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Der Bildverlust oder Durch die Sierra de Gredos
 
 

Der Bildverlust oder Durch die Sierra de Gredos (Taschenbuch)

von Peter Handke (Autor)
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 758 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 2., Aufl. (3. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518455192
  • ISBN-13: 978-3518455197
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 425.250 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 66 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Zeitgenössische Literatur > Deutschsprachige Autoren > Handke, Peter

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Protagonistin in Peter Handkes neuem Roman Der Bildverlust hat viele Feinde. Allerdings wirken die meisten aus der Ferne und sind deshalb ungefährlich -- bis auf einen, und der ist der allerschlimmste. Dabei hatte alles mit Liebe begonnen, damals, als sie sich "auf einer Lichtung tief im Innern" des Waldes "auf einem schwarzalten Bohlenweg" zum ersten Mal trafen. Für ihn war es so etwas, wie die Liebe auf den ersten Blick. "Sie müssen mich lieben. Sie werden mich lieben", sagte der Mann. "Ohne mich sind Sie verloren".

Damals, auf der Waldlichtung, hatte die Bankiersfrau keine Angst. Denn während der Begegnung wurde sie heimgesucht vom Bild "eines leeren Gastgartens unter Kastanien im Hochland von Triest". Überhaupt ist sie "durchwirkt" von Bildern wie ein Text: beruhigenden Bildern, die plötzlich kommen wie bei Proust; Bilder mit denen ihr "nichts geschehen" kann. Und Schutz kann die Bankiersfrau gut gebrauchen: Immerhin macht sie sich auf die abenteuerliche Reise zu einem abgelegenen "Manchodorf" in der Sierra de Gredos, um einem "Autor" ihr Leben -- und ihre Lieben -- zu erzählen. In Nuevo Bazar, Polvereda, Pedrada oder Candeleda trifft sie auf allerlei sonderbare Gestalten, auf Maultrommelspieler und "Stadtrandidioten", auf die Sänfte von Karl V. -- und manchmal auf sich selbst: "mich erzähltwerden spüren", selbst zum Bild zu werden, ist dabei das oberste, tröstliche Ziel. Gefährlich wird es immer dann, wenn der Verlust der Bilder der Protagonistin den Boden unter den Füßen zu entziehen droht.

Der Bildverlust ist eine sprachlich weitgehend virtuose, bisweilen anstrengende Gratwanderung zwischen Literatur und Reflexion, Märchen und abstraktem Dichten, Traum und Wirklichkeit: ein schwebender Parforceritt durch die Räume und Zeiten im Niemandsland der Literatur. Über lange Strecken ist dieses artistisch verspiegelte Changieren Handkes genauso aufregend zu verfolgen wie die Reise der Bankiersfrau über die verschneite, fast 200 Kilometer lange Gipfelflur in der Sierra de Gredos. Nur hin und wieder hätte man sich die eine oder andere Straffung des Geschehens sehr gewünscht. Und sicher wird es auch viele Leser und Kritiker geben, die sich nicht zurechtfinden (wollen) in Handkes hoch artifizieller, von Neologismen gespickter Welt. Wer aber Mein Jahr in der Niemandsbucht mit Gewinn gelesen hat, der wird von der symbolgewaltigen Metaphorik des Bildverlusts begeistert sein. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .



Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 19.01.2002
An Anfang war noch Hoffnung. Dass Handke Handke bleiben würde nämlich, 759 Seiten lang, bis zum Schluss. Und weil Frauke Meyer-Gosau nur ganz hinten nachgesehen hat, ob alles gut geht, und weil es tatsächlich ein schönes Happy-End gibt, hat sie sich drauf eingelassen, auf diese ganze "Mordsmarathonpapierstrecke" und - ist enttäuscht worden. Na ja, enttäuscht. Zunächst mal sind da ein paar hundert Seiten Leseglück. Die Lebensgeschichte einer erfolgreichen Frau, "hinreißend erzählt von Peter Handke". Das geht gut, bis die Heldin dieses von Meyer-Gosau als "ein utopischer Abenteuer-, ein Reise- und Liebesroman" bezeichneten Buches ihren Ort der Läuterung, das Zentrum des "Bildverlusts" ("ein tiefes, düsteres Tal in der Sierra") betritt. Da dämmert der Rezensentin dann so einiges: Das hier verbratene "wohlbekannte Modell" von der mächtigen, aber schuldbeladenen Frau auf der Suche nach dem "wirklichwahren Leben" etwa. Dann dass Handkes "Frau" nichts anderes ist als "ein Sprachrohr für die Empörung und Resignation über eine fortschreitende Dekadenz, den Verlust der Ideale" usw., aus dem die sich überschlagende Stimme des Autor- Predigers tönt. Und schließlich dass, was gut anfängt, noch lange nicht gut weitergehen muss, und wenn es auch gut endet.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 19.01.2002
Recht feierlich ist Thomas Steinfeld bei dieser schnell geschriebenen Kritik zumute. "Der Bildverlust", so schließt er seine Kritik, die zwei Tage vor Erscheinen des Romans in der SZ gedruckt wurde, sei "das große Gegenbuch zu unserer aktuellen Literatur", nicht mehr und nicht weniger. Gemeint ist damit einen Gegenentwurf zu einer vom Journalismus infizierten Literatur, zur allgegenwärtigen Gestalt des Reporters, der nurmehr einen flüchtigen Blick auf das werfe, was er für die Realität hält, ein Plädoyer für die "lange Dauer" auch. In sie gestellt sieht sich eine Finanzexpertin, die ihre Großstadt verlässt, um die Sierra de Gredos, jene Landschaft, in der der "Don Quijote" spielt, zu durchwandern und auf einen Erzähler zu stoßen, der ihr womöglich sagt, wer sie ist. Den "Don Quijote" liest Steinfeld als Parallelbuch und Referenz zu Handkes großem Roman. So wie sich Don Quijote an den Bildern einer vergehenden Epoche mit ihren Ritterromanen abarbeitet, so scheint auch Handke in diesem Buch einen Epochenwechsel annoncieren zu wollen. Wie genau diese neue Epoche, in der die Medien ihre Übermacht offensichtlich verloren haben, aussehen soll, erfährt man bei Steinfeld nicht aber neugierig macht seine Kritik schon.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Die Zeit, 24.01.2002
Hat sich der Autor in seiner Sierra doch glatt verlaufen. Ulrich Greiner schlägt die Hände überm Kopf zusammen: Handlung, Figuren, Dramatik, Abenteuer - alles verschwindet in den "Schluchten der Mystifikation", den "Staubwüsten des Schwadronierens". Da hilft es wenig, dass dem Rezensenten bei der Lektüre hin und wieder aufgeht, was dieser Autor eigentlich kann (Intensität vermitteln, Seh-, ja Lebenshilfe geben); alles hier ist mühsam, "als habe Handke alles hineingepackt, was ihm einfiel". Ebenso wenig freilich hilft es Greiner, dass die Verwirrung, wie er erklärt, in diesem Buch Methode hat und die Auflösung der herkömmlichen Perspektive wie jene der vertrauten Dimensionen von Zeit und Ort zugunsten des durch den Roman mäandernden Bewusstseinsstroms betrieben werden. Wo die "obligaten Bestimmungen" durch "Fragezeichen-Orgien" vervielfältigt bzw. neutralisiert werden, müssen 759 Seiten einfach reichlich lang erscheinen.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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53 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Patchwork der Gefühle, 30. März 2004
Von Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Mit viel Liebe und mit größter Genauigkeit erzählt der Dichter, nein er malt die Bilder.

