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Nichts als Gespenster
 
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Nichts als Gespenster (Broschiert)

von Judith Hermann (Autor)
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (62 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 317 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 6 (20. April 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596157986
  • ISBN-13: 978-3596157983
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (62 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 21.936 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit dem Erfolg kommen die Ansprüche. Das musste auch Judith Hermann erfahren und ließ Kritiker und Leser über vier Jahre auf ein zweites Buch warten. Aber das Warten hat sich gelohnt: Wem Sommerhaus, später gefallen hat, wird von den neuen Erzählungen dieser Meisterin der gepflegten Schwermut begeistert sein. In sieben Variationen ihres Lieblingsthemas der unglücklichen Liebe und der allgemeinen Verlorenheit im Leben schickt Judith Hermann ihre Figuren in die Welt hinaus, obwohl den meisten das Reisen so suspekt ist wie der jungen Frau aus "Aqua Alta": "Zwei oder drei Tage vor dem Beginn einer Reise werde ich ängstlich, ohne Grund, alles scheint mir sinnlos, die Ferne, die Fremde, die Kontinente nicht anders als jeder Blick aus meinem Fenster, vier Wochen in einem unbekannten Land, wozu, denke ich, was soll da anders sein und was soll es mir nützen..."

Venedig, Prag und Karlsbad, die Wüste Nevadas, Island oder das Norwegen nördlich des Polarkreises -- in sämtlichen Erzählungen wird die gewohnte Umgebung hinter sich gelassen, und sei es auch nur eine Fahrt in die deutsche Provinz, wohin die Icherzählerin aus "Ruth (Freundinnen)" reist und sich in den Geliebten der besten Freundin verknallt. Nichts als Gespenster -- gespenstisch wirken die Hermann'schen Figuren tatsächlich oft, in ihrer Orientierungslosigkeit und Indifferenz, mit der sie durch ihr Dasein laufen.

Inhaltlich und stilistisch setzt die junge Berlinerin, die Sommerhaus, später mit einem Schlag zur erfolgreichen und gefeierten Autorin machte, auf das gleiche Pferd. Warum auch nicht. Andererseits hat sie sich durchaus weiter entwickelt: Ihre Geschichten sind länger (bis zu 60 Seiten) und durch den häufigen Einsatz unterschiedlicher Zeitebenen komplexer geworden. Und selbst einzelne Momente der Seeligkeit gönnt sie ihren Figuren nun hin und wieder, wie am Ende von "Die Liebe zu Ari Oskarsson", der letzten der sieben durchweg gelungenen Erzählungen: "... und wir legten die Köpfe in den Nacken und sahen das Nordlicht an, ins All geschleuderte Materie, ein Haufen heißer Elektronen, zerborstene Sterne, was weiß denn ich. "Und bist du jetzt glücklich?" sagte Owen atemlos, und ich sagte "Sehr." --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .



Audiobook-Rezensionen

Judith Hermann, seit ihrem Erzählband „Sommerhaus, später“ von der Literaturkritik zur bedeutendsten deutschen Autorin erkoren, liest aus ihrem neuen Erzählband „Nichts als Gespenster“. Sie trägt drei der insgesamt sieben Liebesgeschichten vor: Betont unprätentiös, schlicht, lakonisch, im immer gleichen Rhythmus. Eine Autorenlesung, in der die Stimme den Inhalt passend transportiert.

Die Protagonisten dieser Storys sind alle auf der Suche nach sich selbst. Zu diesem Behufe reisen sie viel. Und auf diesen Reisen ist ihre Wahrnehmung geschärft, sie verfügen über eine genaue, detaillierte Beobachtungsgabe. In ihrem Leben passieren keine aufsehnerregenden Dinge; trotzdem sind es Leben, die es wert sind, gelebt zu werden. Gerade weil der Zufall eine so große Rolle spielt. In allen drei Geschichten lösen Momentaufnahmen, Augenblicke oder Sätze die weitere Entwicklung aus.

