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Der Spinoza-Effekt: Wie Gefühle unser Leben bestimmen
 
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Der Spinoza-Effekt: Wie Gefühle unser Leben bestimmen (Broschiert)

von Antonio R. Damasio (Autor)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 392 Seiten
  • Verlag: Marion von Schroeder Verlag; Auflage: 1 (1. Dezember 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548604943
  • ISBN-13: 978-3548604947
  • Originaltitel: Looking for Spinoza. Joy, Sorrow, and the Feeling Brain
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 9.447 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Mythologie des Gehirns

Eine Kritik und ein Beispiel

Liest man neurowissenschaftliche Literatur, kann man sich leicht überzeugen, dass das Gehirn rechnet, konstruiert, glaubt, fühlt, interpretiert, Hypothesen konstruiert, entscheidet. Die Liste lässt sich verlängern und umfasst eine Menge von Tätigkeiten und Fähigkeiten, die uns allesamt recht vertraut sind. Doch auf vertrautem Terrain sind wir deshalb nicht unbedingt. Denn was das Gehirn erfährt und tut, spannt einen Raum des privaten Inneren auf, den wir im Alltäglichen gar nicht in Betracht ziehen und der von aussen nach Kriterien des Verhaltens allenfalls indirekt erschliessbar ist. Nur der Besitzer dieses mentalen Innenraums selbst hat direkten Zugang zu ihm: Introspektiv erkennt er, in welchem Zustand er ist bzw. sein Gehirn, sofern man von einer eindeutigen Korrelation mit Gehirnzuständen ausgeht, wie es wissenschaftlich naheliegt. Dieser subjektive Modus der Erfahrung des Inneren ist fundamental: Mein Schmerz ist nur mir zugänglich, und ich kann nicht wissen, wie sich der Schmerz des anderen anfühlt. Und ebenso ist Bewusstsein offensichtlich ein privates, auf die Perspektive der ersten Person eingeschränktes Phänomen (und aus neurowissenschaftlicher Perspektive eine Eigenschaft oder ein Merkmal des Gehirns bzw. bestimmter seiner neuronalen Netzwerke): Nur ich weiss schliesslich, wie sich meine Rotempfindung oder mein Zahnschmerz anfühlt. Aufklärung Das ist ein Kompositbild aus Elementen, die sich in verschiedenen Zusammenstellungen in fachlichen wie auch populären Veröffentlichungen prominenter Neurowissenschafter finden. Jedes dieser Elemente verdankt sich tiefgreifenden Missverständnissen sowohl der zu erklärenden Phänomene wie der neurowissenschaftlichen Forschungsprogramme und der von ihnen sinnvoll zu traktierenden Fragestellungen: Dies vor Augen zu führen, ist der Anspruch von P. M. S. Hacker und M. R. Bennett in ihrem gemeinsam verfassten Buch. Max Bennett ist selbst ein renommierter Neurowissenschafter, der Oxforder Philosoph Peter Hacker ist vor allem als Interpret der Schriften Ludwig Wittgensteins bekannt und hat sich immer wieder mit Strömungen innerhalb der angelsächsischen Philosophie auseinander gesetzt. Der Titel von Bennetts und Hackers Darstellung, «Philosophical Foundations of Neuroscience», zielt nicht etwa darauf, dass Philosophie ein theoretisches Fundament zur Verfügung stelle. Philosophie im Wittgenstein'schen Sinn, dem die Autoren