Dabei kann es einem durchaus so scheinen, als verlöre man sie (eben die Bilder) ab und an und die Kritik einiger Leser, sie verstünden beim besten Willen dieses und mitunter auch das andere nicht und damit hätten sie einen Verlust ausgemacht, ist verständlich.
Aber, aber: diese patchworkartige Zusammensetzung kunstvoller und liebevoller Gebilde gibt sehr viel beim genauen und wiederholten Lesen. Zum Beispiel das Bild eines weinenden Kindes, das von hinten gesehen achselzuckend in sich weinend durch den Wald schreitet und zum Himmel schreit in seiner Einsamkeit. Und so geht es weiter mit dem Beschreiben von Episoden, wobei das Wandern ( Eichendorffs "Taugenichts" grüßt!) eine Vorliebe des Autors ist und Spanien diesmal sein Weg.

Allein diese aus dem Innersten gefühlten und auch vermittelten Bilder bringen das Ganze zum ergreifenden Schwingen und so ist es ein Genuß für den gesammelten und langsam lesenden Beobacher (oder für die Beobachterin!) dieses mit Roman betitelte Werk ganz in sich aufzunehmen und etwas daraus zu machen. Außerdem handelt es sich hierbei um die Beschreibung einer Verbindung von Auftraggeberin und Autor, also auch um eine verwickelte Liebesgeschichte, die es in sich hat.

Der nachhaltige Eindruck auf den Leser (die Leserin), das ist es ja, was Peter Handke immer wieder versucht zu erreichen.

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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Bildverlust droht, 22. Januar 2002
Von Thomas Braungart (Müllheim Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Bildverlust klingt programmatisch, wie es nur klingen kann - und das Buch enttäuscht die Vorahnungen keineswegs. Das Handkesche Programm lautet: Rettung der dem journalistischen Zeitgeist und seiner Ereignissucht verfallenen Welt in die aus der gelassenen Anschauung geborene Sprache. Handkes Roman will eine Weg aus der ereignissüchtigen Welt weisen. Der Weg einer übermassen erfolgreichen Bankfrau (entflüchtet eines Nachts Ihres Daseins) führt gleichsam einer Pilgerreise immer weiter weg von der verderbten Zivilisation, der grauen Jetztzeit, die der Roman in eine nicht ferne Zukunft verlegt: Die Nationalstaaten haben ausgespielt, die Geldströme bestimmen das Weltgeschehen, im Winter gibt es keine Erdbeeren mehr. Dieser Roman gibt eine Lösung, ein neuer Existenzversuch: eine auf Ausgeglichenheit und allgemeiner Hieterkeit gegründete Form des Wirtschaftens und "das Projekt eines anderen Zeitsystems": Weg mit den hässlich und böse machenden, uns entstellenden Standard- und Unzeiten - her mit der erhellenden uns beflügelnden Zeit jenseits des Wiegens"
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6 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Ein "Bildverlust"..., 15. Februar 2002
Von Ein Kunde
Ein mühsames Buch. Ein seelenlos wirkendes Buch. Sierra de Gredos. Was konkret ist der Bildverlust? - Voller neurotizistischer Vertiefungen in subjektiv als bedeutungsvoll erlebte Einzelheiten beschreibt Handke mit schwer auf Dauer zu ertragender Sprache einen Eindruck seines "Bildverlustes", der jedoch verwaschen und etwas virtuell wirkend bleibt. Das Buch macht keine Lust auf mehr, bleibt letztlich ohne Handlung. Einen bleibenden Eindruck hinterläßt es nicht. Oder doch: den des verzweifelt isolierten einsiedelnden Autors der einzig die "Bilder" hat?
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1.0 von 5 Sternen Nicht verstanden
Ich habe den Roman 'Der Bildverlust' nicht verstanden. Die Handlung bleibt mir unverschlossen. Irgendwie sind mir bei diesem Buch die Bilder abhanden gekommen.
Veröffentlicht am 2. Januar 2004 von Erich Spicher

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