In der ersten „Ruth“ genannten Erzählung steht am Anfang der Satz „Versprich mir, dass Du niemals etwas mit ihm anfangen wirst.“ Und genau das passiert, obwohl sich die beiden engsten Freundinnen niemals für die Männer der anderen interessiert haben. Die Ich-Erzählerin reist nach Paris, und denkt doch nur an Raoul, den Mann, in den sich Ruth, die beste Freundin, unsterblich verliebt hat. Er ist für sie ein Versuch, etwas über das eigene Ich zu erfahren, eventuell über ihn etwas Festes im Leben zu erlangen. Nach dem schnellen Ende der Begegnung denkt sie über den von Raoul geäußerten Satz „Bis Du die, für die ich Dich halte?“ lange nach.

In „Nichts als Gespenster“ begegnen Ellen, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, und Felix, ein nicht ganz glückliches Paar aus Berlin, in einer Bar in Austin Buddy. Die beiden Deutschen reisen drei Monate lang von der Ost- zur Westküste. Buddy hat Austin bis auf ein einziges Mal nie verlassen. Er ist da geboren, verheiratet, hat einen kleinen Jungen. Seine unachtsame Bemerkung „Wir wüssten nicht, wie es ist, für ein Kind Turnschuhe zu kaufen ...“ wird für Ellen, Felix und das Kind, zurück in Berlin, eine große Bedeutung haben. Eine flüchtige Begegnung – nichts als Gespenster.

