Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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47 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
DER russische Roman des JAHRHUNDERTS! Lesen!, 9. April 2008
"Leben und Schicksal" ist für mich das Buch des Jahrhunderts, denn geschrieben wurde es 1959 und erstmals auf deutsch erschien es 1994. Bei der hier besprochenem Ausgabe handelt es sich aber um die erstmalige vollständige Ausgabe (2007).
Das Werk hat nämlich, ähnlich wie sein Autor, eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. In der Sowjetunion als systemkritisch verboten, wurde es in mehreren Teilen in den Westen geschmuggelt und hier dann veröffentlicht. Grossman war bei diesem Buch leider noch nicht so vorsichtig, wie bei seinem letzten Werk "Alles fließt", das nach seinem Verbot gleich komplett in den Westen geschmuggelt werden konnte (abenteuerliche Geschichte hierzu im Nachwort). Leider starb Grossman zu früh, ohne die Veröffentlichung zu erleben.
Und leider scheint dieses großartige Buch auch langsam in Vergessenheit zu geraten. Dies völlig zu Unrecht! "Leben und Schicksal" steht ganz deutlich in der Tradition von "Krieg und Frieden". Für mich übertrifft Grossman Tolstoi sogar. Es handelt sich um einen großen russichen Romane, mit vielen Verwebungen und Verknüpfungen. Und in diesem Punkt überragt "Leben und Schicksal" "Die Wohlgesinnten" um ein Vielfaches.
Inhaltlich ist "Leben und Schicksal" schlichtweg ergreifend und einfach umwerfend. Hier kommt es dem Roman eben zugute, dass der Autor mit wenigen Worten ganze Biographien seiner "Helden" zusammenfassen kann und die verschiedenen Schauplätze des zweiten Weltkrieges so aus der Sicht der jeweils betroffenen und handelnden Personen darstellen kann, ohne auf die Kunstgriffe von Littells "Wohlgesinnten" angewiesen zu sein.
"Leben und Schicksal" beginnt im deutschen Konzentrationslager, schildert den Krieg um und in Stalingrad, die sowjetischen Konzentrationslager und auch die Lage der sowjetischen Wissenschaftler (bei der Erforschung der Atombombe?). Hierbei wird typisch vielschichtig sowohl auf die moralischen Bedenken, wie auf den Antisemitismus, die Liebe in all ihren Spielarten (von erster Liebe über Scheidung bis zu verzweifelter Liebe in allen Variationen), kurzum auf das gesamte Leben udn Schicksal der Menschen eingegangen und dies eben wahrhatf meisterlich.
Aber auch die politischen Anliegen, die Darstellung der Allmacht Stalins bis hin zum Vergleich des Nationalsozialismus mit dem Sozialismus sowohl durch einen Offizier im deutschen Konzentrationslager wie auch andersherum machen diesen Roman für mich zur Pflichtlektüre jedes intelligenten Menschen.
Lesen! Lesen! Lesen!
P.S. "Leben und Schicksal" ist der zweite Teil und die Fortsetzung des vom Autoren noch "unter anderen Vorzeichen" geschriebenen "Wende an der Wolga" der bislang nur in der DDR veröffentlich worden ist.
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56 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erbitterte Abrechnung mit dem Totalitarismus, 5. Januar 2008
"Schicksal und Leben" von Grossman gilt mit ganzem Recht als der Roman, der "Krieg und Frieden" von Tolstoi ins 20. Jahrhundert versetzt hat. Grossman schildert den Kampf um die Stadt Stalingrad, die zur entscheidenden Kriegwende im 2. Weltkrieg wurde. Dabei zeichnet er das Leben der sowjetischen Bevölkerung in Stadt und Land und vor allem auch an der Front mit einer Glaubwürdigkeit nach, die seinesgleichen sucht. Unerbittlich spürt er dabei der Tragik der Romanfiguren nach, die gegen das faschistische Deutschland für die Freiheit kämpfen und im stalinistischen Russland eben diese dennoch nie erlangen können. Die Hoffnung, dass durch den Krieg alles anders werden könnte, trog doch letztlich immer.
Doch Grossman zeigt nicht nur die russische Seite - auch die deutsche Gefangenlager und KZs werden geschildert. So gelingt es Grossman, einen Roman gegen totalitäre Systeme zu schreiben, der durchdrungen ist von der Liebe zum Menschen.
Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und lässt sich gut lesen. Die Vielzahl der Namen verwirrt das ein oder andere Mal - doch das kennt man von russischen Romanen.
Die Beschreibung des Romans wäre jedoch nicht vollständig, wenn man nicht darauf verweisen würde, dass er ungemein schwer zu verdauen ist und durchaus zu den Büchern gehört, die einem in den Schlaf folgen. Dies soll aber auf keinen Fall vom Lesen abschrecken. Denn vor manchen Dingen sollte man nicht die Augen verschließen.
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62 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erschütternder Roman über das Leben, 19. November 2007
Ein spannendes Buch über die russische und deutsche Geschichte des 2. Weltkriegs: unaufgeregt berichtet Grossman von verschiedenen Personen, Familien und Schicksalen auf russischer und deutscher Seite, fast ohne Partei zu ergreifen oder die Politik zu bewerten.Dabei wirken die Erlebnisse der einem ,trotz der russischen Namen,bald vertrauten Personen sehr erschütternd, gerade weil er nicht bewertet, sondern nur erzählt, das aber in einer Form, die mich das Buch nur schwer weglegen läßt.Das Grauen des 2.Weltkrieges,z.B. in Stalingrad,wird personifiziert und gleichzeitig historisch dargestellt.
Ein tief bewegendes Buch, unbedingt lesen!
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