Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", 30. März 2004
Dieses ist mir bisher wirklich selten passiert: ein Buch mit 255 Seiten, durchgelesen in wenigen Stunden, unterstützt sicherlich durch einen schon durchaus wärmenden, so lange erhofften, Vor-Frühlings-Tag, auf der Terrasse gemütlich sitzend, und zugegeben, ein Bier (Veltins) genießend (oder waren es zwei?) :-)) ? Und eine knappe Woche später selbiges Buch noch einmal, hochkonzentriert, neuerlich durchgelesen ! Ein Erlebnis! Die Rede ist von Jürgen Bertram's Buch "Die Helden von Bern - Eine deutsche Geschichte". ---------------------------------------------------------------- Zum Inhalt: "Durch welches Ereignis nach dem Zweiten Weltkrieg, so könnte eine Frage in einer der vielen Quizsendungen im Fernsehen lauten, hat sich die Bundesrepublik im Bewußtsein ihrer Bürger als Nation etabliert? War es: a) die Verkündung des Grundgesetzes? b) die Gründung der Bundeswehr? c) ein wichtiges Fußballspiel? Die richtige Antwort, so meinen renommierte Historiker, ist: "c" 3:2 hieß das nationale Identität stiftende Ereignis, mit dem Deutschland am 4. Juli 1954 in Bern die Weltmeisterschaft gewann. Besiegt waren nicht nur die als unschlagbar geltenden Ungarn, sondern auch die diffusen Selbstzweifel, die das Volk neun Jahre nach der als Schmach empfundenen Kapitulation noch immer plagten. So unfassbar und gleichsam beglückend war der Erfolg, daß die Chronisten von einem "Wunder" sprachen. Fünfzig Jahre nach dem historischen Triumph scheint es an der Zeit, das Spiel der Spiele noch einmal Revue passieren zu lassen, das Leben seiner Protagonisten wie dem knorrigen Trainer Sepp Herberger oder seinem kapriziösem Kapitän Fritz Walter nachzuzeichnen, aber auch, ohne die große sportliche Leistung schmälern zu wollen, ein paar kritische Fragen zu stellen. ---------------------------------------------------------------- Fazit: Dieses ist nun wahrlich kein reines Sachbuch zum Thema Fußball. Immer wieder (beeindruckend) eingefügt sind sehr persönliche Passagen des Autors. Sie geben Auskunft über die Atmosphäre der fünfziger Jahre, in denen die Väter, statt über ihre schuldhafte Verstrickung nachzudenken, ihre Frustration häufig genug an den eigenen Kindern abreagierten. Ein Befreiungsschlag, so viel steht fest, war das "Wunder von Bern" auch für uns Söhne"! ---------------------------------------------------------------- Bei diesem Buch muß ich die "5-Sterne-Wertung" außer Kraft setzen: Ich war und bin fasziniert und beeindruckt = *Sterne* ohne Ende!! Konsequenz: Diverse Freunde müssen dieses Jahr damit leben, zu besonderen Anlässen oder 'auch nur so', sich mit den "Helden von Bern" anzufreunden - aber ich bin mir eigentlich ziemlich sicher: Sie werden dieses Buch "schätzen und lieben"! :-)) Für mich bisher: "Das Buch des Jahres 2004" !! => Kaufen! Es grüßt ein begeisterter - Reinhard Busse
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Diskrepanz zwischen Titel und Inhalt, 11. Mai 2004
Man könnte es positiv formulieren, indem man sagt, daß Jürgen Bertram nicht ganz so euphorisch in das Jubelhorn zum "Wunder von Bern" einstimmt. Andererseits erscheint es mir so, daß mit so manchen Geschichten schlichtweg ein anderes Bild von "den Helden" gezeichnet werden soll, als das bisher gängige. Auch andere Autoren zum Thema sparen die eher dunklen Kapitel im Leben der "Helden von Bern" nicht aus, allerdings scheint mir bei diesem Buch ein wenig zu weit gegangen zu sein. Was Bertram über Fritz Walter zu berichten weiß, "Anpasser" ist noch das netteste, scheint m.E. überzogen und wenig berechtigt.Was mich insgesamt an diesem Buch gestört hat, ist die Diskrepanz zwischen Titel und Inhalt. Natürlich schreibt Betram über die Helden von Bern, aber es geht wieder nur hauptsächlich um Fritz Walter und Helmut Rahn. Nun gut, Betram kümmert sich überdies auch in eigenen Kapiteln um Jupp Posipal und Werner Liebrich, in aller erster Linie sind es aber vorgenannte, die ihn interessieren. Wo bleiben da die anderen Spieler der Endspielelf? Und die Ergänzungsspieler, die in den Vor- oder Hauptrundenspielen zum Titelgewinn beigetragen haben? Auch die persönlichen Schilderungen, des Autors, wie er die WM 1954 erlebte, bringen nicht viel neues. Teilweise fühlt man sich an die Worte von F.C. Delius erinnert ("Der Tag, an dem ich Weltmeister wurde"), ansonsten ist es die gleiche Teitzeugengeschichte, die man von Vater, Opa, Onkel kennt.
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