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Der Untertan
 
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Der Untertan (Taschenbuch)

von Heinrich Mann (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 496 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 15 (7. Dezember 2008)
  • ISBN-10: 3596136407
  • ISBN-13: 978-3596136407
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 11.324 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 2 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Klassiker des 20. Jahrhunderts > Deutschsprachige Autoren > Mann, Heinrich

Produktbeschreibungen

Amazon.de-Hörbuchrezension

"Hurraahhhh!!! Da kommt der Kaiser!!!" Diederich Heßling, ein ewig deutsches Thema. Kurt Tucholsky brachte es wie immer auf den Punkt, als er Heinrich Manns Roman über den Aufstieg eines Erzopportunisten als "Herbarium des deutschen Mannes" bezeichnete. "Hier ist er ganz -- in seiner Religiosität, seiner Erfolgsanbeterei und namenlosen Zivilfeigheit".

Der Untertan, die Geschichte Diederich Heßlings, in jungen Jahren von einem drakonisch strafenden Vater und einer saumseligen Mutter großgezogen, anschließend weiter zurechtgeschliffen im Schul- und Militärdrill der wilhelminischen Ära, gerät bei Heinrich Mann zum Fallbeispiel deutscher Katzbuckelei und Tyrannenmentalität, die sich Macht und Gewaltstrukturen unterwirft, um letztlich an ihnen teilhaben zu dürfen. Heßling, vordergründig als Aufsteiger gefeiert, übernimmt die väterliche Papierfabrik und wird zum mächtigsten Bürger der fiktiven Kleinstadt Netzig. In seiner Mimikri geht er dabei soweit, neben der chauvinistischen Phrasendrescherei der Deutschnationalen auch noch das äußere Erscheinungsbild des Kaisers zu imitieren. Eine "Bilderbuchkarriere", wie sie nur durch "ein Sinken der Menschenwürde unter jedes bekannte Maß" zustande kommen konnte, wie Heinrich Mann in einem Brief von 1906 festhielt.

Verkörperte in einem der gelungensten deutschen Spielfilme der Nachkriegszeit noch der grandiose Werner Peters den ölig-feisten Heßling, so übernimmt in dieser Hörspielfassung von 1971 Heinz Drache den Part. Zusammen mit ihm ist eine halbe Hundertschaft der gesamten damaligen deutschen Schauspielerelite angetreten -- Namen wie E.O. Fürbringer, Karl Lieffen, Hans Caninenberg, Hans Quest oder Lore Lorentz bürgen für die absolute Qualität dieses fast sechsstündigen Lesemarathons.

