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Landnahme
 
 

Landnahme (Gebundene Ausgabe)

von Christoph Hein (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 3., Aufl. (6. April 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518416014
  • ISBN-13: 978-3518416013
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 306.045 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 27 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Zeitgenössische Literatur > Deutschsprachige Autoren > Hein, Christoph

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Er war einer von uns, auch wenn er nur ein Vertriebener war." Bevor sein bester Freund das über ihn sagen kann, muss Bernhard Haber mit vielen Anfeindungen fertig werden und bei seiner Landnahme den schmalen Grat zwischen Anpassung und Aufbegehren ertasten.

Auf Bernhard, vertrieben aus Wroclaw, "aber geboren in Breslau", und seine Eltern hat in dem sächsischen Städtchen Guldenberg niemand gewartet. Denn sie kommen "aus einem Deutschland, das nicht unser Deutschland war", sind ein lebendes Mahnmal für den verlorenen Krieg. Der robuste Junge verschafft sich jedoch schnell Respekt, will stets "mit dem Kopf durch die Wand", die die Einheimischen zwischen sich und den Fremden ziehen.

In der DDR-Provinz, wo die "entzückenden Blumenbeete... mit Depressionen gedüngt" werden, wechselt er behende die Beschäftigungen und die politischen Lager. Erst hilft er bei der Zwangskollektivierung die Bauern kirre zu machen, dann scheffelt er als Fluchthelfer das große Geld und baut sich damit eine bürgerliche Existenz auf -- ein Selfmademan wie Willenbrock, ein unangepasster Opportunist wie Der Tangospieler.

Erzählt wird seine Geschichte von denen, die Bernhard gekannt haben und hier ähnlich wie Zeugen bei Gericht Auskunft geben: der Banknachbar, seine erste Freundin, der Fluchthelfer-Komplize, seine Schwägerin. So entsteht ein Geflecht von Lebensberichten und -beichten, ein Sittenbild der ostdeutschen Nachkriegsgesellschaft, mit allen erdenklichen erotischen, ökonomischen und kriminellen Verwicklungen.

Was leicht zur lehrbuchartigen Versuchsanordnung hätte geraten können, liest sich dank des ständigen Perspektivenwechsels und der erstklassigen Dialoge ausgesprochen unterhaltsam, quasi wie Short Cuts in Sachsen. Am Schluss sorgen die Kinder der Vertriebenen dafür, dass im Karnevalsumzug keine "Fidschis" mitmarschieren, die Landnahme scheint vollends geglückt. Willkommen im neuen Deutschland. --Patrick Fischer



Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 24.01.2004
Christoph Heins neuer Roman hat für Ina Hartwig eindeutig das Zeug zum "Klassiker", und das gleich aus mehreren Gründen: "Er liegt thematisch im Trend, ist formal so perfekt wie ein goldener Schnitt, und vor allem streift er die Dimension einer griechischen Tragödie". Denn mit der Geschichte um den Flüchtlingssohn Bernhard Haber erzähle Hein die Geschichte eines "Racheverzichts" (Bernhards Vater wird erhängt aufgefunden), der die soziale "Integration" der schlesischen Flüchtlinge in ihr neues Umfeld erst ermöglicht habe. Haber selbst kommt in seiner eigenen Geschichte nicht zu Wort: Fünf andere Figuren lassen ihn in ihren Erzählungen entstehen. Bemerkenswert findet die Rezensentin, dass es Hein gelingt, gleichzeitig ein "Psychogramm einer zunächst noch diffusen, dann sich verhärtenden, schließlich überwundenen DDR" und ein "Spektrum von Charakteren im La Bruyere'schen Sinne" zu zeichnen. Und indem Hein diese beiden "Sphären" ständig miteinander verwebe, vermeide er glücklicherweise "einfache Kausalbeziehungen", etwa zwischen " Herkunft und Werdegang". Zwar stört sich die Rezensentin ein wenig an der zwangsläufigen Begrenzung der Rollenprosa, die der Komplexität des "zeitgeschichtlichen Kontextes" nicht ganz gerecht werden kann, weil sie sich strikt innerhalb des Figurenhorizonts bewegt, doch schmälert dies nicht den Stellenwert dieses Romans, der zur "Differenzierung" in der Diskussion um das Leid der deutschen Vertriebenen beiträgt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Die Zeit, 29.01.2004
Sehr eingehend widmet sich Ursula März dem Roman "Landnahme" von Christoph Hein. Die Hauptfigur Bernhard Haber, die es in einer sächsischen Kleinstadt vom verachteten Vertriebenenkind zum wohlhabenden und einflussreichen Unternehmer bringt, ist eine geradezu lehrbuchgerechte "Aufsteigerbiografie" wie auch ein "Prachtexemplar eines literarischen Außenseitertyps", so die Rezensentin fasziniert. Der "Zeit-, Provinz- und DDR-Roman" umfasst eine Zeitspanne von 1950 bis in die Nachwendejahre und berichtet in fünf verschiedenen Erzählsträngen aus der jeweils wechselnden Perspektive von Menschen, die erzählen, was sie über Haber wissen, informiert März. Sie lobt Heins "vorbildliches" Spielen mit dieser "Rondokomposition", in der der Autor "Erzählfülle" mit geschickten Lücken kombiniert. Wie viele Protagonisten Heins aber, sei Haber eine Figur, die mit "historischen, psychologischen Kategorien" nicht richtig zu greifen sei, was ihr eine Aura des Unheimlichen gebe, umschreibt März. März betont aber als eigentliche "große Stärke" des Autors seine Fähigkeit, die "Gegenstands- und Alltagswelt" zu beschwören, deren "Ästhetik der Unauffälligkeit" mit diesem unheimlichen Moment kontrastiert. Insgesamt charakterisiert die Rezensentin die "Landnahme" als "Uwe-Johnson-Brecht-Gewächs, das Kleist-Blüten hervorbringt", und darunter versteht sie kein reines Lob. Denn letztlich versuche Hein, eine "korrekte Mitteilung" an die Leser zu bringen, und das schade der Geschichte, kritisiert März, die glaubt, einem weniger geschickten Erzähler als Christoph Hein wäre diese Intention zum Verhängnis geworden.

