Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ganz neue Art zu erzählen: Lovestory für Internet-Geeks, 8. März 2008
Es wundert mich sehr, dass ich zu Train Man noch gar keine Rezension bei Amazon vorgefunden habe, gerade weil das Buch doch mittlerweile schon seit Monaten erhältlich ist. Da werde ich nun mal gerne selbst die Gelegenheit ergreifen, und ganz ehrlich meine Meinung kundtun: Zunächst mal war da meine Beobachtung, dass Train Man praktisch zeitgleich mit dem gleichnamigen Train Man Manga bei Carlsen erschien und auch sehr bewusst, sehr deutlich so vermarktet wurde, dass er sich möglichst an die Manga-lesende jugendliche Zielgruppe wendet. Aber um den Manga zu verstehen, muss man Train Man den Roman nicht unbedingt kennen - und umgekehrt! In der Geschichte dieses Buchs geht es zwar - zum Teil - um eine bestimmte Ecke der Otaku-Kultur in Japan, also vor allem um die Szene der fanatischen Computerspiel-, Online- und Anime-Freaks, aber es kommen keine direkten Bezüge zu einem Anime oder einer Manga-Serie darin vor; es steht zum Beispiel nur auf einer einzigen Seite etwas zu Gundam. Ein Anime-Experte muss man tatsächlich nicht sein, um Train Man etwas abgewinnen zu können. Eher finden sich darin ungezählte kleine Berichte und Bemerkungen zum japanischen Alltagsleben der etwa 20- bis 30-Jährigen in Tokio. Wenn ich über Train Man den Roman schreibe, müsste ich eigentlich jedes Mal das Wort Roman in Anführungsstriche setzen, denn es ist doch eine ganz neue Form von Buch, eine neue Art zu erzählen. Das hat mich in der Tat überrascht und auch sehr zum Weiterlesen angespornt. Die Machart von Train Man hat nichts mehr mit dem zu tun, was man bisher landläufig als Jugendroman oder überhaupt als Roman bezeichnet. Der Text besteht nämlich ausschließlich aus von einem anonymen Japaner aus einem Internet-Chat-Forum gesammelten Nachrichten. Train Man ist damit völlig anonym, denn "Hitori Nakano" ist kein echter japanischer Name.
Im Grunde bleibt aber diese neue Form von Erzählung, aneinandergereihte Chat-Beiträge voller Kürzel, Slangwörter und vieler ASCII-Grafik-Elemente, viel interessanter als das, was da eigentlich erzählt wird: Ein 23-jähriger schüchterner Nerd (Train) verliebt sich in eine junge Dame (Hermes), die er zufällig abends in der U-Bahn gesehen und vor einem Betrunkenen gerettet hat. Danach fleht er seine Chat-Kumpels im Internet an, ihm zu sagen, wie man sich gegenüber einer Frau verhält, wie man sich beliebt macht, und so weiter. Das ist an und für sich schon ganz herzzerreißend, aber an manchen Stellen aus meiner Sicht unlogisch: Warum verwendet der Held der Geschichte über mehrere Kapitel so viel Zeit und Geld, um sich modische Designer-Klamotten zu kaufen und die Haare neu frisieren zu lassen, wenn das Mädchen ihn doch sowieso schon von vorher kennt? Ist es nicht der erste Eindruck, der zählt? Und weshalb werden die gleiche Dinge oft zwanzigmal mit verschiedenen Worten gesagt (und manchmal mit denselben Worten)? Außerdem ist in etwa ab der Mitte des Buches klar, worauf diese aufblühende Freundschaft zusteuert. Ich habe diese Geschichte dann nur noch um der Schönheit und Magie der Worte willen gelesen, aber nicht, weil noch irgendwelche knackigen Wendungen in der Handlung erwartet hätte. (Die gibt's eigentlich auch nicht ...)
Die ständigen Militär-Metaphern, die die anderen Otaku gebrauchen, mit denen Train Man sich unterhält, sind womöglich auch nicht Jedermanns Geschmack. Nach ein paar Seiten fand ich sie weder schlüssig, noch besonders geschmackvoll: ständig dieses Gelaber über Bomben, Munition, Schützengräben und Kriegführung. Was soll das? Aber dank der originellen Gestaltung, der wort- und stilgetreuen deutschen Übersetzung, und der netten Innenansicht der ansonstens so vorhersehbar unromantischen Otaku-Welt muss ich dich sagen, dass Train Man eines meiner Lieblingsbücher im ganzen Jahr 2007 war.
Noch als Tipp: Am besten in einem gemütlichen Café, am Bahnhof, an einem langen Wochenende, oder an den Weihnachtsfeiertagen lesen. Da war ich zum Beispiel in der passenden Stimmung.
