Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Besser spät als nie, 6. Juli 2005
Mutig und bewundernswert. John Perkins hat sich abgerungen, wie er vom Saulus zum Paulus wurde: allerdings nicht in einem Moment, sondern im Verlauf einer quasi lebenslangen Geschichte. Am Ende der Geschichte schreibt er endlich das Buch „Bekenntnisse eines Economic Hitman", Mehrere Male wurde ihm von „wohlmeinenden Freunden" geraten, es lieber nicht zu schreiben... 30 Jahre lang ließ er sich, wie er selbst schreibt, korrumpieren, bestechen und erpressen, die Wahrheit für sich zu behalten. 30 Jahre brauchte er von ersten Gewissensbissen, bis er sich endlich überwinden konnte, sein Buch zu schreiben, seine Beichte und gleichzeitig Anklage und Aufschrei, wie sehr er, und Menschen in ähnlichen Positionen, geholfen haben, das Gesicht des Planeten zu entstellen, hilfesuchende Menschen den Fängen der „Korporatokratie" zu überantworten und auf der Erde ein zerstörerisches, geldgieriges, rechtloses und rücksichtsloses „Weltreich" zu installieren, dessen einziger Zweck Luxusleben und Machterhalt ist, unter „Ausbeutung schutzloser Menschen und der Plünderung des Planeten". Was dieses Buch von vergleichbaren anderen (z.B. von Jerry Mander, Harald Schumann oder Jean Ziegler) unterscheidet, ist der persönliche Ansatz. Wie die anderen enthüllt er das Wesen des, in seinem Fall, US-amerikanischen Wertesystems, das sich mit seiner Hilfe über die Welt ausgebreitet hat. Und dabei die Erde und sich selbst in die Zerstörung treibt. Dabei schildert er, wie nicht ein anonymes System, sondern einzelne Menschen wie er dieses Werk tatkräftig verrichten. Und so ist der Zweck seiner Beichte, Hoffnung zu geben: denn was Menschen anrichten können, das können sie auch wieder stoppen und rückgängig machen. Wie er es schaffte, aus einem hochbezahlten, gutgeschmierten Büttel des Systems (und sind wir das nicht alle?!?) zu einem Vorkämpfer für Rechte der Ureinwohner, für erneuerbare Energien und für Selbstbestimmung der Menschen zu werden, dient uns zur Hoffnung und als Vorbild - denn wir alle, die hier in der reichen ersten Welt leben, helfen zunächst mit, dieses System aufrecht zu erhalten; haben aber gleichzeitig die Macht, es zu reformieren. Seine Hoffnung ist: die Menschen können, als Bürger und Verbraucher, die Macht wieder in ihre eigenen Hände nehmen, weg von den Konzernen und ihren leibeigenen Medien, sie können wieder mündig werden und ihre Rechte und Pflichten wieder selbst wahrnehmen. Schade nur, daß er nicht eher ausgestiegen ist und das Buch eher verfaßt hat. Aber jeder Mensch muß seinen eigenen Weg gehen. Besser spät als nie.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
abrechnung mit weltbank und währungsfonds, 15. April 2005
Die fakten, die in den buch genannt werden sind gar nicht so neu. Aber nie wurden sie so schonungslos und geballt dargestellt. Der autor John Perkins begann seine karriere im entwicklungshilfe-und beratungsgeschäft mit 26 jahren. Er selber hätte sich zu diesem zeitpunkt nie als experte oder ökonom bezeichnet. Aber ihm wurden sofort millionenprojekte anvertraut. Bei entwicklungshilfe geht es immer auch darum wer die lukrativen aufträge erhält. Oft sind es die üblichen verdächtigen, zB der baukonzern bechtel und der Anlagenbaukonzern halliburton.Es ist eine tatsache, dass in den siebziger und achtziger-jahren viele dritte-welt-länder in eine schwere schuldenkrise kamen. Ursache waren neben kriegen, verschwendung und korruption vor allem die vielen gescheiterten entwicklungshilfeprojekte, die keinen nutzen brachten sondern nur einen berg schulden hinterließen. Hier setzt nun die