|
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr erschütternde Lebensgeschichte einer jungen Kurdin., 31. Mai 1999
Von Ein Kunde
Eine junge Kurdin, von ihren Eltern oft deswegen mißhandelt, weil sie ein Mädchen und kein Junge ist, versucht nach dem ersten Zusammentreffen mit türkischen Sicherheitskräften sich der PKK anzuschließen. Dabei fliegt sie durch einen Spion auf und wird erneut verhaftet.Die folgenden 15 Tage wird sie, obwohl erst siebzehn Jahre alt, in verschiedenen türkischen Gefängnissen grausam mißhandelt und gefoltert. Es gelingt ihr, trotz der Folter ihr ganzes in der kurzen Zeit bei der PKK erworbenes Wissen bei sich zu behalten. Schließlich kommt sie in ein "normales" Gefängnis. Dort ist zwar das Essen nicht immer genießbar, zumindest wird sie dort aber auch nicht mehr gefoltert, und sie kann andere Gefangene für die PKK ausbilden. Nach ihrem vierten Verhandlungstermin vor dem Staatssicherheitsgericht wird dann ihre vorläufige Freilassung verfügt. Kurz danach flieht sie zu Verwandten nach Istanbul und von dort mit Hilfe von Schleppern weiter nach Deutschland, wo ihre Eltern mittlerweise leben. Das Bundesamt für die Anerkennung von Asylbewerbern glaubt ihr ihre Geschichte zwar teilweise, da in der Türkei nach deutscher Gesetzeslage aber keine politische Verfolgung stattfindet, wird ihr Asylantrag, diverse Folgeanträge und Klagen abgewiesen. Zeitweise muß sie untertauchen, um ihrer Abschiebung zu entgehen. Der Herausgeber schreibt über dieses Buch: "Ich kenne viele Schicksale von Menschen, die zu uns flüchten und hierzulande weiter drangsaliert werden. Aber Devrim Kayas Geschichte ist ganz außergewöhnlich: Sie berichtet jenseits der Klischeevorstellungen auch der eigenen Kultur gegenüber selbstkritisch und ironisch, aber ebenso ernst und engagiert; aus der Perspektive und mit dem Mut einer Verzweifelten." Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen, außer vielleicht: Hut ab vor der Autorin, daß sie diese Grausamkeiten überstanden und trotzdem ihren Stolz bewahrt hat. Zurück bleibt tiefer Scham über unsere Gesetze, unsere Verwaltung und unsere Justiz in Deutschland, die verfolgten und traumatisierten Flüchtlingen wie der Autorin kein Leben in Frieden gönnen wollen. An mehr Menschlichkeit gegenüber solchen Flüchtlingen würde unser Land mit Sicherheit nicht zusammenbrechen.
|