Ein hochpolitisches, hochmoralisches Lehrstück und -- beinahe ein Jahrhundert nach seinem Erscheinen -- noch immer hochgültig. Spieldauer ca. 350 min., 5 CDs. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Untertan
OA 1916 (Privatdruck; Vorabdruck in Zeit im Bild 1914)Form Roman Epoche Moderne
Der Untertan von Heinrich Mann gilt als die schärfste Satire auf die machtverherrlichende, nationalistische Gesellschaft unter der Regierung von Kaiser Wilhelm II. (1859–1941).
Entstehung: Erste Notizen gehen bis auf 1906 zurück. Die kontinuierliche Arbeit am Roman fällt in die Zeit 1911/12–14. Abgeschlossen war er bereits Anfang Juli 1914, zwei Monate vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs. Ein Vorabdruck in der Illustrierten Zeit im Bild (ab 1. Januar 1914) musste vorzeitig abgebrochen werden, da, wie der Herausgeber an Mann schrieb, »im gegenwärtigen Moment nicht in satirischer Form an den deutschen Verhältnissen Kritik geübt werden könne«. 1916 erschien Der Untertan als Privatdruck; erst unmittelbar nach Kriegsende wurde der Roman veröffentlicht.
Inhalt: In sechs Großkapiteln wird die Aufstiegsgeschichte des Kleinstadtpotentaten Diederich Heßling erzählt, der um 1870 geboren wird: ein symbolträchtiges Datum, das den Protagonisten als Repräsentanten der spätgründerzeitlichen Epoche erscheinen lässt. Im Zentrum der Lebensgeschichte Heßlings stehen die Jahre 1890–97. Diederich erfährt seine frühe Prägung als empfindsames Kind eines Kleinunternehmers, das in seiner Individualität gebrochen wird durch die als schrankenlos erfahrene Macht des Vaters und anderer »furchtbarer Gewalten« vom »lieben Gott« bis zum Schullehrer, denen das Kind Gehorsam leisten muss. Der Heranwachsende entwickelt gegenüber Machtpersonen autoritäre Unterwürfigkeit, gegenüber Schwächeren hält er sich aggressiv schadlos – der Untertan als sadomasochistischer Sozialtyp wird erzogen, nicht geboren. Mit seinem Studium der Chemie in der Reichshauptstadt Berlin vollendet sich das Untertanen-Profil Diederichs: Er wird Mitglied der Studentenverbindung der »Neuteutonen«, die ihn lehrt, sein Individual-Ich an das »große Ganze« von Wissenschaft, Korporation, Militär, Bürokratie, deutschnationaler Partei, Staatskirche und Monarchie abzutreten. Als glühender Monarchist kehrt Heßling aus Berlin in seine Heimatstadt Netzig zurück. Die Geschäftsübernahme der kleinen Papierfabrik seines verstorbenen Vaters gestaltet sich als bewusste Imitation des Regierungsantritts von Kaiser Wil- helm II. Es gelingt Heßling, durch Anpassung an den nationalen Zeitgeist, durch Intrigen, Denunziation und Betrug nicht nur seine Konkurrenten auszuschalten und die Papierfabrik hochzubringen, sondern auch politisch und ökonomisch die Macht in Netzig an sich zu reißen. Er wird Großaktionär einer Papier-Aktiengesellschaft und deren Generaldirektor, er schafft es, durch Manipulationen die Aktienmehrheit an sich zu bringen und seine eigene Fabrik ertragreich zu verkaufen, er kontrolliert die städtische Presse sowie die lokale Verwaltung und er wird so zur politisch einflussreichsten Person von Netzig. Sein sozialer Aufstieg vollendet sich auf der familialen Ebene. Er heiratet gezielt die begüterte Guste Daimchen und hat mit ihr drei Kinder, deren weitere Lebensgeschichte unschwer zu prognostizieren ist – der Weg des Untertanen wiederholt sich.
Aufbau: Der negativen »Bildungs«- und Aufstiegsgeschichte des Deutschnationalen Heßling entspricht eine Abstiegsgeschichte – der Niedergang und die gesellschaftlich-ökonomische Deklassierung der durch die Tradition des bürgerlichen Liberalismus geprägten Honoratiorenfamilie Buck. Deren Seniorchef verkörpert als überlebender ›Achtundvierziger‹ die politische Vorstellungswelt des revolutionären Bürgertums, während für seinen Sohn Wolfgang das altliberale Ethos der Volkssouveränität und der Sorge um das öffentliche Wohl nur noch Rhetorik darstellt. Als Gegenspieler Heßlings verachtet Wolfgang Buck eine Bourgeoisie, die ihre freiheitlichen Ursprünge verraten hat und reagiert darauf aber als Ästhet und Intellektueller. Er ›durchschaut‹, wo der stramm-nationale Bourgeois-Bürger Diederich »blitzend, gesträubt und blond gedunsen« agiert.
Der Roman arrangiert in analytischer Absicht Wirklichkeitsmaterial zu satirischen Wirklichkeitsbildern. Dabei geht es nicht um einen naturalistischen Abbildrealismus, sondern um eine Typisierung von Mentalitaten und sozialen Mechanismen, welche die Realität zur Kenntlichkeit entstellen.
Wirkung: Der Roman wurde ein überwältigender Erfolg. Bis heute ist die Kritik an diesem satirischen »Bürgerspiegel« von konservativer Seite nicht abgerissen. Unter der Regie von Wolfgang Staudte wurde Der Untertan 1951 verfilmt. R. W.

