Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein ungewöhnlicher Einblick in eine ganz gewöhnliche Liebe, 26. Juli 2000
Von Ein Kunde
Alain de Botton nähert sich dem Thema "Liebe" in seinem Roman "Versuch über die Liebe" eigentlich in essayistischer Form - die Liebe des Erzählers zu Chloe, die er auf einem Flug von Paris nach London kennen und lieben lernt, ist dabei immer nur Anlass zu Reflexionen ganz allgemeiner Art. Und im Rahmen dieser Digressionen wird auf jeder Seite mehr erreicht, als dies der bescheidene Titel verspricht. Was macht die fast skizzenhaft zu nennenden Ausführungen nun aber so faszinierend, dass man das Buch, wenn man einmal mit der Lektüre begonnen hat, nicht mehr aus der Hand legen wird. Zum einen sicherlich die Gabe des Autors, die Glücksmomente, die Unsicherheiten und die Ängste des Ich-Erzählers plastisch zu machen. Die Empfindung des Lesers, diesem ganz nahe zu sein, seine euphorischen und leidvollen Regungen nachempfinden zu können, stellt sich wie von selbst ein. Über dieses eher identifikatorische Moment hinaus, das natürlich durch das Thema stark gefördert wird, gelingt es dem Autor aber auch, alltägliche Situationen im menschlichen Miteinander und Sprachkonventionen zu hinterfragen. Mit psychologischem Geschick wird auf diesem Wege so manche Episode, die dem Leser aus seinem eigenen Leben durchaus vertraut erscheint, aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und durch diese Herauslösung aus der Eindimensionalität der subjektiven Wahrnehmung gewinnbringend verfremdet. Dabei geht der Autor aber niemals aufdringlich sezierend, sondern - der literarischen Form des Romans gerecht werdend - immer darstellend vor. Die Liebe zu Details macht die Gedankengänge dabei stets glaubwürdig und anschaulich. Hinzu kommt, dass de Botton durch seinen philologisch gebildeten Erzähler in seinen Roman eine weitere Ebene einbringt. Auf dieser spürbar abstrakteren Ebene werden Anspielungen und Anleihen aus der Geistesgeschichte präsentiert, die sich dem Erzähler in gewissen Situationen oder Gemütslagen aufdrängen. Sie sind immer passend, zumeist originell und niemals abgehoben akademisch. So begegnet der Leser unter anderem der Gedankenwelt Platons, Nietzsches oder Prousts. Und wenn die in nuce referierten Gedanken im Einzelfall auch durchaus bekannt sein mögen, so ist es doch gerade die interessante collagenartige, oftmals kontrastive Zusammenstellung, die auch dem philologisch vorgebildeten Leser Gefallen bereiten wird. Es entsteht ein faszinierendes Geflecht aus Handlung und Reflexion, ein jederzeit geistvolles und schließlich - trotz aller Ernsthaftigkeit und Schwere der vermittelten Empfindungen - auch ein höchst amüsantes Werk.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kognitive Betrachtung eines Romantikers, 21. Juli 1999
Von Ein Kunde
Alain DeBotton nennt sein Buch einen Versuch und liefert doch ein wenig mehr. Er liefert die Einsicht, dass man sich dem Thema Liebe auf sehr vielfältige Weise nähern kann. Seine Beschreibung einer Liebesgeschichte wird von philosophischen Betrachtungen begleitet, die in weiten Teilen an Kundera erinnern. DeBottons Verquickung von erzählerischer und philosophischer Ebene erfolgt hierbei auf sehr unterhaltsame Weise, die allzu häufig den Gedanken aufkommen läßt: Ja, genauso ist es! Ein Mann lernt eine Frau in einem Flugzeug kennen, trifft sie aufgrund des übergesprungenen Funkens wieder, verlebt ein Jahr mit ihr und wird dann mit der Trennung konfrontiert. Es ist nicht die Geschichte an sich, die bereits tausendmal erzählt in den Buchläden rumsteht. Es sind all die Kleinigkeiten, die DeBotton mit philosophischem Geschick seziert und die der Leser aus seinem Leben wiedererkennen vermag. So wird nicht die Geschichte an sich erzählt, sondern vielmehr all die Kleinigkeiten des Alltags betrachtet, die das ausschlaggebende Moment im Leben und der Liebe sind. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein amüsantes, geradezu geistreiches Buch!, 11. Mai 2000
Von Ein Kunde
Wer kennt das nicht? Man ist frisch verliebt oder gerade dabei sich zu verlieben. Was interpretiert man nicht alles hinein in geradezu schicksalshaft anmutende Begegnungen? Das kann doch alles kein Zufall sein? Nun, lesen Sie Alain de Bottons Buch und Sie werden eines besseren gelehrt. Der gerade mal knapp Mitte 20jährige hat ein Buch geschrieben, in dem man sich selbst wiedererkennen und darüber lachen kann. Es ist ein Buch, das man immer mal wieder in die Hand nimmt, um sich darüber klar zu werden, dass das, was man "ewige Liebe" nennt, häufig nur ein kurzer Rausch ist. Alain de Botton vermag, komische Situtionen zu beschreiben, über die man schallend lachen kann. Vielleicht nicht gerade dann, wenn man dabei ist, sich wirklich zu verlieben...
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