folgen, entwirft keine Theorien und verficht keine strittigen Thesen, sondern leistet begriffliche Klärungsarbeit: Sie steuert der fortgesetzten Versuchung gegen, unseren Wortgebrauch systematisch misszuverstehen. Dazu gehört, sich nicht von bestimmten Beispielen des Wortgebrauchs und den mit ihnen assoziierten Bildern in Bann schlagen zu lassen, sondern den verschiedenen Gebrauchsweisen und ihren Zusammenhängen nachzuspüren. Was so umrissen wird, sind begriffliche Zusammenhänge, ist die «Grammatik» von Wörtern oder Wendungen und der von ihnen nicht abtrennbaren Handlungskontexte. So verfahren die Autoren denn auch mit Blick auf die von ihnen versammelten heiklen Explikationsansprüche von Neurowissenschaftern. Ein wichtiger Punkt ist, dass diese Ansprüche auf Erklärung unseres gewohnten psychologischen Vokabulars – wie etwa «denken», «glauben», «wissen», «fühlen», «bewusst sein»... – nur dann triftig sein können, wenn die Wörter in ihrer üblichen Bedeutung expliziert und also auch verwendet werden. Kein Ausweg lässt sich plausibel machen, der von einer Änderung oder Ersetzung der üblichen Bedeutungen ausgeht, welche dann als «folk psychology» beiseite gesetzt werden. Sieht man sich aber den Gebrauch dieser Wörter unbefangen an, wird hinreichend klar, dass sie nur auf Menschen als Ganzes – allgemeiner auf Tiere einer gewissen Entwicklungsstufe –, nicht auf ihre Teile angewendet werden können: Es ist nicht etwa empirisch falsch, vom denkenden, fühlenden, wahrnehmenden etc. Hirn zu sprechen: Es ist vielmehr eine begriffliche Verwirrung. Dieser «mereologische Trugschluss» vom Ganzen auf einen Teil, auf das Gehirn, ist grundlegend für die meisten anderen Verzeichnungen. Das Modell des privaten Innenraums wird durch ihn für die Hirnforschung adaptierbar. Aber dieses Modell ist im Kern nur ein schiefes Bild: Weder müssen wir uns durch Hinwendung zu einem solchen prinzipiell privaten Inneren vergewissern, dass wir bestimmte Dinge wissen, glauben oder fühlen. Noch lässt sich die Unterscheidung zwischen direktem und bloss indirektem Zugang aufrechterhalten: Ich erkenne die Schmerzen des anderen an seinem Schmerzverhalten; dass er sie verbergen oder vortäuschen kann, rechtfertigt durchaus nicht die Konstruktion eines mentalen Sonderbereichs. Und meine Schmerzen habe ich – und brauche, um das zu wissen, weder in mein Inneres noch auf mein Verhalten zu schauen. Die Sache wird noch verquerer, wenn die «Qualia» bemüht werden und plötzlich Probleme der Art auftauchen, unsere Rotempfindung angesichts eines roten Gegenstands oder das Schmerzhafte unserer Schmerzen erklären zu wollen. Geduldig bemühen sich Bennett und Hacker um den Nachweis, dass hier kein tiefgründiges Problem vorliegt, sondern die Sprache auf fast schon paradigmatische Weise «feiert». Und auch die Vorstellung, unsere Fähigkeiten und unser Verhalten letztlich in terms der Funktion von Neuronen beschreibbar zu machen, hat mit Neurowissenschaft nichts, viel aber mit metaphysischen Verirrungen zu tun. Es ist ohne Zweifel ein fruchtbares Feld für Klärungsarbeit, auf dem sich Bennett und Hacker bewegen. Aber selbstverständlich würde man in