zentrale these des buches an: die USA hätten schon im vorhinein gewusst dass die projekte scheitern würden. Sie hätten diese staaten absichtlich in die schuldenfalle gelockt, um sie quasi süchtig nach immer neuen krediten, umschuldungen und entwicklungshilfe gemacht. Solchermaßen abhängig, müssen dann diese pleite-staaten alles tun, was die USA wollen. ist ein staat zahlungsunfähig, ist oft der internationale währungsfonds die letzte rettung. Der wärungsfonds stellt aber politische bedingungen, zB privatisierungen, marktöffnung, sparen bei sozialausgaben... John Perkins behautet nun, ein "Economic Hit-Man" gewesen zu sein. Seine aufgabe sei es gewesen, projekte zu erfinden, die die "beglückten" staaten todsicher in die pleite führen. Die EHM seien eine handverlesene elitetruppe eines US-Geheimdienstes gewesen. Hier besteht nun eine schwäche des buches: es bleibt beweise schuldig, dass es diese EHM in dieser form gab. Nichts zu rütteln gibt es aber an der volkswirtschaftlichen analyse des buches: Weltbank und andere entwicklungshilfeinstitutionen haben ungeheure geldmittel vernichtet und dabei oft noch großen schaden angerichtet. Seit feststeht, dass der oberkriegshetzer Wolfowitz neuer Weltbankchef wird, halte ich sowiso fast alles für möglich!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bekenntnisse eines Killers, 6. November 2005
Von Ein Kunde
In einem Enthüllungsbuch beschreibt John Perkins seine Arbeit als "ökonomischer Auftragsmörder" der USA: Er sollte, behauptet er, Dritte-Welt-Staaten ruinieren und so politisch gefügig machen. Das Haus liegt versteckt an einem künstlichen Kanal unter Palmen und Mangroven. Es ist ein altes Haus, einstöckig, hölzern, hellgelb gestrichen, und als es in den fünfziger Jahren gebaut wurde, war es sicher etwas Besonderes. Jetzt sticht es seltsam heraus unter all den umliegenden neuen Luxusvillen mit den großen Geländewagen in der Einfahrt. Palm Beach, Florida, ist eine Gegend für Neureiche. Vor der Tür steht John Perkins, 60, und auch seine großen Zeiten liegen schon lange hinter ihm. "Kommen Sie, kommen Sie", sagt er und führt hinein in ein Wohnzimmer, das kaum etwas verrät Über die 15 Jahre, die sein Besitzer zwischen Ecuador und Saudi-Arabien, Panama und Südostasien verbrachte. Nur auf dem Marmorkamin stehen zwei buntbemalte hölzerne Puppen aus Indonesien. "Die stammen noch aus meiner Lehrzeit", sagt Perkins, "meiner Lehrzeit als Wirtschaftskiller." Es ist eine seltsame, eine fast unglaubliche Geschichte, die der schlaksige Mann mit leiser, aber eindinglicher Stimme erzählt. Von 1971 bis 1981 sei er im Auftrag der USA als verdeckter "Economic Hit Man" unterwegs gewesen. Sein erklärtes Ziel: "Mit viel Geld Regierungen von Dritte-Welt-Ländern in ein Netzwerk aus US-Interessen hineinzuziehen und sie in eine finanzielle Abhängigkeit zu befördern, die sie für die USA wirtschaftlich und politisch steuerbar macht." Kurz: Volkswirtschaften zu ruinieren. Perkins hat über diese Zeit ein Buch geschrieben: "Bekenntnisse eines Economic Hit Man". Nur wenige Wochen nach Erscheinen im vergangenen November kletterte es bis auf Platz neun der "New York Times"-Bestsellerliste - fast ausschließlich Über Mundpropaganda. Zeitweilig führte es sogar die Amazon-Verkaufsliste an. Vergangene Woche erschien das Buch auch in Deutschland, Veröffentlichungen in etlichen anderen Ländern, von Japan bis Italien, folgen in den nächsten Wochen. Perkins ist überrascht von seinem Erfolg. Er hätte sich eigentlich "vor allem das schlechte Gewissen von der Seele schreiben" wollen. Denn revolutionär sei seine Geschichte eigentlich gar nicht. Vielleicht liegt es am