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69 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Fehlende Objektivität!, 24. Juli 2004
Von Ein Kunde
Das Buch glänzt mit eine großen Anzahl sowohl an farbigen als auch schwarz-weiß Aufnahmen. Sehr schön ist auch der angenehme gut lesbare Schreibstil des Autors. Des weiteren versucht das Buch alle Aspekte und Kriegsschauplätze des Großen Krieges einzufangen.Leider hat es Hew Stracham m.E. aber nicht geschafft, die Ereignisse mit der, gerade als Historiker, gebotenen Objektivität darzustellen, dazu ein paar Beispiele: Strachan berichtet gern und wertend über Untaten deutscher Soldaten (Löwen, Ardenne und Reims, plündernde und räuberischer Rückzug aus Frankreich 1918) was auch berechtigt ist. Über britische oder französche Fehlverhahlten findet man höchestens eine kleine und vor allem nicht merkwürdigerweise dann aber nicht wertende Fußnote. So kann man mit Fug und Recht behaupten das der Handelskrieg und die Seeblockade wohl völerrechtswidrig waren, auch wenn Großbritannien 1908/09 auf der Londoner Seerechtskonferenz hier nicht zustimmnen wollte. Bei Kriegsausbruch haben die USA eine Anfrage an die Mittelmächte und die Alliierten gerichtet, ob sie willens sind, sich an den Kodex der o.g. Londoner Konferenz halten. Die Mittelmächte antworteten sofort positiv mit dem Einwand der Gegenseitigkeit. Auch die Alliierten antworteten mit einigen Vorbehalten positiv. Sehr bald zeigte sich aber, das England entschlossen war, alle sich bietenden Möglichkeiten zu nutzen und sich nicht lange um bestehendens Recht (Seerecht) zu scheren. Die Sperrung und Verminung der Nordsee widersprach den damals gültigen Blockaderecht. Hier wurde keinerlei Rücksicht auf die Sicherheit der neutralen Staaten genommen, die Ware an Deutschland lieferten wollten. Auch die Freiliste der Waren der Londoner Deklarationen,insbesondere die der lebensmittel, wurde Schritt für Schritt ausgehöhlt. Das gleiche gilt auch für das Prisenrecht und die Konterbande. So hat dann die Royal Navy völlig hemmungslos neutrale Schiffe gestoppt um Kontrollstationen in London anzulaufen. So gelang es den Alliierten die Lebensmittel importe Deutschlands weitestgehend zu unterbinden. Aus praktischen Gründen haben die Alliierten dann 1916 die Londoner Deklarationen einseitig für ungültig erklärt. Davon schreibt Strachan kein Wort. Er führt lediglich aus, das die Engländer viel Ware aufgekaut haben. Strachan fürht beispielsweise aus, das die Hungersnot wegen der sehr effektiven Seeblockade Englands wohl auch hausgemacht sei. Das die Menschen nicht unbedingt sehr rational reagieren, wenn die Nahrungsmittel knapp werden, ist verständlich. Das als spezifisch deutsches Gesellschaftsproblem darzustellen, halte ich für gewagt. Immerhin sind über 700.000 Menschen in Folge der Seeblockade in Deutschland verhungert. Die Blockade wurde ja noch weit bis in das Jahr 1919 aufrecht erhalten, um Deutschland für die Annahme der Friedensbedingugen gefügig zu halten. Auch dazu kein wertender Kommentar! Auch die Versenkung der Lusitana wird einseitig dargestellt. Die Lusitana hatte mehre Millionen Schuss Munition und Schrapnellgeschosse an Bord. Dies durfte aber ein Passagierdampfer nicht laden. Dieser Verstoß wird von Strachan nicht herausgearbeitet. Auch haben die Engländer sehr gerne ihre Schiffe falsch beflaggt, vorzugsweise mit der US-Flagge um dann aufgetaucht deutsche Uboote anzugreifen. So schreibt Strachan als alliierte Truppen in Elsass und Lothringen einmarschieren, das dort die Begeisterung am größten war und dort hatte man nicht nur 4 sondern 40 Jahre auf sie warten müssen!! Puuh. Das klingt schon ziemlich glorifizierend, so als hätte die dortige Bevölkerung nur auf diesem Tage gewartet. Man bekommt von Strachan den Eindruck vermittelt, das der Versailler Friede ein gerechter sei. Er schreibt, das viele Deutsche allen Ernstes glauben, der Friede sei ungerecht. ICh denke, das Versailles zu sehr auf Rache als auf Versöhnung ausgerichtet war. Strachan schreibt völlig zu Recht, das der Friede von Brest und Bukarest ungerechte Schandfrieden sei. Das stimmt. Aber wieso gilt das dann nicht für Versailles? Weshalb werden die Bedingungen von Versailles nur bruchstückhaft und fragmentarisch genannt? Strachans Behauptung, der Zweite Weltkrieg sei keine Folge von Versailles ist auch ziemlich kühn. Natürlich ist Vesailles nicht allein verantwortlich, aber hier wurden doch bereits der Boden für den größten Verbrecher der Geschichte, Hitler, bereitet. Man könnte noch einige Beispiele hier listen, aber das würde doch wohl etwas zu weit gehen. Schade, es hätte ein schönes Buch werden können.
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