Gründen, eine kranke Tante bis zu deren Tode zu pflegen. 1933 hilft sie gemeinsam mit Stein, Verfolgte über die Grenze zu schmuggeln. Sie heiratet, hat zwei Kinder, doch die Ehe ist nicht glücklich. Als sie von ihrem Mann bereits getrennt lebt, wird dieser zum Tode verurteilt; sie hilft ihm, sich mit Gift zu töten. Wegen »Beihilfe zum Hochverrat« wird sie selbst inhaftiert. Nach dem Krieg avanciert sie zur erfolgreichen Schriftstellerin.
Dem von Freiheit und Leidenschaft geprägten Leben Ninas steht das der Schwester Margret gegenüber. Sie ist verheiratet, führt ein geordnetes, bürgerliches Leben ohne besondere Aufregungen und war immer zufrieden mit dieser ruhigen Existenz; erst als sie vom Lebens Ninas erfährt, beginnt sie ihre vordergründige Zufriedenheit in Frage zu stellen.
Aufbau: Der recht einfachen Fabel des Romans steht ein komplexer formaler Aufbau gegenüber. Der Leser wird aus mehreren Perspektiven über das Leben Ninas informiert: den Tagebuchaufzeichnungen Dr. Steins, den eigenen Erzählungen Ninas und den Beobachtungen der Ich-Erzählerin. Auf diese Weise entsteht ein vielschichtiges Bild Ninas, deren Anspruch auf Selbstverwirklichung nicht zuletzt in dem Widerstreit von Selbst- und Fremdbeschreibung zum Ausdruck kommt.
Die kontrastive Zeichnung der beiden Schwestern sowie der Figuren Nina und Stein, aber auch die Widersprüchlichkeit Ninas selbst sind Teil einer Gestaltung polarer Gegensätze wie Geist und Leben, Ordnung und Leidenschaft, Liebe und Entsagung, die sich durch den Roman ziehen. Dieses Kreisen um existenzielle Widersprüche, welche die Konfliktlagen der Figuren begründen, bleibt für das gesamte Werk von Rinser bestimmend.
Wirkung: Der Roman Mitte des Lebens wurde ein Welterfolg und in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Er brachte Rinser auf Betreiben von Thomas R Mann 1952 den René-Schickele-Preis ein. Der Folgeroman Abenteuer der Tugend (1957) fiel bereits in die Zeit der vom katholischen Glauben geprägten Romane der Autorin und war weniger erfolgreich. S. D.


Kurzbeschreibung

Als Luise Rinsers Roman "Mitte des Lebens" zum ersten Mal erschien, schrieb Die Weltwoche in Zürich: "Dieser Roman, eine Liebesgeschichte teils in Tagebuchform, teils direkt erzählt, ist wahrscheinlich das ausgeformteste und reichste Buch, das die deutsche Literatur heute besitzt. Es schildert die erfüllungslose Liebe eines um zwanzig Jahre älteren Mannes, Dr. Stein, Professor der Medizin, zu der jungen Studentin Nina Buschmann, die im Laufe der Handlung zur Frau heranwächst ... Das Buch ist viel mehr als eine bloße Liebesgeschichte, es ist die Summe der Lebens- und Kunsterfahrungen einer Dichterin, die ihre Zeit durchlitten und durchfochten hat, um sie nun zu sublimieren, Kindheit und Tod, Leidenschaft und Leere des Herzens, Künstlertum und Abstraktion, das ganze Leben schillert reich und vielfältig aus seinen Seiten."

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Von Lothar Müller-Güldemeister "Reißwolf" (Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Die Autorin beschreibt eine exaltierte junge Frau, Nina, vorwiegend aus der Sicht der fiktiven Tagebücher eines Mannes, der sie liebt, aber nicht erringen kann. Jedoch vermag die Autorin weder von der Figur der Nina noch von der des Mannes zu überzeugen. Die Autorin verfügt nicht einmal über die sprachlichen und gestalterischen Mittel, den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten (Tagebuch des Mannes, Ich-Erzählung der Schwester, schriftliche Äußerungen von Nina) einen jeweils eigenen sprachlichen Ausdruck zu verleihen. Darüberhinaus sind die Beschreibungen weitschweifig, unstrukturiert und häufig von absoluter Beliebigkeit. Man gewinnt den Eindruck, dass die Autorin einfach drauflosgeschrieben und dabei alles mit hineingenommen hat, was ihr dabei gerade noch so eingefallen ist - und das, was ihr einfällt, ist leider erschreckend banal, gleichviel, ob es um Liebe, Sex, Euthanasie, die Nazis oder tote Fliegen geht. Dass sie ihre Ergüsse hinterher noch einmal durchgelesen hat, wage ich zu bezweifeln - hat sie es aber getan, macht es die Sache nicht besser. Was bleibt, ist die Vermutung, dass die Rinser in der Nina unbewusst ein Bild von sich selbst gezeichnet hat: das einer Frau, die ständig kopflos irgendwelchen Moden (Nazitum, Antinazitum, Katholizismus, SPD, Friedensbewegung) und Männern (u.a. dem Nazifreund Carl Orff) nachgerannt ist, die gerade ihr Ego am besten bedient haben. Was auch bleibt, ist das Erschrecken darüber, auf welch furchtbar niedrigem Niveau man schreiben und trotzdem von den Kritikern in den Himmel gehoben werden (und sogar von den Grünen zur Bundespräsidenten-Kandidatin ernannt werden) kann, wenn man sich nur mit genügend Hemmungslosigkeit und Aplomb in Szene setzt.
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