Titel: "Economic Hit Man", Wirtschaftskiller, das klingt doch, als hätte es sich der Verlags-PR-Chef mit Schaum vor dem Mund ausgedacht. Nein, nein, wehrt Perkins ab, der Begriff sei tatsächlich real, schon 1951 geprägt, als die CIA einen ihrer Agenten auf den Sturz des iranischen Premiers angesetzt hatte ( Mossadeq ) nachdem der die Ölindustrie verstaatlicht hatte. Natürlich sei es keine offizielle Bezeichnung, eher ironisch gemeint, aber in eingeweihten Kreisen tatsächlich gebräuchlich. Und wie, bitte schön, verübt man einen Anschlag auf eine Volkswirtschaft? "Vor allem mit Großkrediten", sagt Perkins. Seine Aufgabe sei es gewesen, ausgewählten Ländern völlig überzogene Milliardenkredite für neue Infrastruktur zu vermitteln, die aber finanziell gar nicht zu verkraften waren: "Wasserkraftwerke in Ecuador, Elektrifizierungsprojekte in Indonesien, Flughäfen in Mittelamerika". Er habe vor allem für die traditionell US-Geführte Weltbank und die US-Entwicklungshilfebehörde manipulierte Finanzpläne aufgestellt, um die Kredite zu rechtfertigen: "Es ist gar nicht schwer, einen vermeintlich immensen Anstieg des Bruttosozialprodukts vorzugaukeln, wenn man mit den Daten geschickt trickst." Die Milliardenkredite seien dann ausschließlich in Aufträge für US-Großkonzerne wie Bechtel und Halliburton geflossen. Oder an MAIN, eine internationale Consultingfirma, für die Perkins als Chefvolkswirt arbeitete und deren Hauptkunde die Weltbank war. "Letztlich verlässt das meiste Geld die USA nie", sagt er mit der emotionslosen Stimme eines Vortragenden, als hielte er eine Vorlesung vor unwissenden Erstsemestlern. "Es wird bloß von den Banken in Washington zu den Konzernzentralen in Houston, New York oder San Francisco umgeleitet." Findet er das verwerflich, hat er deshalb das Buch geschrieben? Nein, sagt Perkins, ihm gehe es darum, den Vorhang zu lüften, einen Blick hinter die Kulissen amerikanischer Politik zu gestatten. Denn was wie Entwicklungshilfe erscheine - all die Milliarden, die in strategisch relevante Regionen gepumpt wurden -, sei bloß besser getarnte Machtpolitik mit nur einem Ziel: politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA herzustellen. "Wenn wir unsere Arbeit richtig gemacht hatten, wurde das Empfängerland nach ein paar Jahren von der Schuldenlast erdrückt und musste die Zahlungen sowohl an die amerikanischen Förderbanken als auch die US-Konzerne einstellen", sagt Perkins. Dann seien die eigentlichen Forderungen gekommen: "Kontrolle über Uno-Voten, Installation von Militärbasen, Zugang zu Ressourcen wie Öl oder den Panamakanal." Doch was sollte die Motivation der Regierungen von Panama oder Ecuador und all der anderen von Perkins erwähnten Beispiele sein, das eigene Land zu ruinieren? Auch für diese Motivation war Perkins nach eigener Aussage zuständig: "Bestechung, persönliche Bereicherung, Wahlmanipulation". Das klingt nach Verschwörungstheorie. Doch dagegen wehrt sich Perkins heftig: "In diesen Topf lasse ich mich nicht werfen." Zumal Verschwörungen ja stets den Anstrich des Illegalen hätten. "Aber genau das war doch das Perfide meiner Arbeit: Offiziell war alles höchst legal." Deswegen sei er auch "nie offiziell" US-Agent gewesen. Zwar habe er 1968 die Aufnahmeprüfung für den amerikanischen Geheimdienst NSA bestanden. Allerdings warb ihn kurz vor Dienstantritt die Unternehmensberatung MAIN ab, die heute im Mischkonzern Parsons aufgegangen ist. Für Perkins ist aber klar: "Mir wurde explizit bedeutet, dass ich nur vordergründig als Unternehmensberater, in Wirklichkeit aber als NSA-Instrument arbeiten würde." Entsprechend hätten ihn Drohungen und Bestechungen