der «philosophy of mind» und angrenzenden Gebieten der Kognitionswissenschaft mindestens ebenso leicht fündig. Kaum jemand, der das besser wüsste als Peter Hacker, und so kommen durchaus auch Philosophen ins Visier. Warum aber dann die Konzentration auf die Neurowissenschaften, auf Autoren wie Blakemore, Chalmers, die Churchlands, Crick, Damasio, Gazzaniga, Le Doux, Edelman und andere? Weil sich in diesem Feld tatsächlich eine veritable Mythologie des Gehirns ausgebildet hat, die überdies über populäre Darstellungen auch ein breites Publikum erreicht. Man kann die Probe darauf bei dem gerade auf Deutsch erschienenen jüngsten Buch von Antonio Damasio machen, der seit «Descartes' Irrtum» als Bestsellerautor gilt. Seine Untersuchungen zum Zusammenhang von rationalem Entscheiden und konsequentem Verfolgen von Zielen auf der einen, der Fähigkeit zum Empfinden von Emotionen auf der anderen Seite haben Damasio zu Recht Anerkennung eingetragen. Aber die Theorie der Emotionen, die er ausgehend davon entwickelt hat, ist eher ein ausgezeichneter Beispielfall für die von Bennett und Hacker konstatierten Verwirrungen. Schiefe Konstruktionen Damasio setzt emotionales Verhalten vom begleitenden Fühlen ab: Ersteres sei öffentlich und beobachtbar, Letzteres im verborgenen Innenraum angesiedelt. Eine unglückliche Unterscheidung, doch Damasio möchte unbedingt seine Vorstellungen darüber anbringen, wie diese subjektive Innenseite im Laufe der Evolution zum emotionalen Verhalten dazugekommen sein mag: Empirische Nötigung gibt es dazu eigentlich keine; und halten lässt sich auch nicht, was Damasio prinzipiell unter Gefühl verstehen möchte: der mentale Effekt eines inneren Gewahrwerdens von Körperzuständen, deren Veränderungen ihrerseits durch bestimmte, von äusseren Reizen ausgelöste mentale Bilder verursacht sind. Weder lernen wir Gefühlsausdrücke durch Verweis auf körperliche Symptome, noch lassen sich für alle Gefühle solche Symptome sinnvoll angeben, noch trägt das der Begründetheit und Angemessenheit Rechnung, die wir bei vielen Gefühlen konstatieren, vermissen oder fordern. Solche schiefen Konstruktionen stellen vor die Frage, wie sie eigentlich zustande kommen, wozu man bei Bennet und Hacker bündige Hinweise auf heikle historische Anbahnungen finden kann. Überzeugend ist ihr Nachweis – geführt vor dem Hintergrund einer prägnanten Darstellung der historischen und begrifflichen Wurzeln der Neurowissenschaft –, dass die aufgezeigten Missverständnisse letztlich durch eine einfache Ersetzung im dualistischen Schema à la Descartes zustande kommen: An die Stelle des Geistes trat einfach das Gehirn. Womit der fatale Dualismus in anderer Gestalt, wenn auch «materialisiert», weiterlebte. Mit anderen Worten: Es ist der Schatten Descartes', der Neurowissenschafter zu ihren Ausritten über die Grenzen des Sinns hinaus verführt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Das Denken ist ohne das Fühlen nicht vorstellbar - und deren Zusammenspiel nicht ohne die Signale des Körpers. Doch inwieweit wird der Mensch von diesem neurobiologischen Dreieck bestimmt? Was steuert unsere Entscheidungsprozesse?