© Perlentaucher Medien GmbH

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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Behäbiger DDR-Alltag zum Nachschmecken, 7. April 2005
Von ludwigwitzani (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
"Endlich ist er da, der große Deutschlandroman", schrieb die TAZ, als das vorliegende Buch erschien. Diesem enthusiastischen Urteil werden die meisten Leser wohl kaum folgen können, wenngleich das Buch keineswegs schlecht oder langweilig ist - es ist nur eben genauso spannend wie der DDR Alltag im Provinznest Guldenburg. Fünf Männer und Frauen, erzählen Geschichten aus Guldenberg, einem DDR-Provinznest, und im Mittelpunkt ihrer Erzählungen steht der Berhard Haber, ein mürrischer und verstockter Unsympath, bei dem man sich fast ein wenig wundert, wie er es schafft, vom verachteten "Holzwurm" zu einem der reichsten Männer Guldenburgs aufzusteigen. Die Erschütterungen von Zwangskollektivierung und 17. Juni, von Mauerbau und 89er Wende fungieren im Rahmen der Handlung jedoch nur als fernes Donnergrollen, gerade so, als hätte sich das Leben in der DDR Provinz gleichsam in einer Membrane weitab von der DDR-Wirklichkeit, von Schauprozessen und Stasi-Schikanen, Versorgungsengpässen und Massenflucht in den Westen, vollzogen. Schon aus diesem Grunde ist es schlichter Unsinn, von einem "exemplarischen Deutschlandroman" zu reden, es handelt sich vielmehr um einen DDR-Roman aus der Provinz mit Menschen, die es auch im Westen hätten geben können. Wen das interessiert und wer an den kleinen Alltgasgeschichten mit Brandanschlägen, Ehebrüchen, Schul- und Lehrlingsgeschichten geschichten Gefallen findet, der wird mit diesem Buch ein begagliches Wochenende verleben können. Das ist aber auch schon alles.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gefühlte Seitenzahl: unter 100, 18. Februar 2004
Die gefühlte Seitenzahl des Buches liegt deutlich unter 100. Christoph Hein beschreibt 40 Jahre DDR als Biografie eines Menschen, der als Kind mit seiner Familie in der ostdeutschen Provinz strandet. Ein Vertriebenenschicksal.
Die 40 Jahre im Leben von Bernhard lässt Christoph Hein von Wegbegleitern, Freunden, Klassenkammeraden, Geliebten und Kollegen erzählen. Jeder Lebensabschnitt wird von einer anderen Person erzählt, deren Schicksal sich mit dem Bernhards vermischte oder kreuzte. Die Biografie wird zur Dokumentation, zur Oral History. Christoph Heins Erzählerinnen und Erzähler wirken authentisch. Eben auch, weil er sich an die weibliche Sicht der Dinge wagt. Und sie beherrscht. Wie kaum ein anderer. (vgl. auch Der fremde Freund)
Der Roman hat die Qualität einer fiktionalen Oral History. Wenn es so was in den literaturwissenschaftlichen Wörterbüchern noch nicht gibt, so sei es hiermit als Kategorie hinzugefügt. Die Befindlichkeiten der vermeintlich einfachen Leute , die Politikabstinenz der im Sozialismus und kapitalistische Züge im sozialistischen Waren- und Dienstleistungssystem, Fluchthelfermilieu und der Wunsch nach Erfüllung zutiefst kleinbürgerlicher Lebensentwürfe bilden den Hintergrund für die Geschichte eines Mannes, der nicht hoch hinaus wollte, der nur Gerechtigkeit verlangte und am Ende eine Heimat gewann. Für alle Nach- und Hineingeborenen beschreibt der Roman fast beiläufig, wer und wie das eigentlich war, das „einfache" Volk im Sozialismus. Gerade die Passagen, die um den 17. Juni und um die Wende kreisen, bilden einen erfrischenden Kontrast zu manchem Lehrbuch.
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27 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Behäbiger DDR-Alltag zum Nachschmecken, 7. April 2005
Von ludwigwitzani (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
