Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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29 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Was ist Wahrheit?, 2. Dezember 2006
Sehr geehrter Dr. Schwarzmeier,
vorweg: hier schreibt kein "Rechtsradikaler", - was nicht ist kann aber noch werden. Gerade gestern hörte ich im Rundfunk, die Rechten seien auf dem Weg vom Rande der Gesellschaft zu deren Mitte. Zuvor war unter anderem häufiger zu vernehmen, dass es beispielsweise der NPD zunehmend gelänge, ...auch Akademiker an sich zu binden...
Nanu, wie kommt denn das? Könnte es womöglich bei genauem Hinsehen, trotz aller Ratlosigkeit im Konsens der Demokraten dafür vielleicht (auch) ganz objektive und keineswegs immer ehrenrührige Gründe geben?
Irving, ich erinnere mich noch sehr gut, wurde einst auch im SPIEGEL hochlobend besprochen. Namhafte Kollegen bezeichneten ihn, und die Mutigeren halten es bis heute aufrecht -, u.a. als "einen Riesen in der Forschung", sprachen ferner von "profunden Recherchen" sowie "unendlichem wissenschaftlichen Fleiß". Evans selbst zitiert sie. Und ich kann es, zumindest hinsichtlich der frühen Werke des heute geschmähten Autors, nur bestätigen. Wie oft war er es, welcher der indignierten Zunft angeblich zuvor unauffindbare oder garantiert niemals existierende Primärquellen unter die vornehm gerümpften Nasen hielt. Später kam, was jeder kennt: der tapfere Eintritt auch in gefährliche Tabuzonen zog Hetzjagden und Isolierung nach sich, die kein Mensch ohne Seelenschaden aushält. Irving wurde, was er heute ist.
Soll man nun, ich zum Beispiel, darüber Häme empfinden? Das gelingt mir nicht, - meine Gefühle sind ganz anderer Art und sie sind auch gegen ganz andere Leute gerichtet. Eine ausreichende akademische Schulung (Sozialpädagogik, Neurobiologie und aus Interesse auf die alten Tage auch noch einmal das Grundstudium Geschichte/Philosophie) machen mich weitgehend immun gegen offenkundigen Unsinn, und ein ausgeprägt multikultureller und internationaler Familien-, Freundschafts- und Nachbarschaftskreis gegen jede Form von Rassismus. Mein geliebter Sohn zum Beispiel ist ein Rassenmischling mit brauner Haut und daher wohl leider ein theoretisch-potentielles Hassobjekt primitiver Schlägerbanden. Mein halbwüchsiger ausländischer Neffe prügelt sich zuweilen, wenn er hier Urlaub macht, lustvoll mit Nazis. Zu meiner Jugendzeit prügelten wir Rocker uns mit bebrillten Exis, - na ja.
Das alles macht mir zwar Sorgen, aber dennoch finden Sie, lieber Doktor Schwarzmeier, wenn ich einmal so sagen darf, mich nicht mehr auf Ihrer Seite. Und meine Sorgen dürften auch ganz andere sein als die Ihren, wie zu vermuten steht.
Ich will auch, hier naturgemäß nur ausschnittsweise, erläutern warum das so ist: Rolf Hochhuth, immerhin der Autor des Stellvertreters verlor seinen Job bei der deutschen Verlagsanstalt, weil er es wagte, Irving in einem Interview als seinen Freund zu bezeichnen (was er dann leider, offenbar kein Gallilei des Literaturwesens und seinerseits wohl ein schlechter Freund, bald furchtsam widerrief).
Sir Charles Gray, der ausgewiesene Experte für britisches Verleumdungsrecht und Ihrer Majestät Richter im Lipstadt-Verfahren, machte schon einmal von sich reden.
Es weiß nur keiner mehr: nämlich im Verfahren gegen den Enkel Leo Tolstois, Nikolai Tolstoi. Dieser hatte in Büchern das Massaker an kriegsgefangenen Kosaken angeprangert, die 1945 gegen jedes Recht zu Tausenden, mitsamt Frauen und Kindern von britischen Truppen den wartenden Schlächtern Stalins über eine Flußbrücke zugetrieben wurden. Was aus ihnen wurde, auch aus den Frauen und Kindern, kann sich jeder denken. Die schlafraubenden entsetzlichen Einzelheiten will ich Ihnen und den anderen Lesern lieber ersparen.
Der von Tolstoi als damals verantwortlicher Kommandeur beschuldigte, später zum Sir erhobene und typische britische Oberschichtler in Amt und Würden, fühlte sich beleidigt und klagte. Mit Erfolg, - Tolstoi wurde, wie später auch Irving, durch die Wucherrechnungen dutzender Anwälte dieses noblen Lumpen und Kriegsverbrechers finanziell ruiniert. Anscheinend eine neuerdings entdeckte Waffe gegen missliebige Autoren. Tolstois Bücher wurden in England eingezogen und verboten. Jawohl verboten!
Und damit ich nicht vergesse zu erzählen: der Chefanwalt des obsiegenden Halunken war, na, was denken Sie? Richtig: Sir Charles Gray. Unser aufgeregter Experte für Verleumdungsrecht mit bedenklich überhöhtem Moralinspiegel. Always on duty for the benefit of the British EmpireRule Britannia.