auch bis heute davon abgehalten, ein Enthüllungsbuch zu schreiben, erklärt Perkins die 20-jährige Lücke zwischen Buch und seinem letzten Einsatz. Andererseits sind die Zeiten auch äußerst günstig für Bücher, die sich kritisch mit dem amerikanischen Auftreten in der Welt beschäftigen - auch in den USA. Der Erfolg von Michael Moore hat in den vergangenen Monaten bereits mehr als einen Nachahmer auf den Plan gerufen. Und auch Perkins lässt sich immer wieder über "den imperialen Antrieb der USA" aus. Bloß will er damit auf keinen Fall "unamerikanisch" wirken. Er wolle vielmehr, sagt er, "eine Fehlentwicklung aufzeigen, an der ich selbst mitgewirkt habe". Das Medieninteresse an seinen Erzählungen ist jedenfalls gewaltig: Gerade war ein Kamerateam des ORF da, später stehen noch Interviews mit Radiostationen in Brasilien und Malaysia an. Die wichtigen amerikanischen Medien dagegen ignorieren ihn trotz des Verkaufserfolgs. Perkins wirkt keineswegs wie ein durchgeknallter Verschwörungstheoretiker oder linkslastiger Agitator - sondern eher erschreckend harmlos. Und gut situiert ist er offenbar, dank hoch dotierter Beraterjobs bei Energiekonzernen. Im Wohnzimmer stehen cremefarbene Ledersofas auf poliertem Marmorfußboden, der Blick fällt auf den kleinen Pool und die Yachten im Kanal dahinter. Tatsächlich klingen seine "Bekenntnisse" über die Verquickungen amerikanischer Politik und Wirtschaft doch nicht so unglaublich, erinnert man sich an manche inzwischen gut dokumentierte Geschichte aus der jüngeren Vergangenheit. Da ist etwa der höchst bizarre, aber fast vergessene Fall der United Fruit Company, heute bekannt als "Chiquita": Als 1953 der Präsident von Guatemala einen Teil der riesigen Plantagen des US-Konzerns in dem lateinamerikanischen Land enteignete und an Kleinbauern verteilte, wurde er wenig später mit CIA-Unterstützung aus dem Amt geputscht, und amerikanische Piloten bombardierten die Hauptstadt. Die Umstände erinnerten an einen schlechten Hollywood-Thriller: Der damalige CIA-Direktor Allen Dulles und sein Bruder, Außenminister John Foster Dulles, waren die Firmenanwälte, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Henry Cabot Lodge, war United-Fruit-Großaktionär. Ähnlich dubios und dokumentiert sind die Verwicklungen der heutigen Bush-Regierung mit der Ölindustrie und dem Großkonzern Halliburton, der eine führende Rolle beim Aufbau des Irak spielt. Und natürlich kommt Perkins die von US-Präsident George W. Bush gerade vorletzte Woche bekannt gegebene Nominierung von Paul Wolfowitz als neuem Chef der Weltbank gerade recht: Der stellvertretende Verteidigungsminister gilt als erzkonservativer Falke und Expansionist, seine Ernennung löste vor allem bei Entwicklungshilfeorganisationen heftige Proteste aus. Doch was kann Perkins von seinen eigenen Erlebnissen konkret belegen? Welche Beweise gibt es, dass "Wirtschaftskiller" auch heute noch etwa in Venezuela im Auftrag der USA unterwegs sind, wie er behauptet? Perkins arbeitet nicht mit Dokumenten, und auch detaillierte Zahlen aus einzelnen Projekten nennt er nicht. Das Buch sei nicht für Wirtschaftsfachleute geschrieben, sagt er, sondern für jedermann. Allerdings, sagt er dann, sei ihm bewusst, dass die Frage nach Belegen und detaillierten Daten beantwortet werden müsse: "Es ist wohl Zeit für ein zweites Buch." Wer in der EU diese Wirtschafts-Verbrechen einer Leitwährung toleriert - und nicht sofort den Euro absichert gegen die Hintermänner einer gefährlichen Raubwährung, darf sich nicht wundern wenn der neue Welbankpräsident statt dessen den Euro gegen die Wand fährt.
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