Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gedanken eines Lesers!, 2. Oktober 2005
Im Jahr 2002 beschließt der Literaturdozent Alberto Manguel sich einen Luxus der besonderen Art zu leisten: Ein Jahr lang liest er Monat für Monat eines seiner Lieblingsbücher noch einmal und führt währenddessen ein Tagebuch, das nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Ihm ist mit diesem Tagebuch ein ausgesprochen reizvolles Buch gelungen, dass aufzeigt, wie vielschichtig und eindrücklich Literatur wirken kann. Er reflektiert über so unterschiedliche Bücher und ihre Autoren wie "Kim" von Rudyard Kipling oder "Der Wind in den Weiden" von Kenneth Grahame, aber auch Adalbert von Chamissos "Schlemihl" oder H.G. Wells, "Die Insel des Dr. Moreau". Dabei folgt er weder einem Kanon noch einer bestimmten Epoche. Nur von seinen eigenen Vorlieben lässt er sich bei der Zusammenstellung seiner Lektüre leiten und zeigt dabei auf, dass sich das Urteil bestimmter Bücher im Laufe eines Lebens ändert, dass man beim Lesen auch stets stimmungsabhängig ist und die Atmosphäre und Lebensphase in der man ein Buch liest, gleichsam mit konserviert! All' das ist Viellesern nicht unbekannt, aber es tut gut mit Alberto Manguel einen Chronisten zu haben, der den Kosmos des Lesens und seine Segnungen so wunderbar auf den Punkt bringt. Letztlich lädt dieses Buch dazu ein, sich noch einmal mit seinen eigenen Lieblingsbüchern auseinanderzusetzen! Und auch wenn das mangels Zeit doch nie klappt: Von einem solchen mit viel Herzblut durchgeführten Unternehmen zu lesen, ist - fast - genauso schön!
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31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vom Glück des Lesens!, 14. Januar 2006
Alberto Manguel Tagebuch eines Lesers S. Fischer ISBN3100485751 6Der Schriftsteller Alberto Manguel ist in seinem Leben viel herum gekommen. Als Sohn eines Diplomaten 1948 in Buenos Aires geboren, hat er in vielen Städten und Ländern gelebt. Zuletzt lässt er sich in einem kleinen Städtchen und in einem alten Haus im Süden Frankreichs nieder. Beim Einrichten seiner Bibliothek dort beschließt er eines Tages, Bücher, die er schon einmal gelesen hat, erneut zu lesen. In einem Tagebuch skizziert er quasi täglich, was ihm bei diesem oder jenem Autor zum eigenen Leben einfällt, welche Bezüge Gedichte oder Einsichten für ihn im Leben hatten. Dabei wird schon im Prolog sichtbar, dass es Bücher gibt, die man vergisst, solche, die man einmal liest, und dann ist es vorbei und eben jene, die als Lebensglück ewige Lebensbegleiter bleiben. Diese Einleitung alleine schon macht Lust auf das Buch,--und es hält, was es verspricht: zu sehen, auf welche Weise man Bücher lesen kann, wie sie einen anregen, den inneren Dialog mit den Dingen der Welt und mit dem menschlichen Zusammenleben zu beflügeln, ja, wie die eigenen Lebenserkenntnisse sich in Büchern wieder finden und die eine oder andere Weisheit vorweg nehmen oder im Nachhinein als Wahrheit erkannt werden. In diesem wunderbaren Tagebuch eines Lesers erfahren wir etwas darüber, was Bücher für denjenigen, der sich für Literatur begeistert, bedeuten, wie viel Lebensglück und Lebenserfahrungen sich in den gelesenen Büchern wieder findet. Man könnte dieses Buch fast als Anleitung zum Lebens -und Leseglück für Leser betrachten. Ich möchte es jedem empfehlen, der sich für Literatur begeistert. Cl.B.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
literarische Entdeckungsreise, 3. Oktober 2005
Ein sehr persönliches Buch. Alberto Manguel hat in einem Dorf in Frankreich ein Haus erworben und will es einrichten. Natürlich geht es in dem Tagebuch um seine Bibliothek. Er wählt zehn Lieblingsbücher aus, jeden Monat liest er eines davon und ist erstaunt, dass er Romanpassagen mit seiner Gegenwart verknüpfen kann: mit Zeitungsnotizen, mit Erlebnissen, die er vergessen hatte und lässt sich durch diese Bücher zu Überlegungen inspirieren. Auf diese Weise begleiten wir den Autor ein Jahr seines Lebens, Juni 2002 - Mai 2003, und lesen lange und kurze Absätze, die wie Bruchstücke seiner Gedankenwelt auf dem Papier verewigt sind.Die Auswahl der Bücher ist überraschend. Hier lässt sich einiges entdecken, zB. Adolfo Bioy Casares, Morels Erfindung; Machado de Assis, Die nachträglichen Memoiren des Brás Cubas; Dino Buzzati, Die Tartarenwüste. Manguel konnte mich besonders für diese drei Romane neugierig machen. In einem Kapitel erinnert sich der Autor an seinen Vater, der auch in seinen Träumen vorkommt. Das ist für ihn eine gute Möglichkeit auf Margaret Atwoods Roman „Der lange Traum" zu sprechen zu kommen, in dem eine Frau seinen Vater sucht; und Kant fällt ihn ein: „Nach Kant sind Vernunft und Wahnsinn so eng benachbart, dass es unmöglich ist, das eine zu erforschen, ohne das andere zu berühren." Dies bezieht Manguel auf Atwoods Roman.. Die Frau glaubt in dem Roman, ihr Vater könne nicht so eine Leidenschaft für Felszeichnungen gehabt haben, „dass er in der Wildnis den Verstand verlor." Sie glaubte an das Gegenteil und Manguel zitiert Margaret Atwood: „Ich hatte nun den unbestreitbaren Beweis für seine geistige Gesundheit und damit für seinen Tod...". Im Kapitel über die „Erinnerungen von jenseits des Grabes" von Chateaubriand stoßen wir auf ein Zitat, welches den Autor an den 11.September denken lässt:...ich kenne kein Wesen, das knechtischer, verächtlicher, niederträchtiger, beschränkter wäre als ein Terrorist." In einem Tagebuch kann nicht erwartet werden, dass der Autor ausführlich Romane bespricht, auf die er in den Kapiteln eingegangen ist. Hier liegt aber das Problem der Konzeption dieses Tagebuches. Jedes Kapitel hat als Hauptthema ein Roman, doch bekommen wir nur Fetzen und Notizen von den Romanen mit. Manguel wünscht sicherlich, der Leser lässt sich inspirieren und möchte das eine oder andere Buch lesen. Wahrlich, das Tagebuch ist eine Inspirationsquelle.
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