Judith Hermann, 1970 geboren, hatte mit ihrem Debüt-Erzählband einen fulminanten Erfolg: 250.000 mal wurde „Sommerhaus, später“ verkauft. Das Übermaß an Lob, das ihr zuteil wurde, hat sie schier erdrückt. Nach einer Zeit des Sammelns, und nachdem sie jetzt ein Kind hat, veröffentlichte sie nach vier Jahren ihr zweites Buch. „Nichts als Gespenster“ ist wieder eine Hommage an die winzigen Momente, an das Genre der Erzählung und an Autoren wie Raymond Carver und Alice Munro. Autorenlesung, Spieldauer: ca. 195 Minuten, 3 MC. Auch als CD erhältlich. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Emotionales Treiben, 1. Januar 2004
Von Antje Burkert (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Nichts als Gespenster (Gebundene Ausgabe)
So kurze Sätze, so kurze Geschichten, doch so prägnant und aussagekräftig. Judith Hermann hat mir, einem eingefleischten Romanliebhaber gezeigt, dass man auch Kurzgeschichten lieben kann.
In jedem ihrer Sätze stecken so viele Gefühle und Geständnisse. Über jeden ihrer Sätze lässt sich nachdenken und so viel Wertvolles entnehmen.
Sie beschreibt viele Sehnsüchte, die jeder wohl schon mal verspürt haben wird: eine alte Freundschaft, die den Punkte der innigsten Zuwendung verloren hat; das Altern der Eltern, die plötzlich nicht mehr die Kinder beschützen, sondern von den Kindern beschützt werden; die Erinnerungen an Jugendtage, in denen Beziehungen viel einfacher waren, weil noch so viele andere Erlebnisse zu kommen schienen; und so könnte man noch viel Momente der Vergänglichkeit nennen, die J. Hermann beschreibt, ohne dabei in unerträgliche Melancholie zu verfallen.
Auch wählt sie wunderschöne, obwohl einfache Schauplätze aus, an denen man sich aufgrund ihrer einmaligen Gabe des Beschreibens sogleich wieder findet: im warmen isländischen Freiluftpool einer Sommerhaussiedlung jedoch im Winter bei eiskalten Temperaturen, umgeben von Schnee und Eis; in der Kühle der Klimaanlage irgendwo in einem Motel in einer kleinen Siedlung in einer Wüste zwischen amerikanischer Ost- und Westküste;
Jede der sieben Kurzgeschichten nimmt gefangen und hält einen noch lange gedanklich darin fest, gibt Freiraum, um selber weiterzuträumen.
Ein unglaubliches Werk von einem unglaublichen Talent!
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45 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nichts als Gespenster, 10. März 2003
Diese Rezension stammt von: Nichts als Gespenster (Gebundene Ausgabe)
Allen Erzählungen gemeinsam ist die ungeheure Tristesse, die von ihnen ausgeht!
Ob die handelnden Personen sich nun in uralten Metropolen, wie etwa Paris, Venedig, Prag oder in irgendeiner unspektakulären nordeuropäischen Stadt oder gar in den Weiten der USA aufhalten, nie lässt sich bei diesen orientierungslos Reisenden auch nur ein Quäntchen Neugierde oder eine Spur Lebensfreude ausmachen. Die Akteure erscheinen freudlos, kommunikationsunwillig, desinteressiert, gesättigt! Obgleich keiner von ihnen älter als dreißig ist, kann demnach von ausgelassener Jugendlichkeit keine Rede sein. Diese frühe Ermattung und Kraftlosigkeit hat etwas Provozierendes. Der überdeutliche Negativismus in der geistigen Haltung dieser Menschen lässt den Leser auf Distanz gehen. Diese Personen wirken befremdend; sie zu mögen fällt nicht leicht!
Die Gleichgültigkeit gegenüber ihrem Umfeld irritiert. Die Akteure hocken in ihnen unvertrauten Räumen, rauchen pausenlos, trinken in erheblichen Mengen Schnaps und andere alkoholische Getränke, nehmen genußunfähig Nahrung auf und grübeln vor sich hin. Ihre Gegenüber sind austauschbar, wie alles andere auch!
Man redet nicht wirklich miteinander, vielleicht weil es in der hier gezeichneten Welt kein Miteinander gibt! Offensichtlich sind den beschriebenen Personen sämtliche soziale Fähigkeiten abhanden gekommen. Sie scheinen so empfindungsarm zu sein, dass sie noch nicht einmal ihren Mangel an Glücksmomenten bemerken.
Indem die Autorin, zumindest der Protagonistin ihrer letzten Erzählung, beim Anblick eines Naturschauspiels ein positives Gefühl zuteil werden läßt, versöhnt sie den Leser mit ihren düsteren Geschichten. So wird diese eine, der von Judith Hermann beinahe gespenstisch angelegten Gestalten durch das " Nordlicht" in ihren Emotionen erhellt und ist für einen Moment, wie sie bekennt, glücklich!
Ungeachtet der generellen Tristesse, ist das Buch in seiner Gesamtheit gleichwohl lesenswert! Ist doch die Autorin stilistisch brillant und verfügt zweifellos über großes schriftstellerisches Können, dass sie in jeder Zeile der vorgelegten Texte neu dokumentiert.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen die Motive wiederholen sich, 24. Februar 2003
Von K. München "thomaswk" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Nichts als Gespenster (Gebundene Ausgabe)
Ohne Zweifel, Judith Hermann kann hervorragend erzählen und interessant gestrickte Beziehungsgeschichten aufrollen. Ihr erstes Buch, "Sommerhaus später", habe ich sehr gerne und ohne es abzusetzen, ausgelesen. Das kann ich von "Nichts als Gespenster" leider nicht behaupten.
Das Problem: Die Autorin wiederholt sich in den Motiven ihrer Geschichten zu sehr. Immer wieder geht es um Frau, ledig, ca. 30, wohnhaft in Berlin, kreativer Beruf, grübeln, zweifeln, Wein trinken, Selbstgedrehte rauchen, eine Bahnreise machen, Freunde und Fremde treffen, Frust, Verkrampfung, Sprachlosigkeit, Abreise, Ende der Geschichte. Mir persönlich ist das auf Dauer zu einseitig.
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