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Nach
Der Verführer (1999) liegt mit
Der Eroberer nun auch der zweite Teil von Jan Kjærstads Wergeland-Trilogie in deutscher Übersetzung vor. Der dritte Teil ist im Norwegischen bereits erschienen und trägt den Titel
Der Entdecker. Verführer, Eroberer, Entdecker -- all das ist Jonas Wergeland, die Hauptfigur in Kjærstads Trilogie. In
Der Verführer hatte er nicht nur -- wie sich das für einen Verführer gehört -- reihenweise Frauen verführt, sondern als Moderator der Sendung "Groß denken" gleich die gesamte Fernsehnation. Alles scheint Wergeland zu gelingen. Doch dann steht er fassungslos vor seiner ermordeten Frau. Mit dieser Szene beginnt und endet der erste der drei Romane. Als Täter vermutete man Neonazis. Was aber tatsächlich geschehen war, erfuhr der Leser nicht. In
Der Eroberer nun sitzt Wergeland selbst des Mordes an seiner Frau verdächtigt in Haft.
Doch die Wergeland-Trilogie ist kein Fortsetzungsroman, wie man vermuten könnte. Und schon gar nicht handelt es sich um einen Krimi, bei dem es darum ginge, wer denn nun der Mörder ist. Vielmehr geht es Kjærstad um die Frage "Was ist das Leben?". Groß denken ist also auch sein Motto. Und im Erzählen groß zu denken (oder besser: uns Leser denken zu machen) beherrscht er wahrlich meisterhaft!
"Du weißt", sagt Gott am Ende von Der Verführer, "was jetzt passieren wird, kann auch alles verändern, was passiert ist, und du weißt, von jetzt an kann alles zu einer ganz anderen Geschichte umgeschaffen werden, und du weißt, alles kann passieren -- von dem Augenblick an, in dem du anfängst zu reden, zu erzählen". Und genau dies ist der Anfang von Der Eroberer. Erzählt wird uns die immer gleiche, doch immer wieder ganz andere Geschichte. Und immer wieder erscheint alles Vorherige in völlig neuem Licht.
Weshalb Kjærstad ganz zu Recht in seiner Heimat zu den ganz Großen zählt, das weiß man nach der Lektüre dieses von Angelika Gundlach souverän ins Deutsche übersetzten Buches -- und freut sich schon auf den dritten Wergeland-Band. --Andreas Vierecke
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
"Eine formvollendete epische Symphonie ..., ein Roman, der Leichtigkeit und Gewicht vereint und viele Leser verdient." (Stavanger Aftenblad)