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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nein, dieses Buch ist hochaktuell, 14. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Der Untertan (Gebundene Ausgabe)
Die armen Schüler, die sich an diesem Ort über die ihrer Meinung nach nicht mehr vorhandene Aktualität des Buches beklagen haben entweder zweifelhafte Lehrer oder schlichtweg eine unterentwickelte Fähigkeit zur Selbstreflektion. Es geht nicht um die Vergangenheit, es geht viel mehr um die Mechanismen und Automatismen in der Formung des Charakters eines Menschen unter immer wieder aktuellen Machtkonstellationen. Und es glaube bitte keiner, dass die dargestellten Verformungen eines Charakters nur in dieser Zeit geschehen sind, man schaue sich aufmerksam um und siehe da, die Heßlings von heute sehen anders aus, sind häufig seminargeschliffene Schönredner. Hinter der Fassade aber steckt leider oft genug der nahezu skrupellose Machtmensch. Das wird aktuell bleiben solange es Menschen gibt und schon deswegen ist es gut und wichtig, zu wissen was diese Menschen treibt und wie sie sich selbst gegenüber ihr Handeln, ihr Tun und Lassen zu rechtfertigen versuchen.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein Herbarium eines gefolgsamen Menschentyps, 3. Dezember 2001
Diese Rezension stammt von: Der Untertan (Taschenbuch)
Der Roman von Heinrich Mann beschreibt die gesellschaftlichen Verhältnisse während der Jahrhundertwende des 19. Jahrhundert. Mann verdeutlicht diese Zustände anhand der Lebensgeschichte des Bürgers Heßlings, einem zweigeteilten Menschen, der zugleich Mächtiger und Untertan ist. Dieses Buch wurde 1918 veröffentlicht, hätte aber, abgesehen von einigen inhaltlich, typisch zeitgemäßen Gebundenheiten, zu jeder Zeit erscheinen können, denn es offenbart größtenteils die Biederkeit, die gesellschaftlichen Zwänge, die Obrigkeitstreue und die Befolgung moralischer ungerechter Strenge vieler Menschen unserer Tage. Kurt Tucholsky bezeichnete dieses Werk einmal als "Herbarium des deutschen Mannes", obwohl dergleichen Menschentypen m.A. nach allerorts zu finden sind. Ein erschreckendes Bild eines gehorsamen Menschentyps, der seine eigene, wertvolle Identität unbewusst für eine höhere, nicht fassbare, völlig fremde Idee (Kaisertreue) preisgibt und darüberhinaus glaubt für das Gute im Leben einzutreten. Ein Roman, der aufzeigt, wie die Individualität an ein abstraktes politische Ideologie, zu dem der Mensch niemals direkten Bezug aufbauen kann (wie z.B. zu einem Mitmenschen), verloren geht.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre, 1. August 2007
Von Moses (Land in dem Milch und Honig fließen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Diese Rezension stammt von: Der Untertan. (Gebundene Ausgabe)
Wer behauptet, dass dieser Roman langweilig und schrecklich ist, hat ihn nicht gelesen sonder angeschaut. Auf den ersten Blick, bzw. während des Lesens kann dieses Stück sehrwohl an den Nerven zehren. Es ist keine leichte Unterhaltungslektüre, aber wer erwartet das von Heinrich Mann? Erst wenn man das bis zur letzten Seite durchgehalten hat und die Teile zusammenfügt eröffnet sich einem das Genie, des Autors. Dieses Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen. Wer sich mit dem Buch genauer befassen möchte werd an Freud nicht vorbeikommen.

Grandios! Aber man muss einfach durchhalten und sich zum lesen zwingen, man wird dafür belohnt. Nur schon alleine die unendlichen Parallelen zwischen der willhelminischen und der heutigen Gesellschaft sind erschreckend. Der Untertan, ist der Mensch wie er leibt und lebt.

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2.0 von 5 Sternen Der Untertan
Schwer zu lesen, da in ganz alter Sprache geschrieben. Inhaltlich gut, da immer aktuell. Man muß die "Kaiser-Wilhelm-Zeit" mögen. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von K. P. Fabian veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Alles Ungestüm des Geistes rührt nie an euer Leben
Heinrich Mann hat den Werdegang eines Mannes beschrieben, der alles im Lichte der Macht und der Autorität bewertet. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Leselöwin veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen "Wer die Macht übt, ist ihr Knecht nicht weniger, als wer sie duldet.Der Tyrann leidet unter der Menschheit, wie sie unter ihm."
Zitat: Heinrich Mann

Heinrich Mann hat mit Dietrich Heßling, dem Protagonisten des vorliegenden Romans, eine typisch deutsche Figur geschaffen, die des despotischen... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Helga König veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Ein MUSS
Dieses Buch gehört definitiv zur Allgemeinbildung... definitiv lesenswert!!! Kluge Köpfe bedienen sich keiner Fiktion, sie erleben was tatsächlich passieren wird!
Vor 8 Monaten von stangerXXX veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Über diese Ausgabe
Falls Sie Heinrich Manns "Der Untertan" kaufen möchten, kann ich Ihnen die schön gebundene und nicht teure Ausgabe vom Fischer Verlag (ISBN-13: 978-3596169764) nur empfehlen.
Vor 13 Monaten von cachai veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen keine leichte Kost - aber die Mühe wert!
Ok, es gibt wohl genug Leser, die dieses Buch gelangweilt beiseite legen... das mag Geschmackssache sein - aber ich kann es nicht nachvollziehen! Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von WeimarLiegtAmMeer veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Der Spießer in uns
Heinrich Mann hat in seinem meisterhaften Roman "der Unterten" den deutschen Spießer beschrieben. Erschreckend ist, dass man an manchen Stellen sich selber erkennt... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Historienfreak veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Ganz einfach ein Muss
Ich finde es schade, dass dieses Buch von Menschen zerrissen wird, die es einfach nicht verstehen, oder denen der Schreibstil zu veraltet und kompliziert ist, insbesondere von... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von IsaJay veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Langatmiges Portrait des deutschen Mannes!
Ich bin in meiner Auswahl an Literatur schon sehr anspruchsvoll im Privaten, aber diese Schwarte musste ich leider Gottes für mein Abi lesen und habe es nur mit viel Mühe und... Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von Freidenker veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Aktuell wie eh und je
Auch wenn die Entstehung des Buches bereits eine ganze Weile her ist, ist es heute genauso aktuell wie zu der Zeit, als es geschrieben wurde. Lesen Sie weiter...
Vor 24 Monaten von Haa007 veröffentlicht

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