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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Frauenliteratur, 5. Mai 2001
Von Ein Kunde
Anfangs erscheint es schwierig sich in die Gedankenwelt Virginia Woolfs hineinzuversetzen, aber nach und nach spürt man ihr grosse Interesse an dem Thema Frauenliteratur und mit welchem Elan sie sich an das Thema heranwagte. Sie versucht jegliche Form von Literatur von Frauen in der Geschichte aufzustöbern, um sie teilweise harten Kritken zu unterziehen. Doch schon das Finden von Texten von Frauen in der Vergangenheit ist kein leichtes Unterfangen. Denn was für Frauen heute selbstverständlich ist, war in der Geschichte der Frau verpönt,verlacht oder gar verboten. Welche Frau zum Beispiel hatte schon ein Zimmer für sich alleine, um dort ungestört arbeiten zu können? Texte von Frauen sind entweder gleich von Männern vernichtet worden oder sie wurden im Wohnzimmer, während das Essen gekocht und auf die Kinder aufgepasst wurde, verfasst. Ist dies eine Arbeitsgrundlage? Ist es gerecht? Virginia Woolf betrachtet einige große Autoren und Autorinnen näher, vergleicht Schreibstile und Lebenslagen der Männer und Frauen, kritisiert die Texte beide Geschlechter sehr objektiv und fordert die Schriftstellerin von heute auf mutiger zu werden, um die Schwester Shakespeares wieder auferstehen zu lassen, so dass sie genauso große Werke wie er vollbringen kann, in einer Zeit, in der Frauen ein Zimmer für sich allein haben können, ihr eigenes Geld haben können und "eigentlich" dem Mann in Nichts nachstehen, oder?
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Frauen und Literatur, 28. Juli 2007
Der Essay "Ein eigenes Zimmer" von Virginia Woolf, ist einer der von Frauenbewegungen meistzitierteste Text, der auch heute noch sehr zum Nachdenken anregt. Woolf befasst sich darin mit dem Thema "Frauen und Literatur". Sie zeigt einerseits die Missverhältnisse zwischen Männern und Frauen in der Wissenschaft auf, arbeitet die männliche Dominanz heraus und zeigt andererseits, dass sich z.B. Frauen wie Jane Austen langsam aber stet einen Platz in dieser Welt erarbeiten. Woolf weist mit "Ein eigenes Zimmer" auf all die Bedingungen wie ein eigenes Einkommen, Privatsphäre, Begabung und Feingefühl, Stil, ein Thema und Akzeptanz hin, die erfüllt werden müssen, um in die männliche Wissenschaftswelt einzudringen. Auch wenn sie als eine der ersten und größten "Emanzen" gilt, merkt man ihr doch immer wieder Zweifel an. Sie als auch die Zeit sind noch nicht ganz reif für diesen für uns heute selbstverständlichen Schritt zum neuen Bewusstsein, Selbstwertgefühl der Frau, als sie z.B. den neuartigen, wenig poetischen Stil ihrer Zeitgenossin M. Carmichael (S.80) kritisiert, als sie das Thema "Kind oder Karriere" erstmals kritisch beleuchtet (S.24) oder am Ende des letzten Kapitels sagt, es sei in der Tat erfreulich, wieder etwas von einem Mann Geschriebenes zu lesen (S.98).
Besonders gefielen mir im letzten Kapitel der Blick aus dem Fenster ihres eigenen Zimmers auf die quirlige, sich minütlich ändernde Stadt London als Hinweis auf die sich im Wandel befindende Stellung der Frau im Spiegel der Litaratur im 20. Jahrhundert wie auch die abschließende Metapher der toten Dichterin - einer imaginären Schwester Shakespeares - die in einem (der Frau) immer weiter leben wird.
Erfrischend zu lesende und nachdenklich stimmende 112 Seiten, die tief in die Psychologie und das Frauenrecht einsteigen, in ihrer Sprache wie auch Thematik brand aktuell sind und in Zeiten des "Eva-Prinzipes" wiederum ganz anders interpretiert werden als noch zu Hochzeiten von Alice Schwarzer.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klassiker des Feminismus, 23. Oktober 2007
Warum haben Frauen so wenig gute Literatur verfasst? Die Frage beantwortet Virginia Woolf so profan wie einleuchtend: Sie haben nie ein eigenes Zimmer gehabt. Anlässlich zweier Vorträge im Jahr 1928 in den ersten und einzigen Frauencolleges Großbritanniens ging die Autorin dem Problemfeld Frauen und Literatur nach. Die Männer, so ihr Befund, hätten den Frauen stets den Zugang zu Bildung verwehrt, sie absichtlich dumm gehalten, auf Hausarbeit und Kindererziehung reduziert und ihnen keinen Freiraum gelassen, geschweige denn die Möglichkeit gegeben, selbst Geld zu verdienen. Um als Schriftstellerinnen kreativ und erfolgreich zu sein, bräuchten Frauen a) eigenes Geld und b) ein eigenes Zimmer. Das sind Woolfs Minimalforderungen. Ihr brillant geschriebener Essay lotet das Phänomen der weiblichen Unterdrückung aus, spürt Literatinnen nach und stellt schließlich die Androgynitätsthese in den Raum: Der perfekte Dichter müsste männlich und weiblich zugleich sein. Ohne militant feministisch zu sein, ist der Essay der Anker- und Startpunkt der Frauenforschung und der feministischen Literaturkritik.
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