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Ästhetik des Widerstands
 
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Ästhetik des Widerstands (Taschenbuch)

von Peter Weiss (Autor)
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 1195 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (20. April 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518456881
  • ISBN-13: 978-3518456880
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 156.894 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Schon vor 25 Jahren erschien der literarische Abschluss von Peter Weiss' dreiteiligem Werk "Die Ästhetik des Widerstands". Im Mittelpunkt steht ein Icherzähler, ein fiktiver deutscher Widerstandskämpfer, den Weiss mal als jungen, mal als gealterten Mann zu Wort kommen lässt. Gesprochen werden die beiden Erzählerstimmen von Robert Stadlober und Peter Fricke. Dank deren Dialog, durch ihre unterschiedliche Lesart und Betonung, wird der Text vielschichtig. Ein gewaltiges Hörspielprojekt, das Regisseur Karl Bruckmaier einfallsreich und immer wieder überraschend umsetzt. (rs)
kulturnews.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .


Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Ästhetik des Widerstands
OA 1975 / 78 / 81 (3 Bde.)Form Roman Epoche Gegenwart
Das in zehnjähriger Arbeit entstandene und erst kurz vor dem Tod des Autors Peter Weiss abgeschlossene Werk ist der ehrgeizige Versuch, unter Nutzung fiktionaler Freiheiten ein historisch authentisches Gesamtbild der faschistischen Epoche in Europa zu zeichnen, wobei die antifaschistische Position, der »Widerstand«, die Perspektive bestimmt. Zugleich sollen Funktion und Bedeutung von Kunst-Erfahrung, also von »Ästhetik«, im und für den politischen Kampf der Linken untersucht und dargestellt werden. Dies geschieht in der Absicht, für Gegenwart und Zukunft ein neuartiges Modell des Zusammenspiels von Kunst und Politik zu entwerfen.
Inhalt: Der Roman beginnt im Jahr 1937 an einem konspirativen Ort mitten im Zentrum der Nazi-Herrschaft, vor dem Pergamonaltar auf der Berliner Museumsinsel. Dort führen der Ich-Erzähler, ein namenlos bleibender junger Arbeiter, und seine kommunistischen Genossen Ayschmann und Coppi eine Diskussion um Geschichte, Politik, Kultur, Kunst und Literatur – vor allem jedoch um die Möglichkeit, das »kulturelle Erbe« der Vergangenheit für den sozialistischen und antifaschistischen Kamp zu nutzen. Im Gespräch mit seinem sozialdemokratischen Vater erfährt der Erzähler von der verhängnisvollen Spaltung der Arbeiterbewegung seit 1918. Er verlässt Berlin, um im Spanischen Bürgerkrieg an der Seite des Arztes Dr. Max Hodann Sanitätsdienste zu leisten. Dort erlebt er die scharfen Konflikte zwischen den verschiedenen linken Gruppen und hört von Stalins Schauprozessen gegen vorgebliche Abweichler und Verräter. Nach der Auflösung der Internationalen Brigaden und dem Zusammenbruch der Spanischen Republik wird der Erzähler zu Beginn des zweiten Bands nach Paris verschlagen. Dort lernt er den kommunistischen Kulturorganisator Willi Münzenberg kennen. In Schweden, wo er als Fabrikarbeiter lebt und in der illegalen KP kleine Aufgaben übernimmt, unternimmt er unter Anleitung von Bertolt R Brecht erste Schreibversuche. In der Tradition Brechts und Münzenbergs will er sozialistische Parteilichkeit und persönliche Kreativität verbinden und fasst den Plan, zum kritischen Chronisten seiner Epoche zu werden. Er wird besonders im dritten Band der Ästhetik des Widerstands realisiert; der Erzähler tritt hier zunehmend aus der Handlung zurück und überliefert aus räumlicher und zeitlicher Distanz den konspirativen Widerstand der so genannten Roten Kapelle um Harro Schulze-Boysen und Dr. Arvid Harnack in Berlin sowie deren Verhaftung und Hinrichtung in Plötzensee. Der Roman endet im Jahr 1945, als der Faschismus niedergeworfen, ein Sozialismus mit menschlichem Gesicht aber nach wie vor nur als Utopie vorstellbar ist.