Antonio R. Damasio führt uns an die Grenzen der wissenschaftlichen Forschung - ein ebenso radikales wie intellektuell überzeugendes Plädoyer für die Ganzheitlichkeit.

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91 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares wissenschaftliches Querdenkerbuch, 16. Februar 2004
Von isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Ausgehend vom Werk des Philosophen Baruch Spinoza erläutert Antonio Damasio das Zustandekommen der menschlichen Gefühle auf neurobiologischer Ebene. Er begibt sich auf die Suche nach dem Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele und stößt dadurch auf ein Gebiet vor, das die Naturwissenschaftler bis in die jüngste Vergangenheit gemieden haben, weil es von der Kirche besetzt wurde. Allenfalls einige mutige Philosophen wagten sich dorthin.

Das menschliche Gehirn ist immer noch nicht besonders gut erforscht, und bisher sind nur durch Zufall einzelne Hirnregionen als Sitz spezieller Gefühle entdeckt worden, und zwar bei Unfallopfern und durch Behandlung von Epilepsiepatienten. Diese Entdeckungen scheinen einen Denkansatz über den Zusammenhang von Körperreaktion, Emotion und Gefühl zu bestätigen, den schon Spinoza in seiner "Ethik" vorgebracht hat. Damasio zeigt uns nun mit Hilfe der Neurobiologie, wie die Emotionen im Körper das Gefühl entstehen lassen, welche Filter und Mechanismen dabei wirken, und wie der Mensch seine Gefühle steuern kann. Gleichzeitig machen wir Bekanntschaft mit einem berühmten Philosophen, der nach Damasios Auffassung bereits im 17. Jahrhundert die Grundlagen dieser neuen Erkenntnisse darlegte. Damasio begründet Spinozas Gedankengänge aus dessen Herkunft und Lebensgeschichte und bekennt von Herzen, Spinoza-Fan zu sein.

Herausgekommen ist ein spannendes, gut lesbares Wissenschaftsbuch. Hochwertiges geistiges Futter für Querdenker.

Ein Anhang statt Fußnoten trägt viel zur Übersichtlichkeit bei, denn man kann sich auf den Textfluß des Hauptteils konzentrieren. Die Graphiken zur Erläuterung der Abläufe im Gehirn bleiben einfach, nachvollziehbar und übersichtlich. Darstellungen des Gehirns und seiner Anatomie sind ebenfalls sehr nützlich zum fortlaufenden Textverständnis. Nur auf die irritierenden reichlich mißglückten Bleistiftzeichnungen Hanna Damasios von ungelenker Stichführung und Schraffur hätte man bei der Herausgabe des Buches verzichten sollen. Diese Bildchen sehen aus wie plump durchgepaust, und stehen im krassen Gegensatz zu den sonst so eleganten Gedankengängen des Buches. Vielleicht sind sie aber auch der sichtbare Beweis dafür, daß ein Gefühl der Liebe die Augen des brillantesten Wissenschaftlers trüben kann.

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114 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wiedergeburt der fröhlichen Wissenschaft, 14. Oktober 2003
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Einmal mehr wurde an einem englischen Originaltitel unnötigerweise herumgebastelt. Denn "Looking for Spinoza. Joy, Sorrow and the Feeling Brain" ist nun mal Tausend Mal besser als "Spinoza-Effekt". Erstens wissen viele der angepeilten Leser nichts oder wenig über Spinoza, und zweitens wissen sie auch nach der Lektüre nicht, was dieser Effekt nun sein soll. Dafür weiss ich nun, wie man ein wissenschaftliches Buch verfassen kann, das den neusten Stand der Forschung auf verständliche Weise und sehr persönlich vermittelt. Beruhigend ist, dass die Übersetzung des Textes gelungen ist. Antonio R. Damasio gehört zweifelsohne zu den anerkanntesten Neurologen der Gegenwart. Und wie sein deutscher Kollege, Gerhard Roth, ist er dennoch ohne Starallüren, erwähnt immer wieder seine Vorbilder, seine Quellen und seine Zweifel. Wo er allerdings aufgrund kreativer und aufwändiger Experimente zu klaren Schlüssen gelangt, zögert er nicht, die Folgen populärwissenschaftliche Irrlehren aufzuzeigen.

Die genaue Beobachtung von Patienten mit Hirnschädigungen und neue bildgebende Verfahren bei den Untersuchungsmethoden haben in den letzten zehn Jahren das Wissen über unser Gehirn geradezu revolutioniert. Das führte vor allem zu einem Revival der Gefühle als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Doch im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen hält sich Damasio mit Spekulationen zurück. Und wo er der Versuchung trotzdem nicht widerstehen kann, deklariert er klar, dass es sich um seine persönlichen Vermutungen, um seine Weltmodelle handelt. Die Lektüre von Damasios Büchern erinnert mich auch an den Physiker Richard P. Feynman, der es ebenfalls verstand, eine Art fröhliche Wissenschaft zu leben. "Sie belieben wohl zu scherzen" ist noch immer einer meiner Lieblingstipps. Doch zurück zu Damasio. Dass der amerikanische Neurologe eine Liebe zum europäischen Juden Spinoza hat und manchmal gerne ich Aufbruchszeitalter des 17. Jahrhunderts gelebt hätte, ist faszinierend. Damasio lässt die Leser an seiner Begeisterung teilhaben, indem er dem Leben und Werk von Spinoza viel Platz gewährt. Und ich zweifle nicht daran, dass etliche amerikanische Damasio-Jünger sich nun seiner Passion anschliessen.