"Endlich ist er da, der große Deutschlandroman", schrieb die TAZ, als das vorliegende Buch erschien. Diesem enthusiastischen Urteil werden die meisten Leser wohl kaum folgen können, wenngleich das Buch keineswegs schlecht oder langweilig ist - es ist nur eben genauso spannend wie der DDR Alltag im Provinznest Guldenburg. Fünf Wegbegleitter, Männer und Frauen, erzählen Geschichten aus Guldenberg, einem DDR-Provinznest, und im Mittelpunkt ihrer Erzählungen steht der Berhard Haber, ein mürrischer und verstockter Unsympath, bei dem man sich fast ein wenig wundert, wie er es schafft, vom verachteten "Holzwurm" zu einem der reichsten Männer Guldenburgs aufzusteigen. Die Erschütterungen von Zwangskollektivierung und 17. Juni, von Mauerbau und 89er Wende fungieren im Rahmen der Haqndlung nur als fernes Donnergrollen, gerade so, als hätte sich das Leben in der DDR Provinz gleichsam in einer Membrane weitab von der DDR-Wirklichkeit, von Schauprozessen und Stasi-Schikanen, Versorgungsengpäsen und Massenfluchtr in den Westen, vollzogen. Schon aus diesem Grunde ist es schlichter Unsinn, von einem "exemplarischen Deutschlandroman" zu reden, es handelt sich vielmehr um einen DDR-Roman aus der Provinz mit Menschen, die es auch im Westen hätten geben können. Wen das interessiert und wer an den kleinen Alltgasgeschichten mit Brandanschlägen, Ehebrüchen, Schul- und Lehrlingsgeschichten geschichten Gefallen findet, der wird mit diesem Buch ein begagliches Wochenende verleben können. Das ist aber auch schon alles.
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5.0 von 5 Sternen nicht für den zeitvertreib
das buch ist eher für cristoph hein liebhaber zum zeitvertreib ist das buch etwas zu kompliziert geschrieben und verworren.
Vor 13 Tagen von L. Bäßmann veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Außenseiter in der Provinz
Über fünf Jahrzehnte und gut 350 Seiten erstreckt sich der Roman "Landnahme" von Christoph Hein. Einst Starautor des maroden DDR-Regimes hat sich der Schriftsteller - ohne sich zu... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Günter Nawe veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Bernhard der stumme Gewinner
Das Buch gibt dem Leser einen Eindruck über die Geschehnisse in einem kleinen Landstrich im heutigen Sachsen, zu Zeiten der DDR. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Max Deutsch veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Nur Alltag - und grade deswegen!
Einmalig geschriebene Weltliteratur? Ohne Zweifel, dass ist Heins Landnahme nicht. ABER das macht sie nich weniger interessant. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von L.eser veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Notizen aus der Provinz
Guldenburg, eine Kleinstadt in Sachsen. Kurz nach dem Krieg kommt der Vertriebene Bernhard Haber als Zehnjähriger mit seiner Familie dort an und arbeitet sich langsam, zäh und... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von ripley662 veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Vertriebenenkarriere
Das Thema des Romans ist die Beschreibung vom Lebensweg eines Vertriebenen. Interessanterweise kommt der Vertriebene namens Bernhard Haber kaum selbst zu Wort, sondern Personen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Januar 2006 von Thomas R.

4.0 von 5 Sternen Guter Zeitvertreib
Erzählt wird die Lebensgeschichte des Bernhard Haber, der als Vertriebener aus Breslau in die sächsische Stadt Guldenberg kommt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Februar 2005 von Marque Brand

3.0 von 5 Sternen Gut zu lesen
Gut zu lesender Bestseller, der den Anspruch, der Roman der Wende zu sein, sicher nicht einlöst. Dazu fehlen mir einfach die politischen Hintergründe, die Hein mit seiner... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Juli 2004 von Jürgen Capito

4.0 von 5 Sternen Kein Deutschlandroman, aber gute Erzählkunst
Christoph Heins Geschichte des Vertriebenen Bernhard Haber hängt merkwürdig in der Luft - über 300 Seiten ist nicht ganz klar, worauf das Ganze zielt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juni 2004 von mzk

3.0 von 5 Sternen Entwicklungsroman light.
Vielleicht sind 357 Seiten einfach zu wenig, um ein Leben und geich auch noch eine ganze Generation inmitten politischer Umbrüche zu erzählen: Landnahme ist flüssig zu lesen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Mai 2004 von M. A. Spannring

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