Aufbau: Der Roman gewinnt seine Unverwechselbarkeit durch einige markante Strukturelemente wie die Kombination von historisch authentischen und fiktiven Figuren sowie die Kombination von narrativen und reflexiven Partien, die zu der treffenden Bezeichnung »Roman-Essay«geführt hat. Ein weiteres dominantes Merkmal sind die ausgedehnten dialogischen Partien, teils in direkter, teils in indirekter Rede. Sie sind formaler Ausdruck einer Gedankenbewegung, die in Brechts Nachfolge immer wieder versucht, widersprüchliche Positionen (in Politik, Ideologie, Ästhetik) zu artikulieren und so gegeneinander zu setzen, dass sie zu neuen Erkenntnissen, Konsequenzen, Veränderungen führen. Eine ähnliche Funktion kommt dem Verfahren der Montage zu, mit dem Weiss auf quasi-filmische Weise verschiedene Orte, Zeiten, Figuren und Standpunkte miteinander konfrontiert. Andererseits bewirkt der biografische Erzählrahmen zumindest formal eine »Einheit der Widersprüche«.
Wirkung: Die Ästhetik des Widerstands wurde seit dem Erscheinen des ersten Bands in beiden deutschen Staaten intensiv diskutiert, weil sie wichtige Aspekte verdrängter und verschwiegener Vergangenheit artikulierte sowie in West und Ost stereotype Geschichtsbilder korrigierte. Dies gilt aus westlicher Sicht etwa für die Rolle des kommunistischen Widerstands gegen Hitler, aus östlicher Sicht insbesondere für die autoritäre Herrschaftspraxis des Stalinismus, die als eine wesentliche Ursache der historischen Niederlage der sozialistischen Bewegung gezeigt wird. J. V. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kunst im Kampf für eine gerechte Welt, 7. November 2002
Diese Rezension stammt von: Die Ästhetik des Widerstands (Taschenbuch)
Wer selber aus einer Arbeiterfamilie stammt und politischg aktiv ist, weiß sofort, wovon Peter Weiss redet: Die unsäglichen Mühen, die es kostet, sich zu bilden in einer Gesellschaft, in der Kunst und höhere Bildung vor allem den Reichen zugute kommt. Und die Schwierigkeiten, als Arbeiter für eine gerechte Welt zu kämpfen - ohne sich von den Unternehmern, Politikern und angeblich linken Parteiführer und Gewerkschaftsbonzen über den Tisch ziehen zu lassen.
Peter Weiss beschreibt die für die Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts schlimmste Zeit: Den Sieg des Faschismus und Stalinismus, die durch die Niederlagen der revolutionären Aufstände zwischen 1917 und 1923 möglich wurden.
Der Protagonist des Romans ist ein junger Berliner Arbeiter, der nach der Machtübernahme Hitlers heimlich politisch arbeiten muss. Er entscheidet sich, im Spanischen Bürgerkrieg zu kämpfen und muß feststellen, das trotz der weltweiten Solidarität der Arbeiter und Bauern der Kampf verlorengeht: verraten von Stalin und den Sozialdemokratischen Parteien, aktiv bekämpft von den sogenannten demokratischen Staaten. Der junge Arbeiter muß nach Schweden fliehen und dort in den Untergrund gehen. Denn auch im demokratischen Schweden greift die Polizeiherrschaft um sich, weil die Unternehmer in der Wirtschaftskrise den Widerstand der Arbeiter gegen Sozialabbau und die Abschaffung demokratischer Rechte zerschlagen wollen.

Peter Weiss beschreibt in diesem bedrückenden Roman nicht nur diese schwere Zeit und den nie endenden Befreiungskampf der Arbeiter, sondern fragt auch, wie eine Kunst aussehen muß, die im Dienst dieses Widerstandes steht.