Jeder Neurologe legt die Schwerpunkte etwas anders. Damasio richtet den Fokus auf das Zusammenspiel von Körper, Fühlen und Denken. Sein Anlauf im 17. Jahrhundert verhindert, dass er für seine Thesen den Originalitätsanspruch erhebt. Im Gegenteil, immer wieder betont er, dass die grossen Geister, Künstler und Philosophen das geahnt haben, was die Neurologen heute mit Experimenten belegen können. Und wie es Damasio mit seinen Ausführungen schafft, die Ganzheitlichkeit wieder aus der esoterischen Ecke zu holen, hat mich besonders gefreut. Spiritualität im Sinne Damasios hat Zukunft. Kaufen, lesen, sich und die Welt anders sehen.

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52 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sensationelles aus der aktuellen Gehirnforschung, 23. September 2003
Von anne von blomberg - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Antonio R. Damasio ist Professor für Neurologie in den USA. Berühmt wurde er für seine Entdeckungen in der Gehirnforschung. In diesem Buch wagt er, der gesamten Medizintradition des Westens zu widersprechen und ein neues Paradigma aufzustellen. Es heißt: Die seit über 200 Jahren verkündete Trennng von Körper und Geist, von körperlichen Gefühlen wie z. B. Magenschmerzen und seelischen Gefühlen wie Liebeskummer gibt es nicht. Wir sind eine Einheit und reagieren auch so. Wer ein simples Aspirin gegen Kopfweh nimmt, beeinflusst auch seine Stimmung, und wer sich Glück kauft, in dem er in einem gutes restaurant isst, tut damit seinem Körper Gutes (das Beispiel stammt nicht von Damsio, sondern ist eine meiner Konsequenzen aus seinem Buch).
Der amerikanische Mediziner ist nicht der erste, der so etwas behauptet. Fast 400 Jahre vor ihm verkündete der niederländisch-jüdisch Philosoph Spinoza dasselbe. Deshalb greift der Gehirnforscher auf den Philosophen zurück, besucht in den Haag sein Haus, zitiert ihn und vergleicht seine philosophischen Überlegungen mit den konkreten Ergebnissen der eigenen Wissenschaft. Und siehe da: sie decken sich perfekt. Das Ergebnis? Ein nicht immer leicht zu lesendes Buch - Damasio fordert konzentrierte Aufmerksamkeit -, aber eines mit Thriller-Spannung, wenn man sich für die Zusammenhänge zwischen Körper und Geist interessiert. Der Neurologe liefert außerdem, sozusagen nebenbei, pure Selbsterkenntnis und jede Menge Aha-Momente: ach, so ist das. Deshalb wage ich sogar zu sagen: Der "Spinoza-Effekt" ist reine Lesefreude. Plus Lebenshilfe, denn unter anderem beweist Damasio auch, dass die Evolution uns auf Glücklichsein getrimmt hat, nicht aufs Leiden, und das ist doch gut zu wissen, oder?
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4.0 von 5 Sternen Wo Licht ist...
...viele tolle neue Ansätze der Hirnforschung, reflektiert mit eigenen Interpretationen und Ideen. Das könnte man als Motto über das Buch stellen. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von S. Zimmermann veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen Interpretationsfreiheit
Die Bücher von Damasio beweisen vor allen Dingen eines. Wissenschaftliche Experimente gehen 1. von bestimmten konzeptionellen Grundlagen aus und 2. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Januar 2008 von Philosopher

3.0 von 5 Sternen Spinoza würde sich freuen...
Meine Lektüre ist schon wieder ein paar Wochen her, und ich habe das Buch nicht mehr, also muss ich auf mein lückenhaftes Gedächtnis zurückgreifen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Oktober 2003 von Christine Nirschl

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