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2.0 von 5 Sternen
So ganz nett..., 6. Januar 2010
Der Computerfreak Tsuyoshi fährt eines abends Bahn. Als eine junge Frau belästigt wird, ist er der einzige, der ihr Hilft.
Die junge Frau gefällt ihm auf Anhieb und so freut er sich sehr, als sie ihm aus Dank 2 Teetassen zusendet. Da sie von "Hermes" stammen , bekommt sie von nun an den Spitznamen "Hermes".
In einem Internetforum sucht der "Train Man" nun Hilfe. Wie kann er der Dame näher kommen? Und er bekommt Hilfe. Hunderte von Usern beginnen dem schüchternen Tsuyoshi zu helfen.
Das Buch basiert auf einer wahren Begebenheit und wurde in "Threatform" geschrieben. Man liest Post für Post, als Antwort für Antwort und bekommt so das Geschehen mit. Eher für junge Mädchen geschrieben, oder starke Japanfans, ist das Buch an sich seicht. Wer Bilder mag, kann auch gerne auf eine der 4 Mangaversionen zugreifen oder dem Film. Train Man löste zwar in Japan einen Hype aus, für mich aber ist es nur eine schöne Geschichte, lustig geschrieben und verpackt. Mehr kann man sich aber nicht von dem Buch erwarten.
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5.0 von 5 Sternen
Anrührende Geschichte aus einer fremden Welt, 4. September 2009
Ich gehöre vom Alter her eher zur Elterngeneration der Protagonisten dieser Geschichte. Gelesen hab ich sie auf Empfehlung meines Sohnes und war begeistert. Zuerst fand ich alles etwas merkwürdig und verwirrend - aber bald hat mich die Geschichte völlig in ihren Bann geschlagen, ich konnte sie fast nicht mehr aus der Hand legen. Als ich im Wartezimmer eines Arztes darin las, haben die anderen Wartenden etwas befremdet auf mein dauerndes Gekicher reagiert...
Vieles war mir zu Beginn fremd, angefangen bei den vielen Chat-Kürzeln, die zum Glück hinten in einem Glossar erklärt sind (einige kenne ich ja schon, ich bin ja auch eine Forumstante - nur natürlich nicht in solchen Foren wie das, in dem die Geschichte spielt!), über die japanische Alltagskultur, und überhaupt die Community der "Otakus", der "fanatischen" Anime- und Spielefans. Aber es hat sich gelohnt, weiter zu lesen!
Sehr angesprochen hat mich die ungewöhnliche Form des Buchs - das redaktionell überarbeitete (das wird am Schluss des Buches erzählt) aber völlig authentische Transkript der Forumsbeiträge. Gewöhnungsbedürftig zunächst, auch weil man erst nach einiger Zeit z.B. damit anfängt, auch auf Kleinigkeiten zu achten wie die Uhrzeit der Postings usw., aber die "Echtheit" der Äußerungen ist sehr anrührend. Toll die immer mit aktuellem Bezug erstellten ASCII-Grafiken!
Bei aller Fremdheit, es sind eben junge Leute, die über alle kulturellen Grenzen und gesellschaftlichen Gruppen hinweg doch überall die gleichen Themen besprechen.
Man fiebert mit den anderen Usern mit - wie entwickelt sich wohl die zarte Romanze? Kommt er weiter, gibt es Rückschläge? Toll die Unterstützung durch die anonyme Freundesgruppe - sag nochmal einer, das Internet sei eine kalte, unwirkliche Welt! Was da stattfindet, ist warmherzige, humorvolle, solidarische Freundschaft, auch wenn sich die Freunde nie im wirklichen Leben treffen werden.
Obwohl ich persönlich keinerlei Bezug zu militärischen Themen habe, fand ich den militärischen Jargon, mit dem die Usergemeinde das Geschehen kommentierte, nur ganz am Anfang befremdlich. Irgendwann kapierte ich, wie es gemeint war: neue Nachrichten von Trainman über die weitere Entwicklung seiner Romanze sind so entsetzlich aufregend, dass man meint, man könne es kaum aushalten - also muss man sich auf diese Ereignisse wie auf einen Angriff im Krieg vorbereiten, z.B. Schützengräben graben usw., und fand es dann total witzig.
Wer bereit ist, sich in die fremde Welt der japanischen jungen Internetforumsfreaks (Freaks heißt das natürlich schon lange nicht mehr, das sind Nerds oder eben Otakus...) hineinzubegeben, wird eine romantische, warmherzige und witzige Geschichte über Freundschaft und Liebe finden!
Absolut lesenswert für Altersgenossen ebenso wie für "Elterntiere"!
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