An zahlreichen Kunstwerken, die man aus dem Schulunterricht kennt, beschreibt Weiss, dass Kunst nie nur einfach zum Vergnügen der Reichen gemacht wird. Sie ist immer auch Ausdruck des Bedürfnisses nach einer gerechten und freien Welt. Kunst selbst kann nur dann für alle Menschen brauchbar sein, wenn künstlerische Freiheit gegeben ist. Eine Kunst ohne Freiheit - als Auftragswerk der Herrschenden oder als Ware für den Markt -
schneidet die Masse der Bevölkerung von Bildung ab.

Peter Weiss macht mit seinem Roman klar, dass eine wirklich freie Kunst, die allen Menschen Freude bereitet, und der Kampf für eine gerechte Welt zusammengehören.

Von der Dicke der drei Bande sollte man sich nicht abschrecken lassen. Durchhaltevermögen lohnt sich. Allerdings ist es besser, sich die Bände einzeln zu kaufen. Die Suhrkamp-Ausgabe mit allen drei Teilen in einem Buch (im Dünndruck) erschwert das Lesen enorm.

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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wichtiger Roman des 20. Jahrhunderts, 25. November 2005
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Vordergründig setzt Peter Weiss mit seinem akribisch recherchierten Monumentalwerk den antifaschistischen Widerstandskämpfern aus dem kommunistischen Umfeld, die im Westen meist unbeachtet blieben, ein Denkmal. Wie der Titel des Buches aber schon sagt, geht es ihm dabei vor allem um die Schlüsselrolle der Kultur für einen erfolgreichen Widerstand gegen Barbarei und Unterdrückung. Weiss unterstellt den relativ wenigen, die sich dem NS-Terror zu widersetzen wagten, dass sie die Kraft dazu aus einer entsprechend entwickelten Kultur schöpften. Entsprechend kritisiert er auch den Kommunismus und dessen von oben verordnete Kunstform, den sozialistischen Realismus. Letztendlich gaben die historischen Entwicklungen Peter Weiss Recht. Der "real existierende Sozialismus" zerbrach wenige Jahre nach Erscheinen des letzten Bandes der Romantrilogie nicht zuletzt an seiner doktrinären und kulturellen Starre. Wirkte Weiss’ Werk nach dem Fall der Mauer und dem Ende der Sowjetherrschaft zeitweise anachronistisch, so gewinnt die "Ästhetik des Widerstands" angesichts der Globalisierungsdiskussion wieder an Aktualität - schließlich gibt es nicht wenige Menschen, die auch hier Widerstand für angebracht halten.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Alles was Peter weiß, 23. Juni 2007
Der Roman »Die Ästhetik des Widerstands« könnte auch heißen: Alles was Peter weiß. Denn der Autor steckt alles hinein, was ihm in den Sinn kommt. So erhält diese Geschichte lesender Arbeiter in der Zeit des National-Sozialismus eine thesenhaft-enzyklopädische Struktur.

Aber dieser Marmorblock hat Brüche: Wo Weiß versucht, eine linkssozialistische Geschichtsdeutung zu etablieren, kann nicht umhin, den mörderischen Charakter des Totalitarismus (etwa am Beispiel der Moskauer Prozesse) und die vergeblichen Legitimierungsbemühungen der Intellektuellen als gigantischen Betrug und Selbstbetrug zu entlarven.

So kann man dies Buch neben Solschenizyn's und Koestler's Hauptwerke stellen. Die Risse im Marmor machen gerade seine Größe und Modernität aus.
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Es stimmt schon, dass dieses buch nur schwer lesbar ist. und dies nicht OBWOHL, sondern WEIL peter weiss um seine form gerungen hat, wie bei keinem anderen seiner werke. Lesen Sie weiter...
Am 12. September 2004 veröffentlicht

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Die Thematik dieses Buches und die damit verbundene Intention des Autors sind interessant und zu schätzen.

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