Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus
Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Das unauslöschliche Siegel
OA 1946 Form Roman Epoche Moderne
Vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Terrorregimes und der Schrecken des Zweiten Weltkriegs veranschaulicht das bildgewaltige Epos von Elisabeth Langgässer den heilsgeschichtlichen Sieg des Guten über das Böse und die Hoffnung auf ein neues Weltalter des Friedens im Zeichen göttlicher Gnade.
Inhalt: Der Roman schildert den Schicksalsweg des zwischen Heil und Sünde hin und her gerissenen Lazarus Belfontaine. Belfontaine, ein Jude, der anlässlich seiner Heirat das »unauslöschliche Siegel« der Taufe empfangen hatte, fällt sieben Jahre nach der Konversion vom katholischen Glauben ab. Als Belfontaine die Göttlichkeit Christi leugnet, fällt er dem Satan anheim.
In Frankreich, wohin ihn der Teufel führt, wandelt sich Belfontaine nach seiner Inhaftierung als vermeintlicher deutscher Spion der Roman spielt im Ersten Weltkrieg in einen beliebten, gottesfürchtigen Menschen. Die Wandlung des Protagonisten ist indes nur Schein; tatsächlich frönt Belfontaine einem lasterhaften Lebenswandel, dem jedoch schlagartig ein Ende gesetzt wird, als Suzette, seine Gefährtin, Opfer eines Mordes wird: Die Naturmächte brechen über den Helden ein, Gott siegt über Satan. Belfontaine besinnt sich reumütig auf die Unauslöschlichkeit der Taufe, liefert sich rückhaltlos der Gnade Gottes aus und wird erlöst. Er kehrt als heiliger Bettler in die Heimat zurück, wo sich sein weiterer Lebensweg verliert.
Aufbau: Das unauslöschliche Siegel, aufgeteilt in drei Bücher und einen Epilog, steht wie die übrigen Werke von Langgässer der »Renouveau catholique« nahe, weicht jedoch im Aufbau von den Vorbildern Georges R Bernanos oder Paul Claudel (18681955) ab. Im Gegensatz zu den stilbildenden Bekehrungsdichtungen dieser Strömung ist das Schicksal des sündigen und wiedererhobenen Protagonisten nur der vordergründige Anlass, um in metaphern- und anspielungsreicher Sprache den heilsgeschichtlichen Kampf zwischen Gott und Teufel um Gut und Böse zu gestalten. Um diese kosmisch-eschatologische Richtung ihres Romans zu unterstreichen, setzt sich die Autorin wiederholt über die Einheit von Ort, Zeit und Raum hinweg. Ebenso tritt in dem gleichsam geschichtslosen »Welttheater« die psychologische Durchdringung bzw. individuelle Charakterisierung der Figuren in den Hintergrund. In der dualistischen Auseinandersetzung zwischen göttlicher und satanischer Macht werden die Romanfiguren zu bloßen Objekten der bis zum Mord gesteigerten Spirale des Bösen reduziert.
Wirkung: Der heute fast vergessene Roman löste nach seinem Erscheinen heftige Reaktionen aus: Während kirchennahe Kritiker den religiösen Nonkonformismus der Autorin sowie ihre exzessive, überwältigende Darstellung der Sünde als Blasphemie betrachteten, irritierte dem Religiösen eher fern stehende Leser die universale Heils- und Erlösungsgewissheit der Verfasserin, die den konkreten Leiden des Weltkriegs und des Holocaust Hohn zu sprechen schien. T. S.
Kurzbeschreibung
Der Roman schildert den Schicksalsweg des zwischen Heil und Sünde hin und her gerissenen Lazarus Belfontaine. Belfontaine, ein Jude, der anlässlich seiner Heirat das >>unauslöschliche Siegel<< der Taufe empfangen hatte, fällt sieben Jahre nach der Konversion vom katholischen Glauben ab. Als Belfontaine die Göttlichkeit Christi leugnet, fällt er dem Satan anheim. In Frankreich, wohin ihn der Teufel führt, wandelt sich Belfontaine nach seiner Inhaftierung als vermeintlicher deutscher Spion - der Roman spielt im Ersten Weltkrieg - in einen beliebten, gottesfürchtigen Menschen. Die Wandlung des Protagonisten ist indes nur Schein; tatsächlich frönt Belfontaine einem lasterhaften Lebenswandel, dem jedoch schlagartig ein Ende gesetzt wird, als Suzette, seine Gefährtin, Opfer eines Mordes wird: Die Naturmächte brechen über den Helden ein, Gott siegt über Satan. Belfontaine besinnt sich reumütig auf die Unauslöschlichkeit der Taufe, liefert sich rückhaltlos der Gnade Gottes aus und wird erlöst. Er kehrt als heiliger Bettler in die Heimat zurück, wo sich sein weiterer Lebensweg verliert.