Aus der Amazon.de-Redaktion
Neben den großen Präsidenten und Hollywoodstars gehört Walter Elias Disney zu den bekanntesten Persönlichkeiten Amerikas. In den USA selbst ist Disney Nationalheld. Mickey Mouse (1928), Donald Duck (1934), Pluto sowie Ahörnchen und Behörnchen sind seine beliebtesten Zeichentrickfiguren. Im Genre der Trickfilmgeschichte ist Disney einer der wichtigsten Gestalter. Mit
Schneewittchen wurde er zum Urvater des farbigen Zeichentricks. Und in der ersten und bislang einzigen Disney-Biografie (1959) seiner Tochter Diane, gerät Vater Walt gar zum amerikanischen Überhelden.
In seinem autobiografischen Roman König von Amerika zeichnet Peter Stephan Jungk ein ganz anderes Bild von Disneys Persönlichkeit. Der wirtschaftliche Erfolg der Disney-Gruppe beruht auf dem Geschick seines Bruders Roy. Walt Disney dagegen ist bis ins hohe Alter ein "großer Junge" geblieben. Er hängt sentimental an seinen Jugenderinnerungen. "Disneyland" ist Walts Traum von seiner Kindheit in einer heilen Welt. Seine Ehe mit Lillian ist gescheitert. Disneys Geliebte ist Hazel, seine Krankenschwester. Politisch wird Disney bei Jungk zum Nationalisten. Er unterstützt den damals jungen Ronald Reagan im Wahlkampf. Disney steht für hartes Durchgreifen in Vietnam, ist Rassist, redet von "Negern", die in seinem Konzern höchstens als unterbezahlte Handlanger arbeiten dürfen.
Indem Peter Stephan Jungk den Mythos "Disney" demontiert, trifft er den aktuellen Trend der kritischen Disney-Rezeption an amerikanischen Universitäten. Gleichzeitig schafft er es jedoch, seinen Lesern auch eine sympathische Figur, die an ihre Träume glaubt, anzubieten.
Erzählt wird aus der Perspektive von Wilhelm Dantine, einem erfolgreichen Zeichner, der von Disney einst zu Unrecht entlassen wurde und nun auf Rache sinnt. Er begleitet Disney durch das Amerika der ausgehenden 50er- und 60er-Jahre. Jungk zeichnet dabei treffsicher das Porträt eines kleinstädtischen und introvertierten Landes. Und spannend ist das Ganze auch noch. Liest sich Jungks Roman doch fast wie ein Krimi, der seine Leser buchstäblich bis zum Schluss fesselt: Denn die Frage, was Dantine mit Disney im Schilde führt, bleibt bis zur letzten Seite offen.
Für alle Donaldisten, Mickey-Fans und Goofy-Anhänger ein Muss! Für Amerikanisten eine echte Alternative zu allem, was bislang zu diesem Thema erschienen ist. --Martin Kilgus
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Kurzbeschreibung
Schon mit dreißig war er eine internationale Berühmtheit, Ruhm und Ehrungen fielen ihm zu wie wenigen anderen Zeitgenossen. Sein kleines Zeichenstudio war im Lauf der Jahre zu einer weltumspannenden Industrie geworden. Und als er 1966 starb, war er eine Legende, einer der letzten Groß-Moguln Hollywoods: Walt Disney.
Doch war dieser Mann, dessen Filme auch heute noch jedes Kind kennt, eine zwar charismatische, doch auch problematische Persönlichkeit. Peter Stephan Jungk erzählt die letzten sechs Wochen im Leben dieses Tycoons aus der Sicht eines der Zeichner von Disneys Märchenwelten. Er beginnt mit einem Besuch des mittlerweile berühmten Trickfilm-Stars in Marceline, dem Dorf seiner Kindheit. Er blendet zurück auf die dramatischsten Momente dieses Lebens; er erzählt von Disneys gesellschaftlichem und privaten Leben, seinem Fasziniertsein von der Mondlandung, seiner Sorge um die Zukunft der Disneyland-Parks. Und seiner Obsession, nach dem Tod eingefroren und eines Tages wieder belebt zu werden. Doch als die letzten Tage des Schöpfer von Bambi, Donald, Micky Maus und Pluto gekommen sind, ist alles anders als gedacht.
Dies ist das erste Buch, das die Licht- und Schattenseiten des "dunklen Prinzen von Hollywood" in einer spannenden Handlung darstellt. Ein biographischer Roman, der uns hinter die Kulissen der Traumindustrie blicken läßt, dessen König Disney war.