Von Frau Lipstadt las ich kürzlich einige Anmerkungen zu Dresden; ich lasse es lieber bleiben, hier darauf einzugehen. Wes für sie sicher auch lukrativen Zeitgeistes Kind die Dame ist, war mir allerdings schon vorher klar.
Zum Abschluß zwingt mich der nur begrenzt verfügbare Raum, es kurz zu machen, mag es dann auch platt anmuten, es geht ja nicht anders. Wohin man auch greift, und zwar keineswegs etwa vorgeprägt, ganz im Gegenteil, was einmal ursprüngliche frühere Annahmen betrifft, - neben den bekannten grausigen, allerdings auch maßlos übertrieben Tatsachen, die selbstverständlich auch mich beschämen und bestürzen: eine Flut von Fälschungen, Verdrehungen, Machenschaften, Leugnung, Verharmlosung, Relativierung, Lügen. Und zwar überwiegend derart dreist, dass Josef Goebbels wohl erstaunt die Augenbrauen hochziehen würde.
Ferner servile Anpassung, ängstlich vorauseilender Gehorsam und nicht zuletzt kollektive psychische Probleme mit einer wahrlich seltsamen reziproken Minus-Identität, soweit es die bundesdeutschen Beteiligten betrifft. Mehrheitlich keine Leute, vor denen ich den Hut ziehen würde, wären Hüte noch in Mode. Übrigens auch dann nicht, wenn ich Engländer oder Chinese wäre.
Und wen könnte das wundern? Auch das nur kurz und bündig, obwohl es natürlich sehr viel mehr dazu zu sagen gäbe: die Einen haben nun mal verloren und diejenigen die gewonnen haben, nebst ihren glücklichen Sklaven im Land der keineswegs international singulären Täter, das Deutungsmonopol. Wie bei vielen fundamentalen Prinzipien ist auch dies eine verblüffend einfache Wahrheit.
Wie sagte einmal George Orwell: Falls Freiheit überhaupt irgendetwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. Ergo: free Irving...
Harald M. Thielking
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11 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wie geht man mit historischen Dokumenten um?, 16. März 2007
Der Hintergrund des Buches ist die Klage Irvings gegen Penguin Books und Deborah Lipstadt, bei der der Richard Evans als Gutachter auftrat und sein Gutachten nun in gestraffter Form der Öffentlichkeit zugänglich macht. Anders als oft behauptet war der Prozeß kein Versuch, Irving mundtot zu machen. Das Gegenteil war der Fall: Irving klagte, um die weitere Verbreitung von Lipstadts Buch über revisionistische Literatur zu verbieten.
Zuerst einmal sollte klargestellt werden, worum es in diesem Buch geht: Es geht um den Umgang Irvings mit den von ihm gesammelten Dokumenten und deren Präsentation und um bestimmte Behauptungen Irvings in Bezug auf die Arbeitsweise von Historikern. Dabei wird im Buch auch deutlich das positive Echo auf Irving erwähnt, ebenso wie sein Eifer und sein Fleiß beim suchen von neuen Quellen.
Das war allerdings auch schon alles Lob welches Evans Irving gönnt, denn im Laufe seiner Untersuchung muss er feststellen, daß Irving zwar akribisch Quellen sammelt und auswertet, diese in seinen Büchern aber regelmäßig und gezielt verfälscht wiedergibt. Darüberhinaus geißelt er Irvings oftmals fehlende oder falsche Quellenangaben und -kritik und seine Selbstdarstellung als "einziger Historiker, der sich die Finger schmutzig macht". Für alle diese Fälle führt er diverse Beispiele an, diese machen einen Großteil des Buches aus. Der Rest zeigt in knapper Form die korrekte Vorgehensweise bei der Verwendung von historischen Quellen, um den Leser grob die Probleme bei Irvings Vorgehensweise zu erläutern.
Inhaltlich ist das Buch gelungen und gut zu lesen, es erreicht sein Ziel. Abzüge gibt es allerdings für die sehr wissenschaftliche Schreibweise, wegen der man manche Sätze mehrfach lesen muss. Insgesamt ist es aber auch für historische Laien verständlich und für alle zu empfehlen, die sich über den korrekten und inkorrekten Umgang mit Quellen anhand eine Beispiels auseinandersetzen oder sich über die Tricks der Holocaustleugner informieren wollen.
Anders als man wegen des Titels vermuten könnte geht es in dem Buch hingegen nicht um den Prozeß an sich, wie der Autor auch gleich im Vorwort klarstellt. Wer sich für den Prozeß an sich interessiert sollte daher zu einem anderen Buch greifen.
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13 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Der Geschichtsfälscher?, 1. Oktober 2005
Wie Das Buch schon verlauten lässt: „ Der Geschichtsfälscher"Mal anders ausgedrückt: „ Kann man davon ausgehen, dass Richard J. Evans kein Geschichtsfälscher ist?" Er übt auch nur eine „Gutachterische Tätigkeit" in diesem Buch aus. Allen Fakten beider Parteien, stehe ich mit großer Kritik gegenüber.
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