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Das neue Gesicht der Al-Qaida. Sarkawi und die Eskalation der Gewalt
 
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Das neue Gesicht der Al-Qaida. Sarkawi und die Eskalation der Gewalt (Gebundene Ausgabe)

von Jean-Charles Brisard (Autor), Damien Martinez (Autor)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 334 Seiten
  • Verlag: Propyläen; Auflage: 1 (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 354907266X
  • ISBN-13: 978-3549072660
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 352.792 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Bis November 2004 war Abu Mussab al Sarkawi Interpol nicht einmal eine "Red Notice" wert. Heute gilt er bereits als wichtigster Mann des international-islamistischen Terrorismus der Al-Qaida-Generation nach Bin-Laden. Jean-Charles Brisard, der in Sachen Dschihadismus ohne jede Übertreibung wohl best informierte Privatermittler, legt mit Das neue Gesicht der Al-Qaida ein Porträt dieses für seine ungewöhnlich raue Gewalt bekannten Sarkawi vor, das für die Zukunft nichts Gutes erwarten lässt, wenn es nicht gelingen sollte, ihn möglichst bald auszuschalten.

In seiner Jugend war Sarkawi (mit bürgerlichem Namen eigentlich Ahmed Fadil Nasal al-Khaleileh) alles andere als ein gläubiger Muslim. Im Gegenteil machte er vor allem wegen seiner Alkoholeskapaden und aufbrausenden Brutalität von sich reden. Die "religiöse" Wendung brachte der Besuch einer Koran-Schule, in die ihn seine um das Seelenheil ihres Sohnes besorgte Mutter nötigte. Mit zweifelhaftem Erfolg: Sein rasendes Naturell fand in der salafistischen Variante des Islam eine ideologische Rechtfertigung für die in ihm offensichtlich von Natur angelegte rücksichtslose Gewalt, der er fortan zur vermeintlichen Ehre des Propheten gegen alles "Ungläubige" mit gutem Gewissen freien Lauf lassen konnte. Sein unbändig blutrünstiger Furor ließ ihn schnell zu einer Leitfigur islamistischer Fanatiker aufsteigen.

Die kriminalistische Akribie Brisards biografischer Ermittlungen ist erstaunlich, auch wenn man in Rechnung stellen muss, dass er eine ganze Schar von Assistenten beschäftigt, die jeder erdenklichen Spur über den ganzen Erdball folgen. Anhand unzähliger, klug zusammengefügter Fakten belegt der Band schlüssig, dass Sarkawis Einfluss sich nicht nur auf die Terrorzellen im Irak beschränkt, von wo aus er mit Hinrichtungen vor laufender Kamera die Welt auf sich aufmerksam machte. Seine Kontakte und sein Einfluss reichen vielmehr auch nach Europa, namentlich nach Deutschland und Spanien. Vieles spricht dafür, dass er an den Anschlägen von Casablanca 2003 und Madrid 2004 maßgeblichen Anteil hatte. Das neue Gesicht der Al-Qaida ist bei alldem mehr als die Biografie eines besonders gefährlichen Terroristen. Brisards Bericht legt vielmehr die Unmöglichkeit offen, sich gegen die absolut rücksichtslose und kaum berechenbare Form des in losen Netzwerken organisierten Dschihadismus effektiv zu wappnen. -- Andreas Vierecke



Kurzbeschreibung

Das neue Gesicht der Al-Qaida heißt Abu Mussab el-Sarkawi. Der Jordanier ist nach dem Abtauchen bin Ladens zum gefährlichsten Mann des islamistischen Terror-Netzwerks aufgestiegen – die Anschläge in Casablanca 2003 und Madrid 2004, die brutale Hinrichtung westlicher Geiseln und die blutige Anschlagserie im Irak gehen auf sein Konto. Das weist der französische Terrorismus-Experte Jean-Charles Brisard überzeugend und lückenlos nach. Mit einem internationalen Team von Rechercheuren hat er in aller Welt, insbesondere in den arabischen Staaten, eine Fülle hochbrisanten Materials zusammengetragen, aufgrund dessen er die aktuellen Strukturen, die Finanzströme und die Hintermänner und Profiteure des Al-Qaida-Terrors offenlegen kann.

Detailliert zeichnet Brisard die Biografie Sarkawis nach, die exemplarisch ist für den Weg eines jungen Arabers vom religiösen Eiferer über den Afghanistan-Kämpfer zum kompromisslosen Djihad-Krieger gegen den Westen. Die Defensive, in die Al-Qaida durch die amerikanische Militärintervention in Afghanistan und im Irak gedrängt wurde, ist nicht von Dauer, die tödliche Herausforderung des Westens bleibt bestehen, so lautet Brisards gründlich dokumentiertes Fazit.


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Detektivarbeit, 14. Mai 2007
Das Buch ist zu Lebzeiten Sarkawis erschienen, also noch bevor er bei einem US Bombenangriff ums Leben kam (2006).
Mit kriminalistischer Akribie setzt der Autor die vielen Informationen zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammen. Er zeichnet das Leben eines Menschen nach, der sich fast zwangsläufig vom Aussenseiter und Kleinkriminellen zum Terroristen entwickelte. Sarkawi selbst kommt in Selbstzeugnissen (Briefen) zu Wort. Hier spricht und schreibt ein Mann, dessen frei flottierender Hass sich gegen alles und jeden richtete, und der in der Gewalt ein Ventil fand fuer Frustration und Lebenshass. Fuer mich bestätigte sich beim Lesen der Eindruck, den das Konterfei des Terroristen auf dem Cover macht: ein konturloses, missmutiges und düsteres Gesicht, das zu einem Menschen gehoert, um den es einfach nicht gut bestellt ist. Sarkawi war auch am ganzen Koerper tätowiert, gehörte also, wie viele Terroristen, zu den körperlich Versehrten. Vielleicht hat auch das seine kriminellen Energien beflügelt.
Was in den Schilderungen deutlich wird ist der Riss, der durch die Psyche von Terroristen seines Schlages geht. Auf der einen Seite sind sie äusserst flexibel in der Führung ihres Kampfes, benutzen neueste Technologien und sind höchst mobil. Auf der anderen Seite sind sie extrem starr und rückwärtsgewandt in ihrer Ideologie, wollen ein Kalifat fuer die ganze Welt, in dem es weder Menschenrechte noch Demokratie gibt, dafuer aber Steinigungen und Haendeabhacken.
Der Autor macht auch brisante Aussagen zur Zeitgeschichte. So weisst er nach, dass es nie ein dauerhaftes Bündniss zwischen Saddam Hussein und der Al Qaida gab, immerhin einer der vorgeblichen Gruende, warum die USA gegen den "Diktator" zu Felde zog.
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