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Die salzweißen Augen: Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit
 
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Die salzweißen Augen: Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit (Gebundene Ausgabe)

von Dietmar Dath (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 215 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (10. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351841707X
  • ISBN-13: 978-3518417072
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 367.934 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Liebe Sonja«, schreibt David in diesen aufklärerischen und verzweifelten Briefen an eine angebetete Mitschülerin von einst, »zurückzuschauen ist nicht immer die beste Idee: Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war. Und Lots Frau sah hinter sich und ward zur Salzsäule.« Dennoch hält er Rückschau: Damals, in den »klebrigen siebziger Jahren«, wollte Sonja wissen, was ihn an Heavy Metal, an Zombie- und Pornofilmen und Horrorcomics denn fasziniere. Jetzt, in den Briefen, holt er aus, zitiert Gräßliches und definiert theoretisch: Drastik, das ist »die kulturindustrielle Form, die das Selbstwunsch- und -angstbild von modernen Menschen annimmt, wenn die sozialen Versprechen der Moderne nicht eingelöst werden …« Doch angetrieben wird seine Erklärung von der eigenen Geschichte: einem kaputten Elternhaus, der Sonjafixierung, Drogenerfahrungen, einem Zusammenbruch. Nein, die Liebe zur Drastik ist kein Spiel, sagt der Briefschreiber, und die zu Sonja, der er Drastik und Deutlichkeit erklären möchte, erst recht nicht. Wie gehören beide zusammen? Dietmar Daths waghalsiger Romanessay gräbt in der Geschichte einer Jugend nach Antwort.


Über den Autor

Dietmar Dath, geboren 1970, veröffentlicht seit 1990 journalistische und literarische, satirische und essayistische Texte in in- und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften.

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19 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Wüste lebt, 26. August 2005
Von Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Eine wissenschaftliche Untersuchung fast, in sichtlich deutschem Ton verfasst, aber in Form eines Briefromans, so kommt diese Untersuchung daher und die Drastik ist ihr Thema.

Dietmar Dath, den Leserinnen und Lesern einer großen Tageszeitung sicherlich bekannt, deren Feuilleton uns mitunter mehr an Informationen allgemeiner und spezieller Art vermittelt als man gemeinhin denken mag, er versucht nun mit diesem Essay uns Lesern etwas über Drastik im Leben und in der Kunst zu vermitteln.
Das macht er eindrucksvoll.
David und Paul unterhalten sich im Briefroman artig über Dies und Jenes und eine Sonja, die immerfort angeschrieben wird, der der Romanschreiber alles erklären will (über Drastik natürlich), diese Sonja glaubt oder sie glaubt nicht.
Was wird jetzt nicht alles bemüht.

Die Energie, die natürlich auch im Menschen steckt. Diese Energie, eigentlich sollte der Mensch sie im Griff haben, scheint sich selbstständig zu machen.
Aber nicht nur zurzeit. Nein, schon früher, eigentlich schon immer, so der Hinweis auf Mittelalter und Frühzeit (eigentlich hätte man bis zum Urknall gehen können), schon im frühesten Stadium der Menschheitsgeschichte also war die Energie das Herausragende. Ja, um alles in der Welt, wieso denn nicht?
Und nun, nun ist alles verquer und aufeinmal, oder wie?

Ja, es ist wohl auch so.
Denn alles, aber auch alles scheint machbar und vermarktbar zu sein, also auch die Drastik in Politik, in Kunst und in Makabrem.

Im Moment unserer Geschichte scheint es aber so zu sein, daß der Einzelne nicht sehr Einfluß nehmen kann auf notwendige Veränderungen (trotz Demokratie), somit fährt er schnelle Autos, fliegt in Urlaub oder schreibt sich seinen Frust von der Seele.
So wohl auch hier und das ist gut so.

Männer, die ihre Pubertät anscheinend sehr lange mit sich herumtragen, sind wohl garnicht so selten. Sie beginnen dann oftmals, sich mit wissenschaftlichen Dingen zu befassen, das Ding also, das sie umtreibt zu untersuchen und zu veröffentlichen.
Nocheinmal: das ist gut so. Und somit können wir alle teilnehmen an den Gefühlen, den Umtriebigkeiten aber auch den Eingriffen von oben, dieses alles selbst einwenig zu steuern.

Die neuerdings wieder leicht emporkommende Religiosität und der Versuch, auch z.B. Eucharistie im katholischen Sinn neu zu beleben mit all den bekannten Einzelheiten überkommener und nicht zu verstehender dogmatischer Energie, das ist auch - oder besser gesagt - birgt Drastik in sich und nicht zu wenig. Dies als kleine Abschweifung, aber nicht unbedingt uninteressanter.

Wir alle, mehr oder weniger, sind doch interessiert, warum und vor allem wie es funktioniert mit der Liebe und den Säften und mit der Energie in uns und zwischen uns Menschen. Dabei ist die Natur unser Anschauungsideal, doch nicht nur, denn die Phnatasie spielt uns so manchen Streich. Daß wir dabei beim Rückschauen auch schon mal zur Salzsäule erstarren können, wer ahnte das nicht.

Also, sind wir einwenig zufrieden mit dem, was uns Dietmar Dath bietet und wünschen wir uns eine reichhaltige Diskussion darüber, wobei man aber Naturwissenschaftler und vor allem Ärzte mit einbeziehen müßte. Also, die Aufklärung birgt ja doch wohl noch etwas an köstlicher Energie, wenn man so will und dies hier ist ein bestes Beispiel dafür. Natürlich könnte man sich auch zurücklehnen, durch die Weinberge streifen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen, besser aber nicht.

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11 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Ein sehr gestelzter Vortrag, 13. Januar 2006
Um es vorweg zu sagen: Ich habe das Buch nur bis zur Hälfte gelesen. Dieser fiktive Briefschreiber, der in 14 Briefen an eine gewisse Sonja sehr gestelzt über Drastik doziert, ist allenfalls psychologisch interessant. Welches Motiv könnte jemand haben, eine Frau mit einem solchen Vortrag über die Unterhaltungs- und Subkultur der letzten 30 Jahre zu bombardieren?
Und was könnte Sonja neues aus den Briefen erfahren? Z. B., dass das verworrene Drehbuch zu Matrix mit seinen willkürlichen mythologischen Bezügen noch nicht mal den Ansprüchen der „Cyberpunks“ genügen kann. Nun, sollte sich Sonja je diesen Film angesehen haben – nicht der visuellen Effekte wegen, sondern um etwas über das Leben zu erfahren –, dann wäre auch sie ... allenfalls psychologisch interessant.
Dietmar Dath stopft den Darm seines Drastikessays mit soziologischen Begriffen so voll, dass sich eine prall gefüllte Bildungswurst ergibt – wenn auch die Deutlichkeit dabei auf der Strecke bleibt. Wem die Augen bei solchen Sätzen wie den unten zitierten nicht salzweiß werden, mag das überteuerte Büchlein immerhin lesen.

„Drastik, wie ich sie verstehe (...) ist nicht chthonisch, kommt nicht aus der „Bluturenge“ (Marx) irgendeiner vorsintflutlichen Unzivilisiertheit hervorgeschossen, steht nicht unter Wahndampf. Ihre Indienstnahme für gegenmoderne, anti-aufklärerische, irrationale Propaganda, vom rechten Flügel der surrealistischen Bewegung bis zum Poststrukturalismus und dem Rechtsaußen-Fraktionen der popkulturellen Gothic-, Black-Metal und Dark-Wave-Strömungen, ist genau das: eine Instrumentalisierung, die über Interessen und Absichten läuft, also nicht dem „Wesen der Sache“ entspricht, dem sie vielmehr sowenig gerecht wird wie die ideologische „Verwissenschaftlichung“ des altabendländisch-christlichen Judenhasses zum modernen „Rassenantisemitismus“ irgendeinem „Wesen der Wissenschaft.“

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7 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Kein Ende der Pubertät in Sicht, 11. Januar 2006
Von Stefan Frank "mugwump" (Heidelberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Finger weg von Büchern, bei denen bereits auf der ersten Seite steht: Ich werde schreiben, was lange vorformuliert ist, es dann aber nicht mehr überarbeiten, nicht hübscher machen. Die salzweißen Augen sind eine Mischung aus Essay und Briefroman - vielleicht weil Dath spürte, dass ihm für einen Roman der lange Atem fehlt, und weil ihm für eine Essaysammlung die inhaltliche Konsequenz fehlt.

So ist dann am Ende nichts Halbes und nichts Ganzes daraus geworden: Die Geschichte ist zu dünn ("Junge trifft Mädchen, aber es wird nichts daraus."), die Essays sind manchmal interessant, manchmal etwas bemüht und manchmal überflüssig. Vor allem das Ende - da kommt dann ja doch noch so ein bisschen was wie Spannung auf - zieht seine Beschäftigung mit Horror- und Splatterfilmen allerdings vollends ins Lächerliche. Wenn man sich noch mit über dreißig wie ein verhaltensgestörter Teenager benimmt, dann bekommt man doch den Eindruck, dass Splatterfilme nur was für Pubertierende sind.

Das Genre des Briefromans verträgt es eben einfach nicht, wenn man versucht, es sich zu leicht zu machen: Es ist nichts schwieriger und kaum etwas verlangt mehr Disziplin und Komposition, als den Anschein von Spontaneität zu erzeugen. Wenn Dath sich also nicht die Mühe macht, seine Sentenzen "hübscher zu machen", dann sollte sich der Leser eigentlich auch nicht die Mühe machen, das Ganze zu lesen.

PS: Die zwei Sterne gibt es für den durchaus ehrenhaften Versuch, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, für den zugegeben großartigen Titel und das Cover.

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Veröffentlicht am 29. Oktober